Ketubot 47

Kapitel 47

א אימא לא
1 
ב ואי אשמעינן הני תרתי משום דממונא אבל אשת איש דאיסורא אימא לא
2 Und würde er nur diese beide gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es sich um eine Geldsache handelt, nicht aber bei Ehesachen, wobei es sich um ein kanonisches Verbot handelt. —
ג נשביתי וטהורה אני למה לי משום דקא בעי למיתני ואם משנשאת באו עדים הרי זו לא תצא
3 Wozu ist der Fall nötig, [wenn sie sagt], sie war gefangen, jedoch rein geblieben? — Weil er lehren will, daß, wenn die Zeugen gekommen sind, nachdem sie sich verheiratet hat, sie nicht zu entfernen sei. —
ד הניחא למאן דמתני לה אסיפא אלא למאן דמתני לה ארישא מאי איכא למימר משום דקא בעי למיתני שתי נשים שנשבו
4 Allerdings nach demjenigen, der dies auf den zweiten Fall bezieht, wie ist es aber zu erklären nach demjenigen, der dies auf den ersten Fallbezieht!? — Weil er den Fall lehren will, wenn zwei Trauen gefangen waren. —
ה ושתי נשים שנשבו למה לי מהו דתימא ניחוש לגומלין קמשמע לן
5 Wozu ist der Fall, wenn zwei Frauen gefangen waren, nötig? — Man könnte glauben, man befürchte gegenseitige Begünstigung, so lehrt er uns. —
ו וכן שני אנשים למה לי משום דקא בעי למיתני פלוגתא דרבי יהודה ורבנן
6 Wozu ist der Fall von zwei Männernnötig? — Weil er den Streit zwischen R. Jehuda und den Rabbanan lehren will.
ז ת"ר אני כהן וחברי כהן נאמן להאכילו בתרומה ואינו נאמן להשיאו אשה עד שיהו ג' שנים מעידין על זה ושנים מעידין על זה רבי יהודה אומר אף אינו נאמן להאכילו בתרומה עד שיהו שלשה שנים מעידין על זה ושנים מעידין על זה
7 Die Rabbanan lehrten: [Sagt jemand,] er sei Priester und sein Gefährte sei Priester, so ist er glaubhaft, daß man ihn Hebe essen lasse, nicht aber eine Frauzu heiraten; nur wenn es drei sind, sodaß zwei über den einen und zwei über den anderen bekunden. R. Jehuda sagt, er sei auch nicht glaubhaft, ihn Hebe essen zu lassen, nur wenn es drei sind, sodaß zwei über den einen und zwei über den anderen bekunden. —
ח למימרא דרבי יהודה חייש לגומלין ורבנן לא חיישי לגומלין והא איפכא שמעינן להו דתנן החמרין שנכנסו לעיר ואמר אחד מהן שלי חדש ושל חברי ישן שלי אינו מתוקן ושל חברי מתוקן אינו נאמן רבי יהודה אומר נאמן
8 Demnach berücksichtigt R. Jehuda gegenseitige Begünstigung und die Rabbanan nicht, und [anderweitig] sind sie ja entgegengesetzter Ansicht!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn Eseltreiberin eine Stadt kommen, und einer sagt, sein [Getreide] sei neuund seines Gefährten sei alt, seines sei nicht fertigund seines Gefährten sei fertig, so ist er nicht glaubhaft; R. Jehuda sagt, er sei glaubhaft.
ט אמר רב אדא בר אהבה אמר רב מוחלפת השיטה אביי אמר לעולם לא תיפוך בדמאי הקילו רוב עמי הארץ מעשרין הן
9 R. Ada b. Ahaba erwiderte im Namen Rabhs: Die Lehre ist umzuwenden. Abajje erwiderte: Tatsächlich ist sie nicht umzuwenden, denn beim Demaj haben sie es erleichtert, weil die meisten aus dem gemeinen Volkeden Zehnten entrichten.
י אמר רבא דרבי יהודה אדרבי יהודה קשיא דרבנן אדרבנן לא קשיא אלא דרבי יהודה אדרבי יהודה לא קשיא כדשנינן דרבנן אדרבנן לא קשיא כדאמר רבי חמא בר עוקבא בשכלי אומנותו בידו
10 Raba sprach: Befindet sich etwa nur R. Jehuda in einem Widerspruche mit sich selbst und nicht auch die Rabbanan!? — R. Jehudabefindet sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, wie wir erklärt haben, und auch die Rabbanan befinden sich nicht in einem Widerspruche mit sich selbst, denn wie R. Ḥama b. U͑qaba [anderweitig] erklärt hat: wenn er seine Handwerksgeräte in der Hand hat,