Kiddushin 125

Kapitel 125

א (דברים כג, טז) לא תסגיר עבד אל אדוניו רבי אומר בלוקח עבד על מנת לשחררו הכתוב מדבר היכי דמי אמר רב נחמן בר יצחק כגון דכתב ליה לכשאקחך הרי עצמך קנוי לך מעכשיו
1 <i>Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern</i>. Rabbi sagte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den jemand zur Freilassung gekauft hat. Dies bezieht R. Naḥman b. Jiçḥaq auf den Fall, wenn er ihm wie folgt geschrieben hat: wenn ich dich gekauft habe, sei dir deine Person von jetzt ab zugeeignet.
ב רבי מאיר דתניא האומר לאשה הרי את מקודשת לי לאחר שאתגייר לאחר שתתגיירי לאחר שאשתחרר לאחר שתשתחררי לאחר שימות בעליך לאחר שתמות אחותיך לאחר שיחלוץ לך יבמיך אינה מקודשת רבי מאיר אומר מקודשת רבי יוחנן הסנדלר אומר אינה מקודשת
2 R. Meír, denn es wird gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut, nachdem ich Proselyt geworden bin, nachdem du Proselytin geworden bist, nachdem ich Freier geworden bin, nachdem du Freie geworden bist, nachdem dein Marni gestorben ist, nachdem deine Schwester gestorben ist, nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut. R. Meír sagt, sie sei ihm angetraut. R. Joḥanan der Schuster sagt, sie sei ihm nicht angetraut.
ג רבי יהודה הנשיא אומר מקודשת ומה טעם אמרו אינה מקודשת משום איבה
3 R. Jehuda der Fürst sagte: Eigentlich ist sie ihm angetraut, und nur wegen der Feindschaft sagten sie, sie sei ihm nicht angetraut. —
ד ונחשוב נמי רבי יהודה הנשיא היינו רבי היינו ר' יהודה הנשיא
4 Sollte er auch R. Jehuda den Fürsten mitzählen!? — Rabbi ist mit R. Jehuda dem Fürsten identisch. —
ה ונחשוב נמי רבי עקיבא דתניא קונם שאני עושה לפיך אין צריך להפר
5 Sollte er auch R. A͑qiba mitzählen!? Es wird nämlich gelehrt: [Sagte sie:] Qonam sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er es nicht aufzuheben.
ו רבי עקיבא אומר יפר שמא תעדיף עליו יתר מן הראוי לו האיתמר עלה אמר רב הונא בריה דרב יהושע באומרת יקדשו ידי לעושיהם וידים איתנהו בעולם
6 R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt. — Hierzu wurde ja gelehrt: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte, wenn sie gesagt hat: meine Hände mögen ihrem Schöpfer geheiligt sein, und ihre Hände sind auf der Welt vorhanden.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> האומר לאשה הרי את מקודשת לי על מנת שאדבר עליך לשלטון ואעשה עמך כפועל דבר עליה לשלטון ועשה עמה כפועל מקודשת ואם לאו אינה מקודשת
7 <b>W</b><small>ENN JEMAND ZU EINER</small> F<small>RAU SAGT: SEI MIR ANGETRAUT MIT DER</small> B<small>EDINGUNG, DASS ICH FÜR DICH BEI DER</small> R<small>EGIERUNG SPRECHEN WERDE, ODER: BEI DIR ALS</small> T<small>AGELÖHNER ARBEITEN WERDE, SO IST SIE, WENN ER FÜR SIE BEI DER</small> R<small>EGIERUNG GESPROCHEN ODER BEI IHR ALS</small> T<small>AGELÖHNER GEARBEITET HAT, IHM ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר ריש לקיש והוא שנתן לה שוה פרוטה ובשכר לא והתניא בשכר שהרכבתיך על החמור שהושבתיך בקרון או בספינה אינה מקודשת
8 GEMARA. Reš Laqiš sagte: Dies nur, wenn er ihr den Wert einer Peruṭa gegeben hat. — Etwa nicht mit dem Lohne, es wird ja gelehrt, wenn [er zu ihr sagt:] mit dem Lohne dafür, daß ich dich auf dem Esel reiten ließ, daß ich dich auf dem Wagen oder dem Schiffe sitzen ließ, sei sie ihm nicht angetraut, wenn aber:
ט בשכר שארכיבך על החמור שאושיבך בקרון או בספינה מקודשת וכי תימא ה"נ בדיהב לה שוה פרוטה והא בשכר קאמר
9 mit dem Lohne dafür, daß ich dich auf dem Esel reiten lassen werde, daß ich dich auf dem Wagen oder dem Schiffe sitzen lassen werde, sei sie ihm angetraut!? Wolltest du erwidern, auch dies in dem Falle, wenn er ihr den Wert einer Peruṭa gegeben hat, so heißt es ja: mit dem Lohne!?
י ועוד תניא שב עמי בצוותא ואקדש לך שחוק לפני רקוד לפני עשה כדימוס הזה שמין אם יש בו שוה פרוטה מקודשת ואם לאו אינה מקודשת וכי תימא ה"נ בדיהב לה שוה פרוטה והא שמין אותו קאמר תיובתא דריש לקיש
10 Ferner wird gelehrt: [Sagt sie:] leiste mir Gesellschaft, so will ich dir angetraut sein, oder: spiele vor mir, tanze vor mir, mache ein solches Bauwerk, so schätze man: ist dies eine Peruṭa wert, so ist sie ihm angetraut, wenn aber nicht, so ist sie ihm nicht angetraut. Wolltest du erwidern, auch dies in dem Falle, wenn er ihr eine Peruṭa gegeben hat, so heißt es ja: schätze man!? Dies ist eine Widerlegung des Reš Laqiš!? —
יא אמר לך ריש לקיש האי תנא ברא סבר אינה לשכירות אלא לבסוף ותנא דידן סבר ישנה לשכירות מתחילה ועד סוף
11 Reš Laqiš kann dir erwidern: der Autor der Barajtha ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei erst bei Beendigung fällig, und unser Autor ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigung fällig. —
יב ומאי דוחקיה דריש לקיש לאוקמיה למתניתין בישנה לשכירות מתחילה ועד סוף ובדיהב לה
12 Was veranlaßt Reš Laqiš zu der Erklärung, nach unserer Mišna sei der Arbeitslohn vom Beginne bis zur Beendigung fällig, wenn er ihr [eine Peruṭa] gegeben hat?
יג אמר רבא מתניתין קשיתיה מאי איריא דתני על מנת ניתני בשכר אלא ש"מ כל על מנת היכא דיהב לה הוא
13 Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm auffallend: weshalb heißt es ‘mit der Bedingung’, es sollte doch ‘mit dem Lohne’ heißen!? Wahrscheinlich ist hieraus zu entnehmen, daß unter ‘mit der Bedingung’ zu verstehen sei, wenn er ihr [eine Peruṭa] gegeben hat.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> על מנת שירצה אבא רצה האב מקודשת ואם לאו אינה מקודשת מת האב הרי זו מקודשת מת הבן מלמדין האב לומר שאינו רוצה
14 <b>S</b><small>AGT ER:</small>]<small> MIT DER</small> B<small>EDINGUNG, DASS MEIN</small> V<small>ATER EINVERSTANDEN SEIN</small> <small>WIRD, SO IST SIE IHM, WENN SEIN VATER EINVERSTANDEN IST, ANGETRAUT, WENN ABER NICHT, NICHT ANGETRAUT</small>. S<small>TIRBT DER</small> V<small>ATER, SO IST SIE IHM ANGETRAUT; STIRBT DER</small> S<small>OHN, SO BELEHRE MAN DEN</small> V<small>ATER ZU SAGEN, ER SEI NICHT EINVERSTANDEN</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי על מנת שירצה אבא אילימא עד דאמר אבא אין אימא מציעתא מת האב הרי זו מקודשת והא לא אמר אין אלא
15 GEMARA. Was heißt: mit der Bedingung, daß mein Vater einverstanden sein wird; wollte man sagen, daß der Vater ‘ja’ sagen werde, wieso heißt es im Mittelsatze, wenn der Vater stirbt, sei sie ihm angetraut, er hat ja nicht ‘ja’ gesagt!?