Kiddushin 139

Kapitel 139

א לא תאכל
1 sie dürfe das nicht essen, was vom Geheiligten abgehoben wird.
ב גירי וחרורי מנלן אמר רב חסדא דאמר קרא (עזרא ו, כא) וכל הנבדל מטומאת גויי הארץ אליהם
2 P<small>ROSELYTEN</small>, F<small>REIGELASSENE</small>. Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt: <i>und jeder, der zu ihnen sich abgesondert hatte von der Unreinheit der Völker des Landes</i>.
ג ממזרי מנלן דכתיב (נחמיה ב, י) וישמע סנבלט החרוני וטוביה העבד העמוני וכתיב (נחמיה ו, יח) כי רבים ביהודה בעלי שבועה לו כי חתן הוא לשכניה בן ארח ויהוחנן בנו לקח את בת משלם בן ברכיה קסבר עובד כוכבים ועבד הבא על בת ישראל הולד ממזר
3 H<small>URENKINDER</small>. Woher dies? – Es heißt: <i>als das hörten Sanbalaṭ der Ḥoroni und Ṭobija der a͑mmonitische Sklave</i>; ferner: <i>denn viele in Jehuda waren ihm geschworene Freunde, denn er war Schwiegersohn Šekhanjas, des Sohnes Araḥs, und sein Sohn Jehonathan</i> <i>hatte die Tochter Mešullams, des Sohnes Berekhjas, genommen</i>. Er ist der Ansicht, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, sei das Kind ein Hurenkind. –
ד הניחא למ"ד הולד ממזר אלא למאן דאמר הולד כשר מאי איכא למימר ותו ממאי דהוו ליה בני דילמא לא הוו ליה בני ותו ממאי דהכא הוו להו וסליקו דילמא התם הוו
4 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, das Kind sei ein Hurenkind, woher aber nach demjenigen, welcher sagt, das Kind sei unbemakelt!? Und woher ferner, daß er Kinder hatte, vielleicht hatte er keine Kinder!? Und woher weißt du ferner, daß sie von dort hinaufkamen, vielleicht waren sie da [von früher her]!? –
ה אלא מהכא (נחמיה ז, סא) ואלה העולים מתל מלח תל חרשא כרוב אדון ואמר ולא יכלו להגיד בית אבותם וזרעם אם מישראל הם תל מלח אלו בני אדם שדומים מעשיהם למעשה סדום שנהפכה לתל מלח תל חרשא זה שקורא אבא ואמו משתקתו
5 Vielmehr, hieraus: <i>und diese sind es, die aus Tel Melaḥ, Tel Ḥarša, Kerub, Adon und Immer heraufzogen, ohne daß sie ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben konnten, ob sie aus Jisraél stammen. Tel Melaḥ</i>, Leute, deren Werke den Werken Sedoms glichen, das in einen Salzhaufen [Tel melaḥ] verwandelt wurde. <i>Tel Ḥarša</i>, Leute, die, wenn sie nach ihrem Vater rufen, die Mutter schweigen heißt.
ו ולא יכלו להגיד בית אבותם וזרעם אם מישראל הם זה הוא אסופי שנאסף מן השוק כרוב אדון ואמר אמר רבי אבהו אמר אדון אני אמרתי יהיו ישראל לפני חשובים ככרוב והם שמו עצמם כנמר איכא דאמרי אמר רבי אבהו אמר אדון אע"פ ששמו עצמם כנמר הן חשובים לפני ככרוב
6 <i>Ohne daß sie ihr Stammhaus und ihre Abkunft angeben konnten, ob sie aus Jisraél stammen</i>, das sind die Findlinge, die auf der Straße aufgefunden werden. <i>Kerub, Adon und Immer</i>. R. Abahu sagte: Der Herr [adon] sprach: ich dachte, die Jisraéliten werden vor mir würdig sein wie ein Kerub, sie aber machten sich zu einem Leoparden [namer]. Manche lesen: R. Abahu sagte: Der Herr sprach: obgleich sie sich zu einem Leoparden machten, dennoch sind sie vor mir würdig wie ein Kerub.
ז אמר רבה בר בר חנה כל הנושא אשה שאינה הוגנת לו מעלה עליו הכתוב כאילו חרשו לכל העולם כולו וזרעו מלח שנאמר (נחמיה ז, סא) ואלה העולים מתל מלח תל חרשא
7 Rabba b. Bar Ḥana sagte: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er die ganze Welt umgepflügt [ḥaraš] und mit Salz [melaḥ] besäet, denn es heißt: <i>und diese sind es, die aus Tel Melaḥ, Tel Ḥarša &amp;c. heraufgezogen sind</i>.
ח אמר רבה בר רב אדא אמר רב כל הנושא אשה לשום ממון הויין לו בנים שאינן מהוגנים שנאמר (הושע ה, ז) בה' בגדו כי בנים זרים ילדו
8 Rabba b. R. Ada sagte im Namen Rabhs: Wer eine Frau des Geldes wegen nimmt, bekommt unwürdige Kinder, denn es heißt: <i>dem Herrn waren sie untreu, denn unechte Kinder haben sie geboren</i>.
ט ושמא תאמר ממון פלט תלמוד לומר (הושע ה, ז) עתה יאכלם חדש את חלקיהם ושמא תאמר חלקו ולא חלקה תלמוד לומר חלקיהם ושמא תאמר לזמן מרובה ת"ל חדש מאי משמע אמר רב נחמן בר יצחק חדש נכנס וחדש יצא וממונם אבד
9 Vielleicht glaubst du, das Geld bleibe ihm erhalten, so heißt es: <i>nun soll ein Monat ihren Teil verzehren</i>. Vielleicht glaubst du, nur seinen Teil und nicht ihren Teil, so heißt es: <i>ihren Teil</i>. Vielleicht glaubst du, erst nach langer Zeit, so heißt es: <i>ein Monat</i>. – Wieso geht dies hieraus hervor? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Ein Monat kommt und ein Monat geht, und ihr Geld ist dahin.
י ואמר רבה בר רב אדא ואמרי לה אמר רבי סלא אמר רב המנונא כל הנושא אשה שאינה הוגנת לו אליהו כופתו והקב"ה רוצעו ותנא על כולם אליהו כותב והקב"ה חותם אוי לו לפוסל את זרעו ולפוגם את משפחתו ולנושא אשה שאינה הוגנת לו אליהו כופתו והקב"ה רוצעו
10 Ferner sagte Rabba b. R. Ada, und wie manche sagen, R. Sala im Namen R. Hamnunas: Wer eine für ihn unwürdige Frau nimmt, den bindet Elijahu, und der Heilige, gepriesen sei er, geißelt ihn. Es wird gelehrt: Über diese alle schreibt Elijahu und der Heilige, gepriesen sei er, unterschreibt: wehe dem, der seinen Namen bemakelt und seine Familie befleckt. Und den, der eine für ihn unwürdige Frau nimmt, bindet Elijahu und der Heilige, gepriesen sei er, geißelt ihn.
יא וכל הפוסל פסול ואינו מדבר בשבחא לעולם ואמר שמואל במומו פוסל
11 Wer [andere] berüchtigt, ist selber berüchtigt; nie spricht er Lobendes. Auch sagte Šemuél: Er berüchtigt seinen eigenen Makel.
יב ההוא גברא דמנהרדעא דעל לבי מטבחיא בפומבדיתא אמר להו הבו לי בישרא אמרו ליה נטר עד דשקיל לשמעיה דרב יהודה בר יחזקאל וניתיב לך אמר מאן יהודה בר שויסקאל דקדים לי דשקל מן קמאי אזלו אמרו ליה לרב יהודה שמתיה אמרו רגיל דקרי אינשי עבדי אכריז עליה דעבדא הוא
12 Einst kam ein Mann in ein Schlachthaus zu Pumbeditha und verlangte Fleisch. Da sprachen sie zu ihm: Warte bis der Diener des R. Jehuda b. Jeḥezqel erhalten hat, sodann geben wir dir. Da sprach dieser: Wer ist dieser Jehuda b. Ševisqal, der mir vorangehen und vor mir erhalten soll!? Als man dies R. Jehuda erzählte, tat er ihn in den Bann, und als man ihm noch sagte, daß er andere Leute Sklaven zu nennen pflege, ließ er über ihn bekannt machen, daß er ein Sklave sei.
יג אזל ההוא אזמניה לדינא לקמיה דרב נחמן אייתי פיתקא דהזמנא אזל רב יהודה לקמיה דרב הונא אמר ליה איזיל או לא איזיל אמר ליה מיזל לא מיבעי לך למיזל משום דגברא רבה את אלא משום יקרא דבי נשיאה קום זיל
13 Hierauf ließ jener ihn zu Gericht vor R. Naḥman laden. Als R. Jehuda die Vorladung erhielt, ging er zu R. Hona und fragte ihn, ob er hingehen oder nicht hingehen solle. Dieser erwiderte: Eigentlich brauchst du nicht hinzugehen, denn du bist ein bedeutender Mann, aber aus Achtung vor dem Fürstenhause geh hin.
יד אתא אשכחיה דקעביד מעקה אמר ליה לא סבר לה מר להא דאמר רב הונא בר אידי אמר שמואל כיון שנתמנה אדם פרנס על הצבור אסור בעשיית מלאכה בפני שלשה א"ל פורתא דגונדריתא הוא דקא עבידנא א"ל מי סניא מעקה דכתיב באורייתא או מחיצה דאמור רבנן
14 Als er hinkam, traf er ihn ein Geländer machen; da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Hona b. Idi im Namen Šemuéls gesagt hat, daß nämlich ein Mensch, sobald er zum Gemeindeverwalter eingesetzt worden ist, vor drei Personen keine Arbeit verrichten dürfe? Dieser erwiderte: Ich mache nur etwas am Gundaria [Geländer]. Jener sprach: Ist denn [das Wort] Maa͑qa, daß die Tora gebraucht, oder Meḥiça, wie die Gelehrten es nennen, so verächtlich!?
טו א"ל יתיב מר אקרפיטא א"ל ומי סני ספסל דאמור רבנן או איצטבא דאמרי אינשי א"ל ליכול מר אתרונגא אמר ליה הכי אמר שמואל כל האומר אתרונגא תילתא ברמות רוחא או אתרוג כדקריוה רבנן או אתרוגא דאמרי אינשי אמר ליה לישתי מר אנבגא אמר ליה מי סני איספרגוס דקריוה רבנן או אנפק דאמרי אינשי
15 Hierauf sprach er zu ihm: Setz dich auf das Qarpiṭa [Bank]. Jener entgegnete: Ist denn [das Wort] Saphsal, das die Gelehrten gebrauchen, oder Içṭeba, das das Volk gebraucht, so verächtlich!? Alsdann sprach er zu ihm: Möge der Meister eine Etronga essen. Jener entgegnete: Folgendes sagte Šemuél: wer Etroga sagt, dem ist ein Drittel Hochmut eigen; entweder [sage man] Etrog, wie die Gelehrten es nennen, oder Etroga, wie das Volk es nennt.
טז אמר ליה תיתי דונג תשקינן אמר ליה הכי אמר שמואל אין משתמשים באשה קטנה היא בפירוש אמר שמואל אין משתמשים באשה כלל בין גדולה בין קטנה
16 Hierauf sprach er zu ihm: Möge der Meister ein Anbag trinken. Jener entgegnete: Ist denn [das Wort] Ispargos, das die Gelehrten gebrauchen, oder Anpaq, das das Volk gebraucht, so verächtlich!? Als er hierauf sprach, Donag möge kommen und einschenken, entgegnete jener: Folgendes sagte Šemuél: man lasse sich nicht von einer Frau bedienen. – Sie ist noch klein. – Šemuél sagte ausdrücklich, man lasse sich von einer Frau überhaupt nicht bedienen, einerlei ob groß oder klein. –
יז נשדר ליה מר שלמא לילתא א"ל הכי אמר שמואל קול באשה ערוה אפשר ע"י שליח א"ל הכי אמר שמואל
17 Möge der Meister Jalta einen Gruß entbieten. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: die Stimme einer Frau ist Scham. – Es kann ja durch einen Boten erfolgen. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: