Kiddushin 134

Kapitel 134

א כל מקום דסיפא לאתויי גר שנשא ממזרת אלא אי אמרת רבי יוסי היא כל מקום דרישא כדאמרן איזו זו כדאמרן אלא כל מקום דסיפא לאתויי מאי
1 und [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Schlußsatze schließen die Antrauung eines Proselyten mit einem Hurenkinde ein; wenn du aber sagst, sie vertrete die Ansicht R. Joses, so schließen allerdings [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Anfangsatze das Genannte ein, [die Worte] ‘dies in dem Falle’ das Genannte aus, was aber schließen [die Worte] ‘in jedem Falle’ im Schlußsatze ein!? –
ב ולטעמיך לר' יהודה איזו זו דסיפ' למה לי אלא איידי דתנא רישא איזו זו תנא סיפא איזו זו ה"נ איידי דתנא רישא כל מקום תנא נמי סיפא כל מקום
2 Wozu heißt es, auch nach deiner Erklärung, nach R. Jehuda im Schlußsatze: dies in dem Falle!? Vielmehr lehrt er im Schlußsatze ‘dies in dem Falle’, weil er es im Anfangsatze lehrt, ebenso lehrt er im Schlußsatze ‘in jedem Falle’, weil er es im Anfangsatze lehrt.
ג גופא כי אתא רבין אמר רבי יוחנן באומות הלך אחר הזכר נתגיירו הלך אחר הפגום שבשניהם
3 Der Text. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne; haben sie sich bekehrt, so folgt es dem Bemakelten unter beiden.
ד מאי באומות הלך אחר הזכר כדתניא מנין לא' מן האומות שבא על הכנענית והוליד בן שאתה רשאי לקנותו בעבד
4 Was heißt, bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne? – Wie gelehrt wird: Woher, daß, wenn jemand von den übrigen Völkern eine Kenaa͑nitin beschlafen und einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen dürfe?
ה תלמוד לומר (ויקרא כה, מה) וגם מבני התושבים הגרים עמכם מהם תקנו יכול אף עבד שבא על שפחה מן האומות והוליד בן שאתה רשאי לקנותו בעבד ת"ל (ויקרא כה, מה) אשר הולידו בארצכם מן הנולדין בארצכם ולא מן הגרים בארצכם
5 Es heißt: <i>und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen möget ihr erwerben</i>. Man könnte glauben, auch wenn ein Kenaa͑niter eine Magd von den übrigen Völkern beschlafen und einen Sohn gezeugt hat, dürfe man diesen als Sklaven kaufen, so heißt es: <i>die sie in eurem Lande gezeugt haben</i>; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen.
ו נתגיירו הלך אחר הפגום שבשניהם במאי אילימא במצרי שנשא עמונית מאי פגום איכא עמוני ולא עמונית
6 «Haben sie sich bekehrt, so folgt es dem Bemakelten unter beiden.» Wobei, wollte man sagen, bei der Antrauung eines Miçri mit einer A͑mmoniterin, so gibt es ja hierbei keine Bemakelung, denn dies gilt nur von einem A͑mmoniter und nicht von einer A͑mmoniterin!? –
ז אלא בעמוני שנשא מצרית ואי זכר הוי האי שדיא אבתריה דידיה ואם נקבה הויא שדיא אבתרה דידה
7 Vielmehr, bei der Antrauung eines A͑mmoniters mit einer Miçrith; ist es ein Knabe, so folgt er ihm, ist es ein Mädchen, so folgt es ihr.
ח כל שאין לה עליו קידושין מנא הני מילי דאמר רבי חייא בר אבא אמר ר' יוחנן ומטו בה משום דרבי ינאי ורב אחא בריה דרבא ומטו בה משום רבי יוסי הגלילי אמר קרא (דברים כד, ב) ויצאה מביתו והלכה והיתה לאיש אחר לאחרים ולא לקרובים
8 W<small>ENN DIE</small> A<small>NTRAUUNG MIT IHM UNGÜLTIG IST</small>. Woher dies? R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, wie manche meinen, im Namen R. Jannajs, und wie R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagt, im Namen R. Jose des Galiläers: Die Schrift sagt: <i>sie gehe aus seinem Hause fort und sei eines fremden Mannes</i>, eines Fremden, nicht aber eines Verwandten.
ט מתקיף לה רבי אבא ואימא לאחר ולא לבן בן בהדיא כתיב ביה (דברים כג, א) לא יקח איש את אשת אביו אחר למה לי שמע מינה לאחרים ולא לקרובים
9 R. Abba wandte ein: Vielleicht: eines Fremden, nicht aber des Sohnes!? – Vom Sohne heißt es ausdrücklich: <i>niemand nehme die Frau seines Vaters</i>, und wenn es hier <i>fremden</i> heißt, so bedeutet dies: eines Fremden, nicht aber eines Verwandten. –
י ואימא אידי ואידי לבן הא לכתחילה והא דיעבד
10 Vielleicht [sprechen] beide [Schriftverse] von einem Sohne, einer von vornherein, und einer, wenn es bereits erfolgt ist!? –
יא לכתחילה מאחות אשה נפקא ומה אחות אשה בכרת לא תקדש חייבי מיתות בית דין לא כל שכן
11 Dies ist von der Schwester seiner Frau zu folgern: wenn die Antrauung mit der Schwester seiner Frau, worauf die Ausrottung gesetzt ist, nicht gültig ist, um wieviel weniger in Fällen, auf die der Tod durch das Gericht gesetzt ist. –
יב ואימא אדי ואידי באחות אשה הא לכתחילה הא דיעבד אין הכי נמי
12 Vielleicht gelten beide von der Schwester seiner Frau, einer von vornherein, und einer, wenn es bereits erfolgt ist!? – Dem ist auch so. –
יג אשכחן אחות אשה שאר עריות מנלן ילפינן מאחות אשה מה אחות אשה מיוחדת שהיא ערוה וחייבין על זדונה כרת ועל שגגתה חטאת ולא תפסי בה קידושין אף כל שהיא ערוה וחייבין על זדונה כרת ועל שגגתה חטאת לא תפסי בה קידושין
13 Demnach wissen wir dies von der Schwester seiner Frau, woher dies von anderen Inzestfällen? – Es ist von der Schwester seiner Frau zu folgern; wie es bei der Schwester seiner Frau ein Inzestfall ist, wodurch man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, und die Antrauung ist ungültig, ebenso ist auch bei allen Inzestfällen, wodurch man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, die Antrauung ungültig. –
יד בשלמא כולהו אתיין אלא אשת איש ואשת אח איכא למיפרך מה לאחות אשה שכן אין לה היתר במקום מצוה תאמר באשת אח שיש לה היתר במקום מצוה
14 Allerdings sind alle anderen Fälle zu folgern, aber hinsichtlich einer Ehefrau und der Frau seines Bruders ist ja zu erwidern: wohl gilt dies von der Schwester seiner Frau, bei der es kein Erlaubtwerden durch den Fall eines Gebotes gibt, während es bei der Schwester seines Bruders ein Erlaubtwerden im Falle eines Gebotes gibt!?
טו אשת איש נמי איכא למיפרך מה להנך שכן אין לה היתר בחיי אוסרן תאמר באשת איש שיש לה היתר בחיי אוסרן
15 Ebenso ist auch hinsichtlich einer Ehefrau zu erwidern: wohl gilt dies von jener, bei der es bei Lebzeiten des sie verbotenmachenden kein Erlaubtwerden gibt, während es bei einer Ehefrau bei Lebzeiten des sie verbotenmachenden ein Erlaubtwerden gibt!?
טז אלא א"ר יונה ואיתימא רב הונא בריה דרב יהושע אמר קרא (ויקרא יח, כט) כל אשר יעשה מכל התועבות האלה ונכרתו הוקשו כל העריות כולם לאחות אשה מה אחות אשה לא תפסי בה קידושין אף כל עריות כולם לא תפסי בה קידושין
16 Vielmehr, erklärte R. Jona, nach anderen R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Schrift sagt: <i>jeder, der etwas von all diesen Gräueln tut, soll ausgerottet werden</i>. Alle Inzestfälle werden mit dem Falle von der Schwester seiner Frau verglichen; wie bei der Schwester seiner Frau die Antrauung nicht gültig ist, ebenso ist bei allen anderen Inzestfällen die Antrauung nicht gültig. –
יז אי הכי
17 Demnach