Kiddushin 147

Kapitel 147

א וניחזי זוזי ממאן נקט לא צריכא דנקט מתרוייהו ואמר חד מדעתאי וחד בעל כורחי ולא ידיע הי מדעתו והי לא מדעתו
1 Sehe man doch, von wem er das Geld erhalten hat!? – In dem Falle, wenn er es von beiden erhalten hat, und sagt, von einem willig, und von einem aufgezwungen, und man nicht weiß, von wem willig und von wem aufgezwungen.
ב נאמן דיין לומר לזה זכיתי ולזה חייבתי במה דברים אמורים שבעלי דינים עומדים לפניו אבל אין בעלי דינים עומדים לפניו אינו נאמן וניחזי זכותא מאן נקיט
2 Der Richter ist glaubhaft, wenn er sagt, diesem habe er recht gegeben und jenen habe er verurteilt. Nur in dem Falle, wenn die Prozeßbeteiligten noch vor ihm stehen, wenn aber die Prozeßbeteiligten nicht mehr vor ihm stehen, ist er nicht mehr glaubhaft. – Sehe man doch, wer das obsiegende Urteil hat!? –
ג לא צריכא דקריע זכותייהו וניהדר ונידיינינהו בשודא דדייני
3 In dem Falle, wenn das Urteil zerrissen worden ist. – Er kann ja ein neues Urteil fällen!? – Bei einem Richterspruche nach Ermessen.
ד אמר רב נחמן שלשה נאמנין על הבכור אלו הן חיה אביו ואמו חיה לאלתר אמו כל שבעה אביו לעולם כדתניא (דברים כא, יז) יכיר יכירנו לאחרים
4 R. Naḥman sagte: Drei sind hinsichtlich des Erstgeborenen glaubhaft, und zwar: die Hebamme, der Vater und die Mutter. Die Hebamme sofort, die Mutter alle sieben [Tage], der Vater dauernd. Wie gelehrt wird: <i>Anerkennen</i>, anderen gegenüber anerkennen.
ה מכאן א"ר יהודה נאמן אדם לומר זה בני בכור וכשם שנאמן לומר זה בני בכור כך נאמן לומר זה בן גרושה וזה בן חלוצה וחכמים אומרים אינו נאמן
5 Hieraus folgerte R. Jehuda, daß ein Mensch glaubhaft sei, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener. Und wie er glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubhaft.
ו אבא שאול היה קורא לשתוקי בדוקי מאי בדוקי אילימא שבודקין את אמו ואומרת לכשר נבעלתי נאמנת כמאן כרבן גמליאל תנינא חדא זימנא דתנן היתה מעוברת ואמרו לה מה טיבו של עובר זה אמרה להם מאיש פלוני וכהן הוא רבן גמליאל ור' אליעזר אומרים נאמנת ורבי יהושע אומר לא מפיה אנו חיין ואמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבן גמליאל
6 N<small>ANNTE DEN</small> V<small>ERSCHWIEGENEN</small> U<small>NTERSUCHTEN</small>. Was heißt Untersuchter: wollte man sagen, man untersuche seine Mutter, und wenn sie sagt, sie sei von einem Unbemakelten beschlafen worden, sei sie glaubhaft, nach R. Gamliél, so ist dies ja bereits einmal gelehrt worden!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und man sie fragt, welches Bewenden es mit ihrer Geburt habe, und sie erwidert, von jenem Manne, der Priester ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft; R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. –
ז חדא להכשיר בה וחדא להכשיר בבתה הניחא למאן דאמר לדברי המכשיר בה פוסל בבתה
7 Nach diesem ist sie selbst unbemakelt, nach jenem ist auch ihre Tochter unbemakelt. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, nach dem sie unbemakelt ist, sei die Tochter bemakelt,
ח אלא למ"ד לדברי המכשיר בה מכשיר בבתה אבא שאול מאי אתא לאשמועינן
8 was aber lehrt Abba Šaúl nach demjenigen, welcher sagt, nach dem sie unbemakelt ist, sei auch die Tochter unbemakelt!? –
ט דאבא שאול עדיפא מדרבן גמליאל דאי מהתם ה"א התם דרוב כשרין אצלה אבל היכא דרוב פסולין אצלה אימא לא צריכא אמר רבא הלכה כאבא שאול
9 Die Ansicht Abba Šaúls geht weiter als die des R. Gamliél. Aus jener Lehre würde man entnommen haben, nur wenn sie durch die Mehrheit unbemakelt bleibt, nicht aber, wenn sie durch die Mehrheit bemakelt wird, so lehrt er uns. Raba sagte: Die Halakha ist wie Abba Šaúl.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> כל האסורין לבא בקהל מותרים לבא זה בזה רבי יהודה אוסר
10 <b>A</b><small>LL DIEJENIGEN</small>, <small>DIE IN DIE</small> G<small>EMEINDE NICHT KOMMEN DÜRFEN</small>, <small>DÜRFEN UNTEREINANDER HEIRATEN</small>. R. J<small>EHUDA VERBIETET DIES</small>.
יא רבי אליעזר אומר ודאן בודאן מותר ודאן בספיקן וספיקן בודאן וספיקן בספיקן אסור ואלו הן הספיקות שתוקי אסופי וכותי
11 R. E<small>LIÉZER SAGT</small>, Z<small>WEIFELLOSE</small> <small>MIT</small> Z<small>WEIFELLOSEN DÜRFEN DIES</small>, Z<small>WEIFELLOSE MIT</small> Z<small>WEIFELHAFTEN</small>, Z<small>WEIFELHAFTE MIT</small> Z<small>WEIFELLOSEN</small>, <small>UND</small> Z<small>WEIFELHAFTE MIT</small> Z<small>WEIFELHAFTEN DÜRFEN DIES</small> <small>NICHT</small>. F<small>OLGENDE SIND</small> Z<small>WEIFELHAFTE</small>: V<small>ERSCHWIEGENE</small>, F<small>INDLINGE UND</small> S<small>AMARITANER</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי כל האסורין לבא בקהל אילימא ממזירי ונתיני שתוקי ואסופי הא תנא ליה רישא ממזירי ונתיני שתוקי ואסופי מותרים לבא זה בזה
12 GEMARA. Worauf bezieht sich [der Passus]: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen; wollte man sagen, auf Hurenkind Nathin, Verschwiegenen und Findling, so heißt es ja bereits in der vorangehenden Lehre, daß Hurenkind, Nathin, Verschwiegener und Findling unter einander heiraten dürfen!?
יג ותו ר' יהודה אוסר אהייא אילימא אודאן בספיקן הא מדקתני סיפא ר"א אומר ודאן בודאן מותר ודאן בספיקן וספיקן בספיקן אסור מכלל דר' יהודה לא סבירא ליה
13 Und worauf beziehen sich ferner [die Worte:] R. Jehuda verbietet dies; wollte man sagen, auf Zweifellose mit Zweifelhaften, so lehrt er ja im Schlußsatze, daß nach R. Elie͑zer Zweifellose mit Zweifellosen es dürfen, und Zweifellose mit Zweifelhaften und Zweifelhafte mit Zweifelhaften es nicht dürfen, wonach R. Jehuda nicht dieser Ansicht ist!?
יד וכי תימא ר"י אוסר אגר בממזרת מידי גר בממזרת קתני כל האסורין לבא בקהל קתני
14 Wolltest du sagen, R. Jehuda verbiete [die Heirat] eines Proselyten mit einem Hurenkinder, so lehrt er ja [vorangehend] nicht von einem Proselyten mit einem Hurenkinde, sondern: all diejenigen, die in die Gemeinde nicht kommen dürfen!?
טו אמר רב יהודה
15 R. Jehuda erwiderte: