Kiddushin 113

Kapitel 113

א את לא דריש כדתניא שמעון העמסוני ואמרי לה נחמיה העמסוני היה דורש כל אתין שבתורה כיון שהגיע (דברים ו, יג) לאת ה' אלהיך תירא פירש
1 Er verwendet das <i>eth</i> nicht zur Schriftforschung. Es wird nämlich gelehrt: Šimo͑n I͑msoni, manche sagen, Neḥemja I͑msoni, interpretierte sämtliche <i>eth</i> in der Tora, als er aber herankam [zum Schriftverse:] <i>den [eth] Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten</i>, zog er sich zurück.
ב אמרו לו תלמידיו רבי כל אתין שדרשת מה תהא עליהם אמר להם כשם שקבלתי שכר על הדרישה כך קבלתי על הפרישה עד שבא רבי עקיבא ולימד את ה' אלהיך תירא לרבות תלמידי חכמים
2 Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was soll aus all den Forschungen werden, die du aus <i>eth</i> eruiert hast!? Dieser erwiderte: Wie ich einen Lohn für die Forschung zu erwarten hätte, ebenso habe ich einen Lohn zu erwarten für die Zurückziehung. Als aber R. A͑qiba kam, lehrte er: <i>Den Herrn, deinen Gott, sollst da fürchten</i>, dies schließt die Schriftgelehrten ein.
ג בעגלה ערופה מנלן אמרי דבי רבי ינאי כפרה כתיב בה כקדשים
3 D<small>EM GENICKBROCHENEN</small> K<small>ALBE</small>. Woher dies? — In der Schule R. Jannajs sagten sie: Bei diesem wird [das Wort] <i>Sühne</i> gebraucht, wie bei den Opfern.
ד ציפורי מצורע מנלן דתנא דבי רבי ישמעאל נאמר מכשיר ומכפר מבפנים ונאמר מכשיר ומכפר מבחוץ
4 D<small>EN</small> V<small>ÖGELN DES</small> A<small>USSÄTZIGEN</small>. Woher dies? — In der Schule R. Jišma͑éls wird gelehrt: Es gibt tauglichmachende [Opfer] und sühnende innerhalb und es gibt tauglichmachende und sühnende außerhalb,
ה מה מכשיר ומכפר האמור בפנים עשה בו מכשיר כמכפר אף מכשיר ומכפר האמור בחוץ עשה בו מכשיר כמכפר
5 wie bei den tauglichmachenden und sühnenden innerhalb die tauglichmachenden den sühnenden gleichen, ebenso gleichen bei den tauglichmachenden und sühnenden außerhalb die tauglichmachenden den sühnenden.
ו איתמר ציפורי מצורע מאימתי אסורים רבי יוחנן אמר משעת שחיטה ור"ל אמר משעת לקיחה ר' יוחנן אמר משעת שחיטה שחיטה הוא דאסרה לה ר"ל אמר משעת לקיחה מעגלה ערופה נפקא מה עגלה ערופה מחיים אף ציפורי מצורע מחיים
6 Es wurde gelehrt: Wann werden die Vögel des Aussätzigen verboten? — R. Joḥanan sagt, vom Schlachten ab, Reš Laqiš sagt, vom Nehmen ab. R. Joḥanan sagt, vom Schlachten ab, weil sie durch das Schlachten verboten werden. Reš Laqiš sagt, vom Nehmen ab, weil dies durch [das Wort] <i>nehmen</i> vom genickbrochenen Kalbe zu folgern ist. —
ז ועגלה ערופה גופה מאימתי א"ר ינאי גבול שמעתי בה ושכחתי ונסבין חבריא לומר ירידתה לנחל איתן היא אוסרתה אי מה עגלה ערופה משעת לקיחה לא מיתסרא אף ציפורי מצורע נמי משעת לקיחה לא מיתסרי הכי השתא התם אית ליה גבול אחרינא הכא מי אית ליה גבול אחרינא
7 Wann wird es das genickbrochene Kalb selbst? R. Jannaj erwiderte: Ich hörte diesbezüglich eine Zeitgrenze, habe sie aber vergessen; die Genossen meinen jedoch, das Hinabbringen zum Felstale mache es verboten. — Demnach sollten doch, wie das genickbrochene Kalb nicht schon beim Nehmen verboten wird, auch die Vögel des Aussätzigen nicht schon dann verboten werden!? — Es ist nicht gleich; bei jenem gibt es eine andere Zeitgrenze, aber gibt es etwa bei diesen eine andere Zeitgrenze!?
ח איתיביה ר' יוחנן לריש לקיש (דברים יד, יא) כל צפור טהורה תאכלו לרבות את המשולחת וזה אשר לא תאכלו מהם לרבות את השחוטה ואי ס"ד מחיים אסורה לאחר שחיטה מיבעיא מהו דתימא מידי דהוה אקדשים דמחיים אסירי ואתיא שחיטה ומכשרה להו קמ"ל
8 R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: <i>Jeden reinen Vogel dürft ihr essen</i>, dies schließt den fortgeflogenen ein; <i>folgende sind es, die ihr von ihnen nicht essen dürft</i>, dies schließt den geschlachteten ein. Wenn man sagt, er sei schon lebend verboten, so ist er es ja nach dem Schlachten selbstverständlich!? — Man könnte glauben, bei diesen verhalte es sich wie bei den Opfertieren, die lebend verboten sind und durch das Schlachten erlaubt werden, so lehrt er uns.
ט איתיביה שחטה ונמצאת טריפה יקח זוג לשניה והראשונה מותרת בהנאה ואי ס"ד מחיים אסורה הראשונה אמאי מותרת בהנאה א"ל הכא במאי עסקינן כגון שנמצאת טריפה בבני מעיה דלא חל עלה קדושה כלל
9 Er wandte gegen ihn ein: Wenn er nach dem Schlachten totverletzt befunden wird, so nehme man für den anderen ein anderes Paarstück, und der erste ist zur Nutznießung erlaubt. Wieso ist der erste, wenn man sagt, er sei schon lebend verboten, zur Nutznießung erlaubt!? Dieser erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er an den Eingeweiden totverletzt befunden wurde, sodaß er überhaupt nicht heilig war.
י איתיביה שחטה שלא באזוב ושלא בעץ ארז ושלא בשני תולעת ר' יעקב אומר הואיל והוקצה למצותה אסורה רבי שמעון אומר הואיל ונשחטה שלא כמצותה מותרת
10 Er wandte gegen ihn ein: Hat man ihn ohne Ysop, ohne Zedernholz und ohne Karmesinwolle geschlachtet, so ist er, wie R. Ja͑qob sagt, da er zu Gebotszwecken bestimmt worden ist, verboten, und wie R. Šimo͑n sagt, da er nicht nach Vorschrift geschlachtet worden ist, erlaubt.
יא עד כאן לא פליגי אלא מר סבר שחיטה שאינה ראויה שמה שחיטה ומר סבר שחיטה שאינה ראויה לא שמה שחיטה דכולי עלמא מיהא מחיים לא מיתסרא
11 Ihr Streit besteht nur darin, indem einer der Ansicht ist, die ungültige Schlachtung gelte als Schlachtung, und der andere der Ansicht ist, die ungültige Schlachtung gelte nicht als Schlachtung, alle aber stimmen überein, daß er lebend nicht verboten sei!? —
יב תנאי היא דתנא דבי ר' ישמעאל נאמר מכשיר ומכפר מבפנים ונאמר מכשיר ומכפר בחוץ
12 Hierüber streiten Tannaím, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es gibt tauglichmachende [Opfer] und sühnende innerhalb und es gibt tauglichmachende und sühnende außerhalb,
יג מה מכשיר ומכפר האמור בפנים עשה בו מכשיר כמכפר אף מכשיר ומכפר האמור בחוץ עשה בו מכשיר כמכפר
13 wie bei den tauglichmachenden und sühnenden innerhalb die tauglichmachenden den sühnenden gleichen, ebenso gleichen beim tauglichmachenden und sühnenden außerhalb die tauglichmachenden den sühnenden.
יד גופא כל צפור טהורה תאכלו לרבות את המשולחת וזה אשר לא תאכלו מהם לרבות את השחוטה
14 Der Text. <i>Jeden reinen Vogel dürft ihr essen</i>, dies schließt den fortgeflogenen ein, <i>folgende sind es, die ihr von ihnen nicht essen dürft</i>, dies schließt den geschlachteten ein. Vielleicht entgegengesetzt!?
טו ואיפוך אנא אמר רבי יוחנן משום ר"ש בן יוחי לא מצינו בעלי חיים שאסורים מתקיף לה רב שמואל בר רב יצחק ולא הרי
15 R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wir finden nicht, daß Lebendes verboten wäre. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq wandte ein: Etwa nicht,