Kiddushin 149

Kapitel 149

א כל שאתה נושא בתו אתה נושא אלמנתו וכל שאי אתה נושא בתו אי אתה נושא אלמנתו
1 dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.
ב מאי איכא בין תנא קמא ובין ר' יוסי א"ר יוחנן מצרי שני איכא בינייהו ושניהם לא למדוה אלא מכהן גדול באלמנה
2 Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Autor und R. Jose? R. Joḥanan erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem Miçri zweiter Generation. Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe:
ג דתנא קמא סבר כי כהן גדול באלמנה מה כהן גדול באלמנה שביאתו בעבירה ופוסל בה אף כל שביאתו בעבירה פוסל
3 Der erste folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist der Beischlaf verboten, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, bei dem der Beischlaf verboten ist.
ד ורבי יוסי סבר כי כ"ג באלמנה מה כ"ג באלמנה שזרעו פסול ופוסל אף כל שזרעו פסול פוסל לאפוקי מצרי שני שאין זרעו פסול דאמר קרא (דברים כג, ט) בנים אשר יולדו להם דור שלישי יבא להם בקהל ה'
4 R. Jose aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die Nachkommenschaft bemakelt, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, ausgenommen ein Miçri zweiter Generation, dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn es heißt: <i>Kinder, die ihnen geboren werden, die dritte Generation, darf in die Gemeinde des Herrn kommen</i>. –
ה רשב"ג אומר כל שאתה נושא בתו אתה נושא אלמנתו וכל שאי אתה נושא את בתו אי אתה נושא אלמנתו מאי איכא בין ר' יוסי לרשב"ג אמר עולא גר עמוני ומואבי איכא בינייהו ושניהם לא למדוה אלא מכהן גדול באלמנה
5 «R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.» Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose und R. Šimo͑n b. Gamliél? U͑la erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einem a͑mmonitischen oder moabitischen Proselyten. Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe.
ו דר' יוסי סבר כי כ"ג באלמנה מה כהן גדול באלמנה שזרעו פסול ופוסל אף כל שזרעו פסול פוסל
6 R. Jose folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die Nachkommenschaft bemakelt, und er bemakelt, ebenso bemakelt auch jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist.
ז ורשב"ג ככהן גדול באלמנה מה כ"ג באלמנה שכל זרעו פסול אף כל שכל זרעו פסול אפילו נקבות לאפוקי גר עמוני ומואבי דנקבות הוו כשרות לבא בקהל דאמר מר עמוני ולא עמונית מואבי ולא מואבית
7 R. Šimo͑n b. Gamliél aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe; beim Hochpriester mit einer Witwe ist die ganze Nachkommenschaft bemakelt, ebenso auch jeder andere, dessen ganze Nochkommenschaft bemakelt ist, auch die weibliche, ausgenommen der a͑mmonitische und der moabitische Proselyt, dessen weibliche Nachkommenschaft in die Gemeinde kommen darf, denn der Meister sagte: <i>A͑mmoniter</i>, nicht aber eine A͑mmoniterin, <i>Moabiter</i>, nicht aber eine Moabiterin.
ח אמר רב חסדא הכל מודים באלמנת עיסה שפסולה לכהונה מאן מיקל בהני תנאי רבן שמעון בן גמליאל וקאמר כל שאתה נושא בתו אתה נושא אלמנתו וכל שאי אתה נושא בתו אי אתה נושא אלמנתו למעוטי מאי למעוטי אלמנת עיסה שפסולה לכהונה
8 R. Ḥisda sagte: Alle stimmen überein, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie für Priester bemakelt sei. Der erleichterndste unter all diesen Autoren ist ja R. Šimo͑n b. Gamliél, und er sagt: dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten; dies schließt wohl die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie aus, daß sie für Priester bemakelt sei.
ט לאפוקי מדהני תנאי דתנן העיד רבי יהושע ור' יהודה בן בתירא על אלמנת עיסה שכשירה לכהונה מאי טעמא הוי ספק ספיקא וספק ספיקא לקולא
9 Dies schließt die Autoren der folgenden Lehre aus: R. Jehošua͑ und R. Jehuda b. Bethera bekundeten, daß die Witwe eines Menschen aus einer Mischfamilie für Priester tauglich sei. – Aus welchem Grunde? – Hierbei besteht ein doppelter Zweifel, und ein doppelter Zweifel ist erleichternd zu entscheiden.
י ודאן בודאן מותר אמר רב יהודה אמר רב הלכה כרבי אליעזר כי אמריתה קמיה דשמואל אמר לי הלל שונה עשרה יוחסים עלו מבבל וכולם מותרים לבא זה בזה ואת אמרת הלכה כרבי אליעזר
10 Z<small>WEIFELLOSE MIT</small> Z<small>WEIFELLOSEN DÜRFEN DIES</small>. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Hillel lehrt, daß zehn Geburtskasten aus Babylonien heraufgezogen, und daß sie mit einander erlaubt seien, und du sagst, die Halakha sei wie R. Elie͑zer!? –
יא ורמי דרב אדרב ורמי דשמואל אדשמואל דאיתמר ארוסה שעיברה רב אמר הולד ממזר ושמואל אמר הולד שתוקי
11 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem Rabh sich mit sich selbst befindet, und auf einen Widerspruch, in dem Šemuél sich mit sich selbst befindet. Es wurde gelehrt: Wenn eine Verlobte schwanger ist, so ist das Kind, wie Rabb sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener.
יב רב אמר הולד ממזר ומותר בממזרת ושמואל אמר הולד שתוקי ואסור בממזרת איפוך רב אמר הולד שתוקי ושמואל אמר הולד ממזר
12 Rabh sagt, das Kind sei ein Hurenkind, und ihm ist ein Hurenkind erlaubt; Šemuél sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und ihm ist ein Hurenkind verboten. – Wende es um: Rabh sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und Šemuél sagt, das Kind sei ein Hurenkind. –
יג תרתי למה לי צריכא דאי איתמר בהא בהא קאמר רב משום דרוב כשרים אצלה אבל התם דרוב פסולים אצלה אימא מודי לשמואל
13 Wozu ist beides nötig? – Dies ist nötig. Würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur da, weil die Mehrheit sie nicht bemakelt macht, hierbei aber, wo die Mehrheit sie bemakelt macht, pflichte er Šemuél bei.
יד ואי איתמר בהך בהא קאמר רב משום דאיכא למיתלה בארוס אבל בהא אימא מודי לשמואל צריכא
14 Und würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil es auf den Verlobten zurückzuführen ist, da aber pflichte er Šemuél bei. Daher ist beides nötig.
טו ואי בעית אימא לעולם לא תיפוך ומאי ממזר דקאמר רב לאו מותר בממזרת אלא דאסור בבת ישראל ושמואל אמר הולד שתוקי דאסור בבת ישראל אי הכי היינו דרב אלא מאי שתוקי שמשתקין אותו מדין כהונה
15 Wenn du willst, sage ich: tatsächlich brauchst du es nicht umzuwenden, denn die Worte Rabhs, es sei ein Hurenkind, besagen nicht, daß ihm ein Hurenkind erlaubt sei, sondern, daß ihm eine Jisraélitin verboten sei; Šemuél sagt, das Kind sei ein Verschwiegener, und ihm ist eine Jisraélitin verboten. – Demnach sagt er ja dasselbe, was Rabh!? – Vielmehr, unter Verschwiegener ist zu verstehen, man bringe seinen Anspruch auf das Priestertum zum Schweigen. –
טז פשיטא השתא מדין ישראל משתקינן ליה מדין כהונה מיבעי אלא מאי שתוקי שמשתקין אותו מנכסי אביו פשיטא מי ידעינן אבוה מנו לא צריכא דתפס
16 Selbstverständlich, wenn man sogar seinen Anspruch auf das Jisraélitentum zum Schweigen bringt, um wieviel mehr, daß man seinen Anspruch auf das Priestertum zum Schweigen bringt!? – Vielmehr, unter Verschwiegener ist zu verstehen, man bringe seinen Anspruch auf das Vermögen seines Vaters zum Schweigen. – Selbstverständlich, weiß man denn, wer sein Vater ist!? – In dem Falle, wenn er es eingehascht hat.
יז ואי בעית אימא מאי שתוקי בדוקי שבודקים את אמו ואומרת לכשר נבעלתי נאמנת כמאן כר"ג האמר שמואל חדא זימנא דתנן היתה מעוברת ואמרו לה מה טיבו של עובר זה מאיש פלוני וכהן הוא ר"ג ורבי אליעזר אומרים נאמנת רבי יהושע אומר אינה נאמנת ואמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבן גמליאל
17 Wenn du aber willst, sage ich: unter Verschwiegener ist Untersuchter zu verstehen; man untersuche seine Mutter, und wenn sie sagt, sie sei von einem Unbemakelten beschlafen worden, so ist sie glaubhaft. – Also nach R. Gamliél, und dies sagte ja Šemuél bereits einmal!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und man sie fragt, welches Bewenden es mit ihrer Geburt habe, und sie erwidert, von jenem Manne, der Priester ist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft, und wie R. Jehošua͑ sagt, nicht glaubhaft. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél. –
יח צריכא דאי מהתם הוה אמינא התם רוב כשירים אצלה אבל הכא דרוב פסולים אצלה אימא לא צריכא
18 Dies ist nötig; aus jener Lehre könnte man entnehmen, nur wenn die Mehrheit sie nicht bemakelt macht, nicht aber hierbei, wo die Mehrheit sie bemakelt macht, so lehrt er uns.
יט תניא וכן רבי אלעזר אומר כותי לא ישא כותית מאי טעמא אמר רב יוסף עשאוהו כגר לאחר עשרה דורות דתניא גר עד עשרה דורות מותר בממזרת מכאן ואילך אסור בממזרת
19 Es wird gelehrt: Ebenso sagte R. Elea͑zar, ein Samaritaner dürfe keine Samaritanerin heiraten. – Aus welchem Grunde? R. Joseph erwiderte: Man hat ihn einem Proselyten der zehnten Generation gleichgestellt. Es wird nämlich gelehrt: Einem Proselyten ist bis zur zehnten Generation ein Hurenkind erlaubt, von da ab ist ihm ein Hurenkind verboten.
כ ויש אומרים עד שישתקע שם עבודת כוכבים ממנו
20 Manche sagen, bis der Name des Götzendienstes und der Nichtjudenschaft sich bei ihm verloren hat.
כא א"ל אביי מי דמי התם גר ישן וממזרת חדשה אמרי בר ישראל הוא דקא נסיב ממזרת הכא אידי ואידי כי הדדי נינהו אלא כי אתא רב דימי אמר רבי אלעזר סבר לה כרבי ישמעאל
21 Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da ist er ein eingebürgerter Proselyt und sie ein neues Hurenkind, und man könnte sagen, er sei ein Jisraélit und heirate ein Hurenkind, hierbei aber gleichen sie ja einander!? Vielmehr, als R. Dimi kam, sagte er, R. Elea͑zar sei der Ansicht R. Jišma͑éls,