Kiddushin 135

Kapitel 135

א אפילו נדה נמי אלמה אמר אביי הכל מודים בבא על הנדה ועל הסוטה שאין הולד ממזר אמר חזקיה אמר קרא (ויקרא טו, כד) ותהי נדתה עליו אפילו בשעת נדתה תהא בה הויה
1 sollte dies auch von der Menstruierenden gelten, während doch Abajje sagte, alle stimmen überein, daß, wenn jemand eine Menstruierende oder eine Ehebruchsverdächtigte beschlafen hat, das Kind kein Hurenkind sei!? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: <i>so sei ihr Fluß auf ihm</i>, auch zur Zeit ihres Flusses hat bei ihr die Antrauung Geltung. –
ב מכדי איכא לאקושה לנדה ואיכא לאקושה לאחות אשה מאי חזית דמקשת להו לאחות אשה אקשה לנדה קולא וחומרא לחומרא מקשינן
2 Merke, man kann sie mit der Menstruierenden vergleichen und man kann sie mit der Schwester seiner Frau vergleichen, was veranlaßt dich, sie mit der Schwester seiner Frau zu vergleichen, vergleiche sie doch mit der Menstruierenden!? – Wenn erleichternd und erschwerend, so vergleiche man erschwerend.
ג רב אחא בר יעקב אמר אתיא בק"ו מיבמה ומה יבמה שהיא בלאו לא תפסי בה קידושין חייבי מיתות וחייבי כריתות לא כל שכן אי הכי שאר חייבי לאוין נמי
3 R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Schwägerin, zu folgern: wenn die Antrauung der Schwägerin, die mit einem Verbote belegt ist, nicht gültig ist, um wieviel weniger in Fällen, die mit dem Tode oder der Ausrottung belegt sind. – Demnach sollte dies auch von anderen mit einem Verbote belegten Fällen gelten!?
ד אמר רב פפא חייבי לאוין בהדיא כתיב בהו (דברים כא, טו) כי תהיין לאיש שתי נשים האחת אהובה והאחת שנואה וכי יש שנואה לפני המקום ואהובה לפני המקום אלא אהובה אהובה בנישואיה שנואה שנוא' בנישואיה וקאמר רחמנא כי תהיין
4 R. Papa erwiderte: Hinsichtlich der mit einem Verbote belegten Fälle ist dies ausdrücklich geschrieben: <i>wenn zwei eines Mannes Frauen sein sollten, eine geliebt und die andere verhaßt</i>; gibt es denn vor Gott eine geliebte und eine verhaßte? Vielmehr heißt ‘geliebt’, bei ihrer Antrauung geliebt, und ‘verhaßt’, bei ihrer Antrauung verhaßt; und der Allbarmherzige sagt: <i>wenn sein</i> <i>sollten</i>. –
ה ולר"ע דאמר אין קידושין תופסין בחייבי לאוין כי תהיין במאי מוקים באלמנה לכ"ג וכר' סימאי
5 Worauf bezieht R. A͑qiba, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauung sei ungültig, [die Worte] <i>wenn sein sollten</i>!? – Auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Witwe. Dies nach R. Simaj,
ו דתניא רבי סימאי אומר מן הכל היה ר"ע עושה ממזר חוץ מאלמנה לכהן גדול שהרי אמרה תורה (ויקרא כא, ו) לא יחלל חילולים עושה ואין עושה ממזרות
6 denn es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Aus allen macht R. A͑qiba Hurenkinder, ausgenommen [die Kinder] eines Hochpriesters von einer Witwe, denn die Tora sagt: <i>er soll nicht entweihen</i>, er erzeugt nur Entweihte, nicht aber Hurenkinder. –
ז ולר' ישבב דאמר בואו ונצווח על עקיבא בן יוסף שהיה אומר כל שאין לו ביאה בישראל הולד ממזר הניחא לר' ישבב אי לאפוקי מדר' סימאי קאתי שפיר
7 R. Ješebab sagte: Kommt, wir wollen mit R. A͑qiba hadern, welcher sagt, jeder durch einen in Jisraél verbotenen Beischlaf Erzeugte sei ein Hurenkind. Einleuchtend ist es, wenn R. Ješebab damit die Ansicht R. Simajs ausschließen will,
ח אלא אי טעמא דנפשיה קאמר ואפי' חייבי עשה במאי מוקים לה
8 worauf aber bezieht er sie, wenn er es selbständig lehrt, wonach dies auch von Fällen gilt, wobei ein Gebot übertreten wird!? –
ט בבעולה לכ"ג ומאי שנא משום דהוי ליה עשה שאין שוה בכל
9 Auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten. – Womit ist dieser Fall anders? – Es ist ein Gebot, das nicht für jeden gilt. –
י ורבנן אדמוקי לה בחייבי לאוין נוקמא בחייבי עשה
10 Weshalb beziehen sie die Rabbanan auf die mit einem Verbote belegten Fälle, sollten sie sie doch auf Fälle beziehen, wobei ein Gebot übertreten wird!? –
יא הני חייבי עשה במאי נינהו אי שתיהן מצריות שתיהן שנואות אי אחת מצרית ואחת ישראלית שתי נשים מעם אחד בעינן אי בעולה לכהן גדול מי כתיב תהיין לכהן
11 Auf welchen Fall der Übertretung eines Gebotes: sind es zwei Miçrinnen, so sind ja beide ‘verhaßt’, ist eine Miçrith und die andere Jisraélitin, so müssen ja beide Frauen von einem Volke sein, und wenn auf [die Antrauung] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten, so heißt es ja nicht: eines Priesters sein sollten. –
יב ורבי עקיבא בעל כורחיך שבקיה לקרא דהוי דחיק ומוקי אנפשיה
12 Und R. A͑qiba!? – Er muß notgezwungen [die Worte] <i>wenn sein sollten</i> auf einen [Hoch]priester beziehen.
יג וכל מי שאין לה עליו וכו' שפחה כנענית מנלן אמר רב הונא אמר קרא (בראשית כב, ה) שבו לכם פה עם החמור עם הדומה לחמור אשכחן דלא תפסי בה קדושי
13 W<small>O</small> [<small>IHRE</small> A<small>NTRAUUNG</small>] <small>MIT DIESEM NICHTIG IST</small> &amp;<small>C</small>. Woher dies von einer Sklavin? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagt: <i>bleibt hier mit [i͑m] dem Esel</i>, ein Volk [a͑m], das einem Esel gleicht. – Wir wissen nun, daß die Antrauung mit ihr nichtig ist,