Kiddushin 109

Kapitel 109

א תנן התם בהמה שנמצאת מירושלים למגדל עדר וכמדתה לכל רוח זכרים עולות נקבות זבחי שלמים ...
1 Dort haben wir gelernt: Wenn ein Vieh zwischen Jerušalem und Migdal Eder gefunden wird, und in derselben Entfernung im ganzen Umkreise [von Jerušalem], so ist es, wenn ein Männchen, ein Brandopfer, und wenn ein Weibchen, ein Heilsopfer.
ב אלא זכרים עולות הוא דהוו זבחי שלמים לא הוו אמר ר' אושעיא הכא בבא לחוב בדמיהן עסקינן והכי קאמר חיישינן שמא עולות ורבי מאיר היא דאמר הקדש במזיד מתחלל
2 Können denn Männchen nur Brandopfer sein und nicht auch Heilsopfer!? R. Ošaja erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man sich für den Geldwert verpflichtet, und er meint es wie folgt: man berücksichtige, es kann ein Brandopfer sein. Dies nach R. Meír, welcher sagt, das Geheiligte könne vorsätzlich entweiht werden. —
ג וקדושת הגוף מי מתחלל והתנן אין מועל אחר מועל במוקדשין אלא בבהמה ובכלי שרת בלבד
3 Wird denn das an sich Heilige entweiht, wir haben ja gelernt: Eine Veruntreuung nach einer Veruntreuung am Geheiligten gibt es nur bei einem Vieh und einem Dienstgeräte.
ד כיצד היה רוכב על גבי בהמה בא חבירו ורכב בא חבירו ורכב כולם מעלו היה שותה בכוס של זהב בא חבירו ושתה בא חבירו ושתה כולם מעלו ההיא ר' יהודה היא הא ר' מאיר
4 Wenn zum Beispiel einer das Vieh geritten hat, darauf ein anderer gekommen ist und es geritten hat, und darauf ein anderer gekommen ist und es geritten hat, so haben alle eine Veruntreuung begangen. Wenn einer aus einem goldenen Becher getrunken hat, darauf ein anderer gekommen ist und daraus getrunken hat, und darauf ein anderer gekommen ist und daraus getrunken hat, so haben alle eine Veruntreuung begangen. — Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, während dort die Ansicht R. Meírs vertreten ist —
ה מדרבי יהודה נשמע לרבי מאיר לאו אמר רבי יהודה הקדש בשוגג מתחלל וקדושת הגוף לא מתחלא לר"מ נמי אע"ג דהקדש במזיד מתחלל קדושת הגוף לא מתחלא התם לא קא מכוין לאפוקינהו לחולין הכא קא מכוין לאפוקינהו לחולין
5 Von R. Jehuda ist ja aber auf R. Meír zu schließen: nach R. Jehuda wird Geheiligtes versehentlich entweiht, jedoch wird das an sich Heilige nicht entweiht, ebenso sollte auch nach R. Meír, obgleich nach ihm Geheiligtes vorsätzlich entweiht wird, das an sich Heilige nicht entweiht werden!? — Da beabsichtigte er nicht, es zu profanieren, hierbei aber beabsichtigte er, es zu profanieren. —
ו אימר דשמעת ליה לרבי מאיר בקדשי קדשים בקדשים קלים מי שמעת ליה א"ל ההוא מרבנן ורבי יעקב שמיה קל וחומר קדשי קדשים מתחללים קדשים קלים לא כל שכן
6 Allerdings sagt es R. Meír von Hochheiligem, sagte er es etwa auch von Minderheiligem!? Einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob, erwiderte: Es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Hochheilige entweiht wird, um wieviel mehr das Minderheilige.
ז איתמר נמי אמר ר' חמא בר' עקיבא אמר רבי יוסי בר' חנינא אומר היה ר"מ הקדש במזיד מתחלל בשוגג אין מתחלל אחד קדשי קדשים ואחד קדשים קלים קל וחומר קדשי קדשים מתחללים קדשים קלים לא כל שכן
7 Es wurde auch gelehrt: R. Ḥama b. U͑qaba sagte: R. Jose b. Ḥanina sagte, R. Meír sei der Ansicht, das Geheiligte werde vorsätzlich entweiht, versehentlich aber nicht entweiht. Dies gilt sowohl vom Hochheiligen als auch vom Minderheiligen, denn es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Hochheilige entweiht wird, um wieviel mehr das Minderheilige.