Kiddushin 127

Kapitel 127

א נאמן לנדרים ולחרמים ולהקדשות ולערכים אבל לא למכות ולעונשין
1 so ist er glaubhaft hinsichtlich der Gelübde, der Banngelübde, der Heiligung und der Schätzgelübde; nicht aber hinsichtlich der Geißelung und der Strafbarkeit.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> קדשתי את בתי קדשתיה וגרשתיה כשהיא קטנה והרי היא קטנה נאמן קדשתיה וגרשתיה כשהיא קטנה והרי היא גדולה אינו נאמן נשבית ופדיתיה בין שהיא קטנה בין שהיא גדולה אינו נאמן
2 <b>W</b><small>ENN JEMAND SAGT</small>,] <small>ER HABE SEINE</small> T<small>OCHTER WÄHREND IHRER</small> M<small>INDERJÄHRIGKEIT ANGETRAUT</small>, <small>ODER ANGETRAUT UND FÜR SIE DIE</small> S<small>CHEIDUNG IN</small> E<small>MPFANG GENOMMEN</small>, <small>UND SIE NOCH MINDERJÄHRIG IST</small>, <small>SO IST ER GLAUBHAFT</small>; <small>WENN ABER</small>: <small>ICH HABE MEINE</small> T<small>OCHTER WÄHREND IHRER</small> M<small>INDERJÄHRIGKEIT ANGETRAUT UND IHRE</small> S<small>CHEIDUNG IN</small> E<small>MPFANG GENOMMEN</small>, <small>UND SIE GROSSJÄHRIG IST</small>, <small>SO IST ER NICHT GLAUBHAFT</small>. [S<small>AGT ER</small>:] <small>SIE WAR GEFANGEN</small> <small>UND ICH HABE SIE AUSGELÖST</small>, <small>SO IST ER</small>, <small>EINERLEI OB SIE MINDERJÄHRIG ODER GROSSJÄHRIG IST</small>, <small>NICHT GLAUBHAFT</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי שנא רישא ומאי שנא סיפא רישא בידיה סיפא לאו בידיה
3 GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze? – Im Anfangsatze liegt es in seiner Hand, im Schlußsatze liegt es nicht in seiner Hand. –
ד ולא והרי בידו להשיאה לחלל דקא פסלה מכהונה
4 Etwa nicht, es liegt ja in seiner Hand, sie an einen Entweihten zu verheiraten und sie dadurch für die Priesterschaft untauglich zu machen!? –
ה הא לא קשיא כרבי דוסתאי בן יהודה דאמר בנות ישראל מקוה טהרה לחללין
5 Das ist kein Einwand; nach R. Dostaj b. Jehuda, welcher sagt, die Töchter Jisraéls gelten als Reinigungsbad für die Entweihten. –
ו והרי בידו להשיאה לממזר כרבי עקיבא דאמר אין קדושין תופסין בחייבי לאוין
6 Es liegt ja in seiner Hand, sie an ein Hurenkind zu verheiraten!? – Nach R. A͑qiba, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauung sei ungültig. –
ז הרי בידו להשיאה אלמנה לכהן גדול וכר' סימאי דתניא ר' סימאי אומר מן הכל עושה ר' עקיבא ממזר חוץ מאלמנה לכהן גדול שהרי אמרה תורה (ויקרא כא, ז) לא יקח (ויקרא כא, ו) ולא יחלל חלולים עושה ואין עושה ממזרים
7 Es liegt ja in seiner Hand, sie als Witwe an einen Hochpriester zu verheiraten!? Dies nach R. Simaj, denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allen macht nach R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] des Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt: <i>er soll sie nicht nehmen</i>, und: <i>er soll nicht entweihen</i>, er erzeugt Entweihte und nicht Hurenkinder. –
ח כר' ישבב דאמר בואו ונצווח על עקיבא בן יוסף שהיה אומר כל שאין לו ביאה בישראל הולד ממזר
8 Nach R. Ješebab, denn er sagte: Kommt, wir wollen mit R. A͑qiba hadern, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf Erzeugte sei ein Hurenkind. –
ט הניחא לר' ישבב אי לטעמיה דנפשיה שפיר אלא אי לאפוקי מטעמא דר' סימאי קאתי הרי בידו להשיאה לחייבי עשה
9 Einleuchtend ist dies, wenn die Lehre R. Ješebabs eine selbständige ist, wenn er aber nur die Ansicht R. Simajs ausschließen will, so liegt es ja in der Hand [des Vaters], sie an einen zu verheiraten, wobei ein Gebot übertreten wird!?
י אמר רב אשי ותסברא רישא משום דבידו הוא נהי דבידו לקדשה בידו לגרשה ועוד אילו אמר האי דלא ניחא בגוה מי מצי מקדש ניהליה בעל כרחיה
10 R. Aši erwiderte: Du glaubst wohl, im Anfangsatze erfolge es deshalb, weil es in seiner Hand liegt; zugegeben, daß es in seiner Hand liegt, sie anzutrauen, aber liegt es denn in seiner Hand, sie scheiden zu lassen!? Und kann er denn ferner, wenn jener sagt, er wolle sie nicht, sie gewaltsam antrauen!?
יא אלא אמר רב אשי רישא רחמנא הימניה כרב הונא דאמר רב הונא אמר רב מנין לאב שנאמן לאסור את בתו מן התורה שנאמר (דברים כב, טז) את בתי נתתי לאיש הזה לאיש אסרה הזה התירה
11 Vielmehr, erklärte R. Aši, im Falle des Anfangsatzes hat der Allbarmherzige ihn als glaubhaft erachtet. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Woher, daß nach der Tora der Vater glaubhaft ist, seine Tochter verboten zu machen? Es heißt: <i>meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben</i>; mit <i>Mann</i> machte er sie verboten, mit <i>diesem</i> machte er sie erlaubt.
יב בנישואין הימניה רחמנא לאב בשבוייה לא הימניה
12 Hinsichtlich der Trauung hat der Allbarmherzige den Vater als glaubhaft erachtet, hinsichtlich der Gefangenschaft hat er ihn nicht als glaubhaft erachtet.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> מי שאמר בשעת מיתתו יש לי בנים נאמן יש לי אחים אינו נאמן
13 <b>W</b><small>ENN JEMAND VOR SEINEM</small> S<small>TERBEN SAGT</small>, <small>ER HABE</small> S<small>ÖHNE</small>, <small>SO IST ER GLAUBHAFT</small>, <small>WENN ABER</small>, <small>ER HABE</small> B<small>RÜDER</small>, <small>SO IST ER NICHT GLAUBHAFT</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> אלמא נאמן להתיר ואין נאמן לאסור נימא מתניתין דלא כר' נתן
14 GEMARA. Er ist demnach glaubhaft, sie erlaubt zu machen, nicht aber, sie verboten zu machen, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Nathans,
טו דתניא בשעת קידושין אמר יש לו בנים בשעת מיתה אמר אין לו בנים בשעת קידושין אמר אין לו אחים בשעת מיתה אמר יש לו אחים נאמן להתיר ואין נאמן לאסור דברי רבי ר' נתן אומר אף נאמן לאסור
15 denn es wird gelehrt: Wenn er bei der Antrauung gesagt hat, er habe Söhne und beim Sterben sagt, er habe keine Söhne, oder bei der Antrauung gesagt hat, er habe keine Brüder, und beim Sterben sagt, er habe Brüder, so ist er glaubhaft, sie erlaubt zu machen, nicht aber sie verboten zu machen – so Rabbi. R. Nathan sagt, er sei auch glaubhaft, sie verboten zu machen.
טז אמר רבא שאני התם כיון דבשעת מיתה קא הדר ביה אימא קושטא קאמר אמר ליה אביי ולאו כל דכן הוא השתא ומה התם דקא מרע ליה לדבוריה אמרת קושטא קאמר מתני' דלא קא מרע ליה לדבוריה לא כ"ש
16 Raba erwiderte: Anders ist es dort; da er bei seinem Sterben zurücktritt, so sagt er wohl die Wahrheit. Abajje sprach zu ihm: Dies ist ja widersinnig: wenn du da, wo er sich widerspricht, sagst, er spreche die Wahrheit, um wieviel mehr sollte dies im Falle unserer Mišna gelten, wo er sich nicht widerspricht!?
יז אלא אמר אביי מתני' דלא מוחזק לן באחי ולא מוחזק לן בבני דאמרינן כיון דלא מוחזק לן בבני ולא באחי אמר יש לי בנים נאמן יש לי אחים אינו נאמן לאו כל כמיניה דאסר לה אכולי עלמא ברייתא
17 Vielmehr, erklärte Abajje, unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn von ihm die Annahme besteht, er habe keine Brüder und keine Söhne. Wenn er sagt, er habe Söhne, so ist er, da von ihm die Annahme besteht, er habe keine Söhne und keine Brüder, glaubhaft; wenn aber, er habe Brüder, nicht glaubhaft, weil er nicht berechtigt ist, sie für die ganze Welt verboten zu machen.