Ketubot 6

Kapitel 6

א מאי שקדו דתניא מפני מה אמרו בתולה נשאת ליום הרביעי שאם היה לו טענת בתולים היה משכים לב"ד ותנשא באחד בשבת ואם היה לו טענת בתולים היה משכים לב"ד שקדו חכמים על תקנת בנות ישראל שיהא אדם טורח בסעודה שלשה ימים אחד בשבת ושני בשבת ושלישי בשבת וברביעי כונסה
1 Welches Bewenden hat es mit der Vorsorge? — Es wird gelehrt: Sie sagten deshalb, daß eine Jungfrau am Mittwoch geehelicht werde, damit er, wenn er die Jungfernschaftsanklage zu erheben hat, sich sofort am folgenden Morgen an das Gericht wenden könne. Mag sie doch am Sonntag geehelicht werden, sodaß er, wenn er die Jungfernschaftsanklage zu erheben hat, sich sofort am folgenden Morgen an das Gericht wenden könne!? Die Weisen haben eine Vorsorge für die Töchter Jisraéls getroffen; ein Mensch befasse sich drei Tage mit [der Vorbereitung] für das Hochzeitsmahl, Sonntag, Montag und Dienstag, und am Mittwoch heirate er sie.
ב ומסכנה ואילך נהגו העם לכנוס בשלישי ולא מיחו בידם חכמים ובשני לא יכנוס ואם מחמת האונס מותר ומפרישין את החתן מן הכלה לילי שבת תחלה מפני שהוא עושה חבורה
2 Seit der Gefahr aber ist es beim Volke Brauch, am Dienstag zu heiraten, und die Weisen wehrten es ihnen nicht. Am Montag heirate man nicht; liegt aber ein Zwangsfall vor, so ist es erlaubt. Soll die [Beiwohnung] erstmalig in der Nacht zum Šabbath erfolgen, so trenne man den Bräutigam von der Braut; weil dabei eine Verletzungerfolgt. —
ג מאי סכנה אילימא דאמרי בתולה הנשאת ליום הרביעי תיהרג נהגו לגמרי ניעקריה
3 Welche Gefahr: wollte man sagen, als verhängt worden war, eine Jungfrau, die am Mittwoch geehelicht wird, werde hingerichtet: wieso ist dies Brauch, diessollte ja ganz abgeschafft werden!?
ד אמר רבה דאמרי בתולה הנשאת ביום הרביעי תיבעל להגמון תחלה האי סכנה אונס הוא משום דאיכא צנועות דמסרן נפשייהו לקטלא ואתיין לידי סכנה
4 Rabba erwiderte: Als verhängt worden war, jede Jungfrau, die (am Mittwoch) geehelicht wird, werde erstmalig vom Hegemon beschlafen. — Dies ist ja keine Gefahr, sondern ein Zwangsfall!? — Es gibt Keusche, die sich dem Tode preisgeben und in Gefahr geraten. —
ה ולידרוש להו דאונס שרי איכא פרוצות ואיכא נמי כהנות
5 Sollte man sie doch belehrt haben, daß es gezwungen erlaubt sei!? — Es gibt Zuchtloseund es gibt Priesterinnen. —
ו וליעקריה גזירה עבידא דבטלא ותקנתא דרבנן מקמי גזירה לא עקרינן אי הכי בשלישי נמי אתי ובעיל מספיקא לא עקר נפשיה
6 Sollte man dies abgeschafft haben!? — Das Verhängnis wird aufgehoben, und wegen eines Verhängnisses ist daher eine Bestimmung der Rabbanan nicht abzuschaffen. — Demnach kann er ja auch am Dienstag kommen und ihr beiwohnen!? — Im Falle eines Zweifels bemüht er sich nicht.
ז ובשני לא יכנוס ואם מחמת האונס מותר מאי אונס אילימא הא דאמרן התם קרי ליה סכנה והכא קא קרי ליה אונס ותו התם נהגו הכא מותר
7 «Am Montag heirate man nicht; liegt aber ein Zwangsfall vor, so ist es erlaubt.» Was ist unter Zwangsfall zu verstehen; wenn etwa das, was wir gesagt haben, wieso nennt er es da Gefahr und hier Zwangsfall!? Und ferner heißt es da, es sei Brauch, hier aber, es sei erlaubt!?
ח אמר רבא דאמרי שר צבא בא לעיר ה"ד אי דאתי וחליף ליעכב לא צריכא דאתי וקבע בג' מיהא לכנוס אספרווא דידיה בג' קאתו
8 Raba erwiderte: Wenn ein Gerücht geht, ein Heerführer komme in die Stadt. — In welchem Falle: wenn er kommt und weiter geht, schiebe man es doch auf!? — In dem Falle, wenn er kommt und bleibt. — Die Hochzeit kann ja am Dienstag erfolgen!? — Seine Quartiermeister kommen am Dienstag.
ט ואיבעית אימא מאי מחמת האונס כדתני' הרי שהיה פתו אפוי וטבחו טבוח ויינו מזוג ומת אביו של חתן או אמה של כלה מכניסין את המת לחדר ואת החתן ואת הכלה לחופה
9 Wenn du aber willst, sage ich: unter Zwangsfall ist der Fall der folgenden Lehre zu verstehen. Wenn sein Brot gebacken, sein Vieh geschlachtet und sein Wein verschnitten ist, und der Vater des Bräutigams oder die Mutter der Braut stirbt, so bringe man die Leiche in eine Kammer, sodann führe man den Bräutigam und die Braut unter den Baldachin,