Kiddushin 112

Kapitel 112

א כשברח וטעמא דברח הא לא ברח קנסינן למוכר ונקנסיה ללוקח לאו עכברא גנב אלא חורא גנב
1 Wenn [der Verkäufer] entflohen ist. — Nur weil er entflohen ist, wenn er aber nicht entflohen ist, maßregle man den Verkäufer; man sollte doch den Käufer maßregeln!? — Nicht die Maus hat gestohlen, sondern das Loch. —
ב ואי לא עכברא חורא מאי קעביד מסתברא כל היכא דאיכא איסורא התם קנסינן
2 Wenn nicht die Maus, würde ja das Loch nichts getan haben!? — Es ist einleuchtend, daß der zu maßregeln ist, bei dem das Verbotene sich befindet.
ג <big><strong>מתני׳</strong></big> המקדש בערלה בכלאי הכרם בשור הנסקל ובעגלה ערופה בצפורי מצורע ובשער נזיר ופטר חמור ובשר בחלב וחולין שנשחטו בעזרה אינה מקודשת מכרן וקידש בדמיהן מקודשת
3 <b>W</b><small>ENN JEMAND SICH</small> [<small>EINE</small> F<small>RAU</small>] <small>ANTRAUT MIT</small> U<small>NGEWEIHTEM</small>, M<small>ISCHFRUCHT (DES</small> W<small>EINBERGS), EINEM ZU STEINIGENDEN</small> R<small>INDE, DEM GENICKBROCHENEN</small> K<small>ALBE, DEN</small> V<small>ÖGELN</small> <small>DES</small> A<small>USSÄTZIGEN, DEM</small> H<small>AARE</small> <small>DES</small> N<small>AZIRS, DEM</small> E<small>RSTGEBORENEN</small> <small>DES</small> E<small>SELS</small>, F<small>LEISCH MIT</small> M<small>ILCH</small> <small>ODER IM</small> T<small>EMPELHOFE GESCHLACHTETEM</small> P<small>ROFANEM, SO IST SIE IHM NICHT ANGETRAUT</small>; <small>HAT ER DIESE VERKAUFT UND SIE SICH MIT DEM</small> E<small>RLÖSE ANGETRAUT, SO IST SIE IHM ANGETRAUT</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> בערלה מנלן דתניא (ויקרא יט, כג) ערלים לא יאכל אין לי אלא איסור אכילה הנאה מנין שלא יהנה ממנו ולא יצבע בו ולא ידליק בו את הנר ת"ל (ויקרא יט, כג) וערלתם (את) ערלתו לרבות את כולם
4 GEMARA. M<small>IT</small> U<small>NGEWEIHTEM</small>. Woher dies? — Es wird gelehrt: <i>Ungeweiht, es darf nicht gegessen werden</i>; ich weiß dies nur vom Verbote des Essens, woher dies von der Nutznießung, daß man es nicht benutzen darf, damit nicht färben darf und es nicht in der Lampe brennen darf? Es heißt: <i>ihr sollt es als ungeweiht verrufen</i>, dies schließt alles ein.
ה בכלאי הכרם מנלן אמר חזקיה אמר קרא (דברים כב, ט) פן תקדש פן תוקד אש
5 M<small>ISCHFRUCHT</small> (<small>DES</small> W<small>EINBERGS</small>). Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: <i>damit es nicht heilig werde</i>, damit es nicht im Feuer verbrannt werde.
ו רב אשי אמר פן יהיה קדש אי מה קדש תופס את דמיו ויוצא לחולין אף כלאי הכרם תופס את דמיו ויוצא לחולין אלא מחוורתא כדחזקיה
6 R. Aši erklärte: Damit es nicht Geheiligtes sei. — Demnach sollte doch, wie das Geheiligte den Erlös erfaßt und profan wird, auch die Mischfrucht (des Weinbergs) den Erlös erfassen und profan werden!? — Am richtigsten ist vielmehr die Erklärung Ḥizqijas.
ז שור הנסקל מנין דתניא ממשמע שנאמר (שמות כא, כח) סקול יסקל השור איני יודע שנבילה היא ונבילה אסורה באכילה מה ת"ל לא יאכל את בשרו מגיד לך שאם שחטו לאחר שנגמר דינו אסור באכילה
7 Z<small>U STEINIGENDEN</small> R<small>INDE</small>. Woher dies? — Es wird gelehrt: Ich weiß es ja schon aus den Worten: <i>das Rind soll gesteinigt werden</i>, da es Aas und das Aas zum Essen verboten ist, und wenn es noch heißt: <i>das Fleisch darf nicht gegessen werden</i>, so besagt dies, daß, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, es zum Essen verboten sei. —
ח בהנאה מנין ת"ל (שמות כא, כח) ובעל השור נקי מאי משמע שמעון בן זומא אומר כאדם שאומר לחבירו יצא פלוני נקי מנכסיו ואין לו בהם הנאה של כלום
8 Woher dies von der Nutznießung? — Es heißt: <i>und der Besitzer des Rindes ist frei</i>. Wieso geht dies hieraus hervor? Šimo͑n b. Zoma erklärte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: jener ist seines Vermögens frei, ohne davon irgend etwas zu haben. —
ט ממאי דהאי לא יאכל את בשרו להיכא דשחיט לאחר שנגמר דינו הוא דאתא דילמא היכא דשחיט לאחר שנגמר דינו שרי והא לא יאכל היכא דסקליה מיסקל הוא דאתא וכדר' אבהו א"ר אלעזר
9 Woher, daß [die Worte:] <i>und das Fleisch darf nicht gegessen werden</i>, sich auf den Fall beziehen, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, vielleicht ist es, wenn er es nach der Aburteilung geschlachtet hat, erlaubt, und [die Worte:] <i>darf nicht gegessen werden</i>, beziehen sich auf den Fall, wenn es gesteinigt worden ist, und zwar nach
י דא"ר אבהו א"ר אלעזר כל מקום שנאמר לא יאכל לא תאכל ולא תאכלו אחד איסור אכילה ואחד איסור הנאה עד שיפרט לך הכתוב כדרך שפרט לך בנבילה
10 R. Abahu im Namen R. Elea͑zars!? R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Elea͑zars: Überall, wo es heißt: <i>darf nicht gegessen werden, du darfst nicht essen</i>, oder: <i>ihr dürft nicht essen</i>, ist sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift [das Entgegengesetzte] ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Aase hervorgehoben hat. —
יא הני מילי היכא דנפקא לן איסור אכילה מלא יאכל הכא איסור אכילה מסקול יסקל נפקא דאי ס"ד לאיסור הנאה הוא דכתיב נכתוב קרא לא יהנה
11 Dies nur, wenn das Verbot des Essens aus [den Worten] <i>darf nicht gegessen werden</i> hervorgeht, hierbei aber geht das Verbot des Essens aus [den Worten] <i>soll gesteinigt, werden</i> hervor; wenn man sagen wollte, sie deuten auf das Verbot der Nutznießung, so sollte doch der Schriftvers lauten: es soll davon nichts genossen werden,
יב אי נמי לא יאכל את בשרו למה לי אע"ג דשחטיה כעין בשר אסור
12 oder: es soll nicht gegessen werden, wenn es aber <i>das Fleisch</i> heißt, so besagt dies, selbst wenn er es geschlachtet und zu Fleisch gemacht hat, sei es verboten.
יג מתקיף לה מר זוטרא ואימא ה"מ היכא דבדק צור ושחט בה דמיחזי כסקילה אבל שחטיה בסכין לא מידי סכין באורייתא כתיב ועוד תניא בכל שוחטין בין בצור בין בזכוכית בין בקרומית של קנה
13 Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht nur in dem Falle, wenn er einen Stein untersucht und damit geschlachtet hat, sodaß es den Anschein der Steinigung hat, nicht aber, wenn er es mit einem Messer geschlachtet hat!? — Wird denn in der Tora ein Messer genannt!? Ferner wird gelehrt, man dürfe mit allem schlachten, mit einem Steine, mit Glas oder mit einem Rohre. —
יד והשתא דנפקא לן איסור אכילה ואיסור הנאה תרוייהו מלא יאכל האי בעל השור נקי למאי אתא להנאת עורו סלקא דעתך אמינא לא יאכל את בשרו כתיב בשרו אסור ועורו מותר
14 Wozu sind nun, wo wir das Verbot des Essens und das Verbot der Nutznießung aus [den Worten:] <i>darf nicht gegessen werden</i>, folgern, [die Worte:] <i>der Besitzer des Rindes ist frei</i>, nötig!? — Wegen der Nutznießung der Haut. Da es heißt: <i>das Fleisch darf nicht gegessen werden</i>, könnte man glauben, nur das Fleisch sei verboten, die Haut aber erlaubt. —
טו ולהנך תנאי דמפקי ליה האי בעל השור נקי לחצי כופר ולדמי ולדות הנאת עורו מנא להו
15 Woher entnehmen jene Autoren, die aus [den Worten:] <i>der Besitzer des Rindes ist frei</i>, hinsichtlich des halben Lösegeldes und der Zahlung für die Kinder folgern, [das Verbot] der Nutznießung der Haut? —
טז מאת בשרו את הטפל לבשרו ואידך
16 Aus: <i>das [eth] Fleisch</i>, das zum Fleische gehörige. — Und jener!? —