Ketubot 86

Kapitel 86

א שפצעה בפניה אמר רב זירא אמר רב מתנה אמר רב ואמרי לה אמר רבי זירא א"ר מתנה אמר רב בת הניזונת מן האחין מעשה ידיה לעצמה דכתיב (ויקרא כה, מו) והתנחלתם אותם לבניכם אחריכם אותם לבניכם ולא בנותיכם לבניכם מגיד שאין אדם מוריש זכות בתו לבנו
1 Wenn jemand ihr das Gesicht verletzt hat. Rabh Zera sagte im Namen R. Mathnas im Namen Rabhs, und wie manche sagen, RabbiZera im Namen R. Mathnas im Namen Rabhs: Die Händearbeit einer Tochter, die von den Brüdern unterhalten wird, gehört ihr selber, denn es heißt: <i>ihr sollt sie euren Söhnen nach euch vererben</i>, sie euren Söhnen, nicht aber eure Töchter euren Söhnen; dies besagt, daß niemand das Anrecht seiner Tochter seinem Sohne vererben könne.
ב א"ל אבימי בר פפי שקוד אמרה שקוד מנו שמואל הא רב אמרה אימא אף שקוד אמרה אמר מר בר אמימר לרב אשי הכי אמרי נהרדעי הלכתא כוותיה דרב ששת רב אשי אמר הלכתא כוותיה דרב והלכתא כוותיה דרב:
2 Abimi b. Papi sprach zu ihm: Dies sagte der Strebsame. – Der Strebsame ist Šemuél, und dies sagte ja Rabh!? – Lies: dies sagte auch der Strebsame. Mar, der Sohn Amemars, sprach zu R. Aši: die Nehardee͑nser sagten, die Halakha sei wie R. Šešeth. R. Aši sagte: Die Halakha ist wie Rabh. Und die Halakha ist wie Rabh.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> המארס את בתו וגרשה אירסה ונתארמלה כתובתה שלו השיאה וגרשה השיאה ונתארמלה כתובתה שלה ר' יהודה אומר הראשונה של אב אמרו לו (אם) משהשיאה אין לאביה רשות בה:
3 <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINE</small> To<small>CHTER</small><small>VERLOBT UND SIE GESCHIEDEN WIRD, DANN</small> [<small>WIEDERUM</small>] <small>VERLOBT UND SIE VERWITWET WIRD, SO GEHÖRT IHRE</small> M<small>ORGENGABE</small><small>IHM; WENN ER SIE ABER VERHEIRATET UND SIE GESCHIEDEN WIRD, DANN</small> [<small>WIEDERUM</small>] <small>VERHEIRATET UND SIE VERWITWET WIRD, SO GEHÖRT IHRE</small> M<small>ORGENGABE</small><small>IHR SELBER</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, DIE ERSTE GEHÖRE DEM</small> V<small>ATER.</small> S<small>IE ERWIDERTEN IHM</small>: S<small>OBALD IHR</small> V<small>ATER SIE VERHEIRATET, HAT ER KEINE</small> G<small>EWALT MEHR ÜBER SIE</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> טעמא דהשיאה וגרשה השיאה ונתארמלה אבל נתארמלה תרי זמני תו לא חזיא לאינסובי ואגב אורחיה קא סתים לן תנא כרבי דאמר בתרי זמני הויא חזקה:
4 GEMARA. Nur verheiratet und geschieden, dann verheiratet und verwitwet, wenn aber eine zweimal verwitwet worden ist, ist sie zur Verheiratung nicht mehr geeignet; der Autor statuiert uns somit nebenbei übereinstimmend mit Rabbi, welcher sagt, mit zweimal erfolge eine Feststellung.
ה רבי יהודה אומר הראשונה של אב: מ"ט דרבי יהודה רבה ורב יוסף דאמרי תרוייהו הואיל ומשעת אירוסין זכה בהן האב
5 R. J<small>EHUDA SAGT, DIE ERSTE GEHÖRE DEM</small> V<small>ATER.</small> Was ist der Grund R. Jehudas? Rabba und R. Joseph erklärten beide: weil er sie bei der Verlobung erworbenhat.
ו מתיב רבא רבי יהודה אומר הראשונה של אב ומודה רבי יהודה במארס את בתו כשהיא קטנה ובגרה ואח"כ נשאת שאין לאביה רשות בה אמאי ה"נ לימא הואיל ומשעת אירוסין זכה בהן האב
6 Raba wandte ein: R. Jehuda sagt, die erste gehöre dem Vater; jedoch pflichtet R. Jehuda bei, daß wenn ein Vater seine Tochter minderjährig verlobt und sie darauf mannbar wird und sich verheiratet, er keine Gewalt über sie habe. Weshalb denn, auch hierbei sollte man sagen, er habe sie bei der Verlobung erworben!?
ז אלא אי אתמר הכי אתמר רבה ורב יוסף דאמרי תרוייהו הואיל וברשותו נכתבין
7 Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Rabba und R. Joseph erklärten beide: Weil sieunter seiner Gewalt verschrieben wurde. –
ח ומיגבא מאימת גביא
8 Wann beginnt das Einforderungsrecht? –
ט אמר רב הונא מנה מאתים מן האירוסין ותוספת מן הנשואין ורב אסי אמר אחד זה ואחד זה מן הנשואין
9 R. Hona sagt, der Mine und der zweihundert [Zuz]bei der Verlobung, der Zulagebei der Verheiratung. R. Asi sagt, dieses und jenes bei der Verheiratung. –
י ומי אמר רב הונא הכי והאתמר הוציאה עליו שתי כתובות אחת של מאתים ואחת של שלש מאות ואמר רב הונא באתה לגבות מאתים גובה מזמן ראשון שלש מאות גובה מזמן שני
10 Kann R. Hona dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, daß, wenn sie gegen ihn zwei Urkunden über die Morgengabe präsentiert, eine über zweihundert und eineüber dreihundert [Zuz], sie, wie R. Hona sagte, wenn sie zweihundert einfordern will, seit dem Datum der ersteren, und wenn sie dreihundert einfordern will, seit dem Datum der andereneinfordern könne.
יא ואם איתא תיגבי מאתים מזמן ראשון ומאה מזמן שני
11 Wenn dem nun so wäre, so sollte sie die zweihundert vom Datum der ersten ab und einhundert vom Datum der zweiten ab einfordern können!? –
יב ולטעמיך תיגבי חמש מאות כולם מאתים מזמן ראשון תלת מאה מזמן שני
12 Nach deiner Auffassung sollte sie doch die ganzen fünfhundert einfordern können, die zweihundert vom Datum der ersten ab und die dreihundert vom Datum der zweiten ab!?
יג אלא חמש מאות מ"ט לא גביא כיון דלא כתב לה צביתי ואוסיפית לך תלת מאה אמאתים הכי קאמר לה אי מזמן ראשון גביאת גביא מאתים אי מזמן שני גביאת גביא תלת מאה
13 Vielmehr kann sie fünfhundert deshalb nicht einfordern, weil er, da er ihr nicht geschrieben hat: außer den zweihundert [Zuz] füge ich dir freiwillig noch dreihundert hinzu, folgendes sagen wollte: willst du vom Datum der ersten ab einfordern, so fordere zweihundert ein, und willst du vom Datum der zweiten ab einfordern, so fordere dreihundert ein,