Kiddushin 133

Kapitel 133

א גר שנשא ממזרת דיש קידושין ואין עבירה הולד הולך אחר הפגום דתניא גר שנשא ממזרת הולד ממזר דברי רבי יוסי אמר ליה מי סברת מתני' ר' יוסי היא מתניתין ר' יהודה היא דאמר גר לא ישא ממזרת ויש קידושין ויש עבירה הולד הולך אחר הפגום
1 ein Proselyt ein Hurenkind heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, dennoch folgt das Kind dem Bemakelten!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Proselyt ein Hurenkind geheiratet hat, so ist das Kind ein Hurenkind – so R. Jose. Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. Joses, sie vertritt die des R. Jehuda, welcher sagt, ein Proselyt dürfe kein Hurenkind heiraten, und wenn die Antrauung gültig ist und eine Sünde begangen wird, folgt das Kind dem Bemakelten. –
ב וניתנייה תנא כל מקום דסיפא לאתויי
2 Sollte er es doch lehren!? – Er lehrt im Schlußsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend.
ג ואיבעית אימא לעולם רבי יוסי היא ותנא איזו זו למעוטי
3 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist hier die Ansicht R. Joses vertreten, denn er lehrt ‘dies in dem Falle’ und dies ist ausschließend. –
ד ואיזו זו ותו לא והרי חלל שנשא בת ישראל דיש קידושין ואין עבירה הולד הולך אחר הזכר הא לא קשיא כר' דוסתאי בן ר' יהודה ס"ל
4 Gibt es denn außer diesen Fällen weiter keine mehr, wenn ein Entweihter eine Jisraélitin heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, und das Kind folgt dem Manne!? – Das ist kein Einwand; er ist der Ansicht des R. Dostaj b. R. Jehuda. –
ה והרי ישראל שנשא חללה דיש קידושין ואין עבירה הולד הולך אחר הזכר תנא כל מקום דרישא לאתויי
5 Wenn ein Jisraélit eine Entweihte heiratet, ist ja die Antrauung gültig und wird dabei keine Sünde begangen, und das Kind folgt dem Manne!? – Er lehrt im Anfangsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. –
ו וניתנייה בהדיא משום דלא מתני לה היכי ניתני כהנת ולויה וישראלית וחללה שנשאת לכהן לוי וישראל וחללה לכהן מי חזיא
6 Sollte er es doch ausdrücklich lehren!? – Er kann es nicht [summarisch] lehren; wenn er etwa lehren wollte: wenn eine Priesterstochter, eine Levitin, eine Jisraélitin oder eine Entweihte von einem Priester, einem Leviten oder einem Jisraéliten geheiratet wird, so ist ja die Entweihte einem Priester verboten. –
ז והאיכא דרבה בר בר חנה דאמ' רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן מצרי שני שנשא מצרית ראשונה בנה שלישי הוי
7 Es gibt ja aber noch den Fall des Rabba b. Bar Ḥana!? Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist das Kind dritter Generation!? –
ח תנא כל מקום דרישא לאתויי ולרב דימי דאמר שני הוי תנא איזו זו למעוטי
8 Er lehrt im Anfangsatze ‘in jedem Falle’, und dies ist einschließend. Nach R. Dimi aber, welcher sagt, er sei zweiter Generation, sind [die Worte] ‘dies in dem Falle’ ausschließend. –
ט והאיכא דכי אתא רבין אמר רבי יוחנן באומות הלך אחר הזכר
9 Es gibt ja aber noch den Fall, den Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans lehrte, daß bei den [weltlichen] Völkern [das Kind] dem Manne folge,
י נתגיירו הלך אחר הפגום שבשניהם תנא איזו זו למעוטי
10 und wenn sie sich bekehrt haben, es dem Bemakelten unter beiden folge!? – Er lehrt ‘dies in dem Falle’, und dies ist ausschließend. –
יא האי מאי אי אמרת בשלמא מתניתין רבי יהודה היא כל מקום דרישא לאתויי ישראל שנשא חללה ודרבה בר בר חנה איזו זו למעוטי דרב דימי ורבין
11 Was soll dies; erklärlich ist unsere Mišna, wenn du sagst, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Anfangsatze schließen die Antrauung eines Jisraéliten mit einer Entweihten und den Fall des Rabba b. Bar Ḥana ein, [die Worte] ‘dies in dem Falle’ schließen die Fälle R. Dimis und Rabins aus,