Ketubot 46

Kapitel 46

א <big><strong>מתני׳</strong></big> שתי נשים שנשבו זאת אומרת נשביתי וטהורה אני וזאת אומרת נשביתי וטהורה אני אינן נאמנות ובזמן שהן מעידות זו את זו הרי אלו נאמנות:
1 <b>W</b><small>ENN ZWEI</small> F<small>RAUEN GEFANGEN</small><small>WAREN, UND EINE SAGT</small>: <small>ICH WAR GEFANGEN,</small> <small>JEDOCH REIN GEBLIEBEN, UND DIE ANDERE SAGT: ICH WAR GEFANGEN, JEDOCH REIN GEBLIEBEN, SO SIND SIE NICHT GLAUBHAFT</small>. B<small>EKUNDEN SIE DIES FÜR EINANDER, SO SIND SIE GLAUBHAFT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר אני טמאה וחברתי טהורה נאמנת אני טהורה וחברתי טמאה אינה נאמנת אני וחברתי טמאה נאמנת על עצמה ואינה נאמנת על חברתה אני וחברתי טהורה נאמנת על חברתה ואינה נאמנת על עצמה
2 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: [Sagt sie,] sie sei unrein und ihre Gefährtin rein, so ist sie glaubhaft; sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, so ist sie nicht glaubhaft; sie und ihre Gefährtin seien unrein, so ist sie für sich glaubhaft und für ihre Gefährtin nicht glaubhaft; sie Und ihre Gefährtin seien rein, so ist sie für ihre Gefährtin glaubhaft und für sich nicht glaubhaft.
ג אמר מר אני טהורה וחברתי טמאה אינה נאמנת היכי דמי אי דליכא עדים על עצמה אמאי לא מהימנא נשביתי וטהורה אני קאמרה אלא פשיטא דאיכא עדים
3 Der Meister sagte: Sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, so ist sie nicht glaubhaft. In welchem Falle: sind keine Zeugen vorhanden, wieso ist sie für sich nicht glaubhaft, sie sagt ja: ich war gefangen, jedoch reingeblieben!? Doch wohl, wenn Zeugen vorhanden sind;
ד אימא מציעתא אני וחברתי טמאה נאמנת על עצמה ואינה נאמנת על חברתה ואי דאיכא עדים אמאי לא מהימנא אלא פשיטא דליכא עדים
4 wie ist nun der Mittelsatz zu erklären: sie und ihre Gefährtin seien unrein, so ist sie für sich glaubhaft und für ihre Gefährtin nicht glaubhaft; wieso ist sie, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht glaubhaft!? Doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden sind;
ה אימא סיפא אני וחברתי טהורה נאמנת על חברתה ואינה נאמנת על עצמה ואי דליכא עדים אעצמה אמאי לא מהימנא אלא פשיטא דאיכא עדים
5 wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: sie und ihre Gefährtin seien rein, so ist sie für ihre Gefährtin glaubhaft und für sich nicht glaubhaft; wieso ist sie, wenn keine Zeugen vorhanden sind, für sich nicht glaubhaft!? Doch wohl, wenn Zeugen vorhanden sind.
ו רישא וסיפא דאיכא עדים מציעתא דליכא עדים אמר אביי אין רישא וסיפא דאיכא עדים מציעתא דליכא עדים
6 Der Anfangsatz und der Schlußsatz, wenn Zeugen vorhanden sind, und der Mittelsatz, wenn keine Zeugen vorhanden sind!? Abajje erwiderte: Allerdings, der Anfangsatz und der Schlußsatz, wenn Zeugen vorhanden sind, und der Mittelsatz, wenn keine Zeugen vorhanden sind.
ז רב פפא אמר כולה דאיכא עדים ואיכא עד אחד דקא אפיך אמרה אני טמאה וחברתי טהורה ואמר לה עד אחד את טהורה וחברתך טמאה איהי שויתא לנפשה חתיכה דאיסורא חברתה משתריא אפומא דידה
7 R. Papa erwiderte: Die ganze [Lehre] spricht von dem Falle, wenn Zeugen vorhanden sind, aber ein einzelner Zeuge entgegengesetzt bekundet. Sagt sie, sie sei unrein und ihre Gefährtin rein, und der einzelne Zeuge sagt, sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, so hat sie sich zum verbotenen Individuum gemacht, während ihre Gefährtin durch ihre Aussage erlaubt ist.
ח אני טהורה וחברתי טמאה ואמר לה עד אחד את טמאה וחברתך טהורה איהי כיון דאיכא עדים לאו כל כמינה חברתה משתריא אפומא דעד
8 [Sagt sie,] sie sei rein und ihre Gefährtin unrein, und der einzelne Zeuge sagt, sie sei unrein und ihre Gefährtin rein, so ist sie, da Zeugen vorhanden sind, [für sich] nicht glaubhaft, während ihre Gefährtin durch die Aussage des einzelnen Zeugen erlaubt ist.
ט אני וחברתי טמאה ואמר לה עד אחד את וחברתך טהורה איהי שויתא לנפשה חתיכה דאיסורא חברתא משתריא אפומא דעד הא תו למה לי היינו רישא
9 [Sagt sie,] sie und ihre Gefährtin seien unrein, und der einzelne Zeuge sagt, sie und ihre Gefährtin seien rein, so hat sie sich zum verbotenen Individuum gemacht, während ihre Gefährtin durch die Aussage des einzelnen Zeugen erlaubt ist. — Wozu ist dies nötig, dies lehrt ja bereits der Anfangsatz!? —
י מהו דתימא הני תרוייהו טהורות נינהו והאי דקאמרה הכי (שופטים טז, ל) תמות נפשי עם פלשתים היא דקא עבדה קמ"ל
10 Man könnte glauben, beide seien rein, nur sage sie so, [wie es heißt:]<i>ich will samt den Pelištim sterben</i>, so lehrt er uns.
יא אני וחברתי טהורה ואמר לה עד אחד את וחברתך טמאה איהי כיון דאיכא עדים לאו כל כמינה חברתה משתריא אפומא דידה הא תו למה לי היינו רישא דרישא
11 [Sagt sie,] sie und ihre Gefährtin seien rein, und der einzelne Zeuge sagt, sie und ihre Gefährtin seien unrein, so ist sie, da Zeugen vorhanden sind, nicht glaubhaft, während ihre Gefährtin durch ihre Aussage erlaubt ist. — Wozu ist dies nötig, dies lehrt ja bereits der Anfangsatz des ersten Falles!? —
יב מהו דתימא כי מהימנא במקום דפסלה נפשה אבל במקום דמכשרא נפשה אימא לא מהימנא קא משמע לן:
12 Man könnte glauben, sie seinur dann glaubhaft, wenn sie sich selbst als unrein bezeichnet, wenn sie sich aber als rein bezeichnet, sei sie nicht glaubhaft, so lehrt er uns.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> וכן שני אנשים זה אומר כהן אני וזה אומר כהן אני אינן נאמנין ובזמן שהן מעידין זה את זה הרי אלו נאמנין רבי יהודה אומר אין מעלין לכהונה על פי עד אחד אמר רבי אלעזר אימתי במקום שיש עוררין אבל במקום שאין עוררין מעלין לכהונה על פי עד אחד רשב"ג אומר משום רבי שמעון בן הסגן מעלין לכהונה על פי עד אחד:
13 <b>E</b><small>BENSO SUND ZWEI</small> M<small>ÄNNER, WENN DER EINE SAGT, ER SEI</small> P<small>RIESTER, UND DER ANDERE SAGT, ER SEI</small> P<small>RIESTER, NIGHT GLAUBHAFT</small>. B<small>EKUNDEN SIE DIES FÜR EINANDER, SO SIND SIE GLAUBHAFT</small>. R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: A<small>UF DIE</small> A<small>USSAGE EINES</small> Z<small>EUGEN HIN ERHEBE MAN NICHT</small><small>IN DEN</small> P<small>RIESTERSTAND</small>. R. E<small>LEA͑ZAR SAGTE</small>: N<small>UR DANN, WENN DAGEGEN EINE</small> A<small>NFECHTUNG ERHOBEN</small><small>WIRD, WENN ABER KEINE</small> A<small>NFECHTUNG ERHOBEN</small><small>WIRD, ERHEBE MAN AUF DIE</small> A<small>USSAGE EINES</small> Z<small>EUGEN HIN IN DEN</small> P<small>RIESTERSTAND</small>. R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGTE IM</small> N<small>AMEN</small> R. Š<small>IMO͑NS, DES</small> S<small>OHNES DES</small> P<small>RIESTERVORSTEHERS</small>: M<small>AN ERHEBE AUF DIE</small> A<small>USSAGE EINES</small> Z<small>EUGEN HIN IN DEN</small> P<small>RIESTERSTAND</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> כל הני למה לי צריכי דאי תנא מודה רבי יהושע משום דאיכא דררא דממונא אבל עדים דליכא דררא דממונא אימא לא
14 GEMARA. Wozu all dieseFälle? — Sie sind nötig. Würde er nur den Fall gelehrt haben, hinsichtlich dessen R. Jehošua͑beipflichtet, so könnte man glauben, weil ein Streitobjektvorhanden ist, nicht aber gelte dies von den Zeugen, wobei kein Streitobjekt vorhanden ist.
טו ואי תנא עדים משום דלעלמא אבל איהו דלנפשיה
15 Und würde er nur den Fall von den Zeugen gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [die Aussage] anderebetrifft, nicht aber gelte dies da, wo sie ihn selbst betrifft.