Kiddushin 106

Kapitel 106

א ולאו ממילא שמעת מינה תרגמה רבין סבא קמיה דרב אמר קרא הוא בהוייתו יהא
1 Ist dies denn nicht von selbst zu verstehen!? Rabin der Greis erklärte es vor Rabh: Die Schrift sagt <i>ist es</i>, es verbleibt bei seinem Sein.
ב ובהקדש במזיד קידש בשוגג לא קידש דברי ר"מ ר"י אומר בשוגג קידש במזיד לא קידש א"ר יעקב שמעית מינה דר' יוחנן תרתי שגגת מעשר דר' יהודה שגגת הקדש דר"מ שניהם אין אשה מתקדשת בהם
2 W<small>ENN MIT</small> G<small>EHEILIGTEM, SO HAT ER SIE SICH, FALLS VORSÄTZLICH, ANGETRAUT, FALLS VERSEHENTLICH, NICHT ANGETRAUT — SO</small> R. M<small>EÍR</small>; R. J<small>EHUDA SAGT, VERSEHENTLICH HABE ER SIE SICH ANGETRAUT, VORSÄTZLICH HABE ER SIE SICH NICHT ANGETRAUT</small>. R. Ja͑qob sagte: Ich habe von R. Joḥanan zwei Dinge gehört: vom Zehnten bei Unvorsätzlichkeit nach R. Jehuda, und vom Geheiligten bei Unvorsätzlichkeit nach R. Meír, [weshalb] bei beidem die Frau nicht angetraut sei.
ג חדא לפי שאין אשה רוצה וחדא לפי שאין שניהם רוצים ולא ידענא הי מינייהו אמר ר' ירמיה ניחזי אנן מעשר איהי לא ניחא לה משום טרחא דאורחא איהו ניחא ליה דניקני איתתא ממילא אלא הקדש תרוייהו לא ניחא להו דנתחיל הקדש על ידייהו
3 Hinsichtlich des einen [erklärte er,] weil die Frau es nicht wünsche, und hinsichtlich des einen, weil beide es nicht wünschen; ich weiß aber nicht, von welchem von diesen. R. Jirmeja sagte: Wir wollen nun sehen; beim Zehnten wünscht sie es nicht, wegen der Reisebeschwerden, ihm aber ist es erwünscht, sich eine Frau umsonst anzueignen; beim Geheiligten wünschen beide nicht, daß ihretwegen das Geheiligte entweiht werde.
ד ור' יעקב אמר איפכא מסתברא מי לא איכא למימר מעשר איהי לא ניחא לה משום טירחא דאורחא איהו לא ניחא ליה משום אונסא דאורחא אלא הקדש בשלמא איהי לא ניחא לה דנתחיל הקדש על ידה אלא איהו מי לא ניחא ליה דניקני איתתא ממילא
4 R. Ja͑qob sagte: Das Entgegengesetzte leuchtet ein: beim Zehnten kann man sagen, sie wünsche es nicht, wegen der Reisebeschwerden, und er wünsche es nicht, wegen eines Reiseunfalles, beim Geheiligten aber wünscht sie allerdings nicht, daß ihretwegen das Geheiligte entweiht werde, aber ist es etwa ihm nicht erwünscht, sich eine Frau umsonst anzueignen!?
ה בעא מיניה רבא מרב חסדא אשה אין מתקדשת מעות מהו שיצאו לחולין אמר ליה אשה אין מתקדשת מעות היאך יצאו לחולין
5 Raba fragte R. Ḥisda: Die Frau ist ihm nicht angetraut, aber wird das Geld profan? Dieser erwiderte: Wieso sollte, wenn die Frau ihm nicht angetraut wird, das Geld profan werden!?
ו בעא מינה רב חייא בר אבין מרב חסדא במכר מאי אמר ליה אף במכר לא קנה
6 R. Ḥija b. Abin fragte R. Ḥisda: Wie verhält es sich beim Verkaufe? Dieser erwiderte: Auch beim Verkaufe erfolgt keine Aneignung.
ז איתיביה חנוני כבעל הבית דברי ר"מ ר' יהודה אומר חנוני כשולחני
7 Er wandte gegen ihn ein: Ein Krämer gleicht einem Privatmanne — so R. Meír; R. Jehuda sagt, ein Krämer gleiche einem Geldwechsler.
ח עד כאן לא קא מיפלגי אלא דמר סבר חנוני כשולחני ומר סבר חנוני כבעל הבית אבל דכולי עלמא אם הוציא מעל רבי מאיר לדבריו דר' יהודה קאמר לדידי אם הוציא נמי לא מעל אלא לדידך אודי לי מיהא דחנוני כבעל הבית ואמר ליה לא כשולחני
8 Ihr Streit besteht nur insofern, indem der eine sagt, der Krämer gleiche einem Geldwechsler, und der andere sagt, der Krämer gleiche einem Privatmanne, alle stimmen jedoch überein, daß, wenn er es ausgegeben hat, eine Veruntreuung erfolgt sei!? — R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas: nach meiner Ansicht ist, wenn er es ausgegeben hat, keine Veruntreuung erfolgt, aber auch du solltest mir beipflichten, daß der Krämer einem Privatmanne gleiche; dieser aber erwiderte ihm: nein, er gleicht einem Geldwechsler.
ט אמר רב
9 Rabh sagte: