Kiddushin 155

Kapitel 155

א זונה משוי לה חללה לא משוי לה חזר ובא עליה עשאה חללה
1 sie zur Hure und nicht zur Entweihten, und wenn er sie wiederum beschläft, so macht er sie auch zur Entweihten.
ב אמר רב יהודה כהן גדול באלמנה לוקה שתים אחת משום (ויקרא כא, ז) לא יקח ואחת משום (ויקרא כא, ו) לא יחלל ולילקי נמי משום (ויקרא כא, טו) לא יחלל זרעו בשלא גמר ביאתו
2 R. Jehuda sagte: Wenn ein Hochpriester eine Witwe [heiratet], so erhält er zweimal Geißelhiebe, einmal wegen: <i>er soll nicht nehmen</i>, und einmal wegen: <i>daß er nicht entweihe</i>. – Sollte er Geißelhiebe erhalten auch wegen: <i>daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe</i>!? – Wenn er den Beischlaf nicht vollendet hat.
ג מתיב רבא אלמנה וגרושה לוקה משום שני שמות מאי לאו שני שמות ותו לא
3 Raba wandte ein: Wenn eine Witwe und Geschiedene, so erhält er Geißelhiebe wegen zweier Benennungen. Doch wohl nur wegen zweier Benennungen und nicht mehr!? –
ד לא שני שמות על זה ושני שמות על זה
4 Nein, zwei Benennungen bei dem einen [Verbote] und zwei Benennungen beim anderen [Verbote]. –
ה אי הכי אימא סיפא גרושה וחלוצה אינו חייב אלא על אחת ה"ק אינו חייב אלא על אחת ולעולם שני שמות
5 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn eine Geschiedene und Ḥaluça, so ist er nur einmal schuldig!? – Er meint es wie folgt: er ist nur wegen des einen schuldig, aber tatsächlich wegen beider Verbote. –
ו וחלוצה דרבנן והתניא גרושה אין לי אלא גרושה חלוצה מנין תלמוד לומר ואשה מדרבנן וקרא אסמכתא בעלמא
6 Ist ihm denn die Ḥaluça nur rabbanitisch [verboten], es wird ja gelehrt: <i>Geschiedene</i>, ich weiß dies nur von der Geschiedenen, woher dies von der Ḥaluça? Es heißt: <i>und eine Frau</i>!? – Rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung.
ז אמר אביי קידש לוקה בעל לוקה קידש לוקה משום לא יקח בעל לוקה משום לא יחלל רבא אמר בעל לוקה לא בעל אינו לוקה משום דכתיב לא יקח ולא יחלל מה טעם לא יקח משום לא יחלל
7 Abajje sagte: Hat er sie sich angetraut, so erhält er Geißelhiebe, hat er sie beschlafen, so erhält er [wiederum] Geißelhiebe. Hat er sie sich angetraut, so erhält er Geißelhiebe wegen: <i>er soll nicht nehmen</i>; hat er sie beschlafen, so erhält er Geißelhiebe wegen: <i>daß er nicht entweihe</i>. Raba sagte: Hat er sie beschlafen, so erhält er Geißelhiebe, hat er sie nicht beschlafen, so erhält er keine Geißelhiebe, denn er darf sie deshalb nicht nehmen, damit er nicht entweihe.
ח ומודה אביי במחזיר גרושתו שאם קידש ולא בעל שאינו לוקה (דברים כד, ד) לקחתה להיות לו לאשה אמר רחמנא והא ליכא
8 Abajje pflichtet jedoch hinsichtlich der Wiedernahme einer Geschiedenen bei, daß, wenn er sie sich nur angetraut und nicht beschlafen hat, er keine Geißelhiebe erhalte, denn der Allbarmherzige sagt: <i>daß sie seine Frau werde</i>, was hierbei nicht der Fall ist.
ט ומודה רבא בכהן גדול באלמנה שאם בעל ולא קידש שלוקה ולא יחלל זרעו בעמיו אמר רחמנא והרי הוא חילל ושניהם מודים במחזיר גרושתו שאם בעל ולא קידש שאינו לוקה דרך ליקוחין אסרה תורה
9 Ferner pflichtet Raba bei, daß, wenn der Hochpriester eine Witwe nur beschlafen und sie sich nicht angetraut hat, er Geißelhiebe erhalte, denn der Allbarmherzige sagt: <i>daß er seine Nachkommenschaft nicht entweihe</i>, und er hat sie entweiht. Und ferner pflichten beide hinsichtlich der Wiedernahme einer Geschiedenen bei, daß, wenn er sie nur beschlafen und sich nicht angetraut hat, er keine Geißelhiebe erhalte, denn die Tora hat nur die Heirat verboten.
י רבי יהודה אומר בת גר זכר כבת חלל תניא רבי יהודה אומר בת גר זכר כבת חלל זכר והדין נותן מה חלל שבא מטפה כשרה בתו פסולה גר שבא מטפה פסולה אינו דין שבתו פסולה
10 R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>DIE</small> T<small>OCHTER EINES MÄNNLICHEN</small> P<small>ROSELYTEN GLEICHE DER</small> T<small>OCHTER EINES</small> E<small>NTWEIHTEN</small>. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Tochter eines männlichen Proselyten gleicht der Tochter eines männlichen Entweihten. Dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn die Tochter eines Entweihten, der von einem reinen Tropfen kommt, bemakelt ist, um wieviel mehr ist die Tochter eines Proselyten, der von einem unreinen Tropfen kommt, bemakelt.
יא מה לחלל שכן יצירתו בעבירה כהן גדול באלמנה יוכיח שאין יצירתו בעבירה בתו פסולה
11 [Erwidert man:] wohl die des Entweihten, weil seine Erschaffung in Sünde erfolgt ist, so ist vom Hochpriester mit einer Witwe [das Entgegengesetzte] zu beweisen: seine Erschaffung ist nicht in Sünde erfolgt, und seine Tochter ist bemakelt;
יב מה לכהן גדול באלמנה שכן ביאתו בעבירה חלל יוכיח
12 [erwidert man:] wohl die des Hochpriesters von einer Witwe, weil der Beischlaf sündhaft war, so ist vom Entweihten [das Entgegengesetzte] zu beweisen.
יג וחזר הדין לא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שאינן ברוב הקהל אף אני אביא את הגר שאינו ברוב הקהל ובתו פסולה
13 Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der des anderen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie sich von der Mehrheit der Gemeinde unterscheiden, somit ist auch der Proselyt einzuschließen, er unterscheidet sich ebenfalls von der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist bemakelt. –
יד מה להצד השוה שבהן שכן יש בהם צד עבירה
14 Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß ihnen eine Sünde anhaftet!? –
טו לא תימא כהן גדול באלמנה יוכיח אלא אימא מצרי ראשון יוכיח
15 Sage nicht, vom Hochpriester mit einer Witwe sei [das Entgegengesetzte] zu beweisen, sondern von einem Miçri erster Generation ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen.
טז מה למצרי ראשון שכן אינו ראוי לבא בקהל חלל יוכיח
16 [Erwidert man:] wohl die des Miçri erster Generation, weil er nicht in die Gemeinde kommen darf, so ist vom Entweihten [das Entgegengesetzte] zu beweisen.
יז וחזר הדין לא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שאינן ברוב קהל ובתו פסולה אף אני אביא את הגר שאינו ברוב קהל ובתו פסולה
17 Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie sich von der Mehrheit der Gemeinde unterscheiden, und die Tochter ist bemakelt, somit ist auch der Proselyt einzuschließen, er unterscheidet sich von der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist bemakelt. –
יח מה להצד השוה שבהן שכן פוסלים בביאתם ורבי יהודה גר נמי פוסל בביאתו ומייתי לה במה הצד מהאי דינא
18 Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß sie [eine Frau] durch den Beischlaf bemakeln!? – Auch ein Proselyt bemakelt [eine Frau] durch den Beischlaf, und er folgert es durch denselben Schluß.
יט ר' אליעזר בן יעקב אומר גר תניא רבי שמעון בן יוחי אומר גיורת פחותה מבת שלש שנים ויום אחד כשרה לכהונה שנאמר (במדבר לא, יח) וכל הטף בנשים החיו לכם והלא פינחס היה עמהם ורבנן החיו לכם לעבדים ולשפחות
19 R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB SAGT</small> &amp;<small>C</small>. <small>EIN</small> P<small>ROSELYT</small>. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage ist für Priester unbemakelt, denn es heißt: <i>aber Kinder unter den Weibern laßt für euch leben</i>, und auch Pinḥas war unter ihnen. – Und die Rabbanan!? – <i>Laßt für euch leben</i>, als Sklaven und Mägde.
כ וכולן מקרא אחד דרשו (יחזקאל מד, כב) אלמנה וגרושה לא יקחו להם לנשים כי אם בתולות מזרע בית ישראל רבי יהודה סבר עד דאית כל זרע מישראל רבי אליעזר בן יעקב סבר מזרע ואפילו מקצת זרע
20 Alle folgern sie es aus einem Schriftverse: <i>und eine Witwe und eine Geschiedene sollen sie sich nicht zu Frauen nehmen, sondern Jungfrauen vom Samen des Hauses Jisraél</i>. R. Jehuda ist der Ansicht, nur wenn der ganze Samen von Jisraél ist; R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, <i>vom Samen</i>, auch ein Teil des Samens;
כא רבי יוסי סבר מי שנזרעו בישראל רבי שמעון בן יוחי סבר מי שנזרעו בתוליה בישראל
21 R. Jose ist der Ansicht, wenn der Samen in Jisraél gesäet wurde; und R. Šimo͑n b. Joḥaj ist der Ansicht, wenn ihre Jungfernschaft in Jisraél gepflanzt worden ist.
כב אמר ליה רב נחמן לרבא
22 R. Naḥman sprach zu Raba: