Kiddushin 156

Kapitel 156

א האי קרא רישא בכהן גדול וסיפא בכהן הדיוט אמר ליה אין
1 Dieser Schriftvers spricht am Anfang von Hochpriester und am Schlusse von einem gemeinen Priester!? Dieser erwiderte: Allerdings. –
ב וכתב קרא הכי אמר ליה אין דכתיב (שמואל א ג, ג) ונר אלהים טרם יכבה ושמואל שוכב בהיכל ה' והלא אין ישיבה בעזרה אלא למלכי בית דוד בלבד אלא נר אלהים טרם יכבה בהיכל ה' ושמואל שוכב במקומו
2 Pflegt dies in der Schrift zu erfolgen!? – Freilich, so heißt es: <i>die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen und Šemuél lag im Tempel des Herrn</i>, und da das Sitzen im Tempelhofe nur Königen aus dem Davidischen Hause erlaubt war, so [ist dies zu verstehen:] die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen, im Tempel des Herrn, und Šemuél lag, auf seinem Platze.
ג (יחזקאל מד, כב) והאלמנה אשר תהיה אלמנה מכהן יקחו מכהן אין מישראל לא הכי קאמר מכהן יקחו משאר כהנים יקחו תניא נמי הכי מכהן יקחו משאר כהנים יקחו
3 <i>Und eine Witwe, die verwitwet ist von einem Priester, mögen sie nehmen</i>. Nur von einem Priester, nicht aber von einem Jisraéliten!? – Er meint es wie folgt: <i>von einem Priester mögen sie nehmen</i>, andere Priester mögen sie nehmen. Ebenso wird auch gelehrt: <i>Von einem Priester mögen sie nehmen</i>, andere Priester mögen sie nehmen.
ד רבי יהודה אומר מן המשיאים לכהונה יקחו רבי יהודה לטעמיה דאמר בת גר זכר כבת חלל זכר כל שאתה נושא בתו אתה נושא אלמנתו וכל שאי אתה נושא בתו אי אתה נושא אלמנתו
4 R. Jehuda erklärte: Von solchen, die [ihre Töchter] an Priester verheiraten dürfen, mögen sie nehmen. R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen Entweihten; dessen Tochter du nehmen darfst, dessen Witwe darfst du nehmen, und dessen Tochter du nicht nehmen darfst, dessen Witwe darfst du nicht nehmen.
ה ר' יוסי אומר אף גר שנשא גיורת אמר רב המנונא משמיה דעולא הלכה כרבי יוסי וכן אמר רבה בר בר חנה הלכה כרבי יוסי ומיום שחרב בית המקדש נהגו כהנים סילסול בעצמן כרבי אליעזר בן יעקב
5 R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>AUCH WENN EIN</small> P<small>ROSELYT EINE</small> P<small>ROSELYTIN GEHEIRATET HAT</small>. R. Hamnuna sagte im Namen U͑las: Die Halakha ist wie R. Jose. Ebenso sagte auch Rabba b. Bar Ḥana, die Halakha sei wie R. Jose. Seitdem der Tempel zerstört ist, haben jedoch die Priester sich eine Vornehmheit beigelegt, nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob.
ו אמר רב נחמן אמר לי הונא בא לימלך מורים לו כרבי אליעזר בן יעקב נשא אין מוציאים אותה ממנו כרבי יוסי
6 R. Naḥman sagte: Hona sagte mir folgendes: wenn jemand um Rat fragen kommt, so entscheide man ihm nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, hat er bereits geheiratet, so bringe man sie von ihm nicht fort, nach R. Jose.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> האומר בני זה ממזר אינו נאמן ואפילו שניהם מודים על העובר שבמעיה ממזר הוא אינם נאמנים רבי יהודה אומר נאמנים
7 <b>W</b><small>ENN JEMAND SAGT</small>: <small>DIESER MEIN</small> S<small>OHN IST EIN</small> H<small>URENKIND</small>, <small>SO IST ER NICHT</small> <small>GLAUBHAFT</small>, <small>UND SELBST WENN BEIDE</small> <small>ÜBER DIE</small> G<small>EBURT IN IHREM</small> L<small>EIBE SAGEN</small>, <small>ES SEI EIN</small> H<small>URENKIND</small>, <small>SIND SIE NICHT GLAUBHAFT</small>. R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>SIE SEIEN GLAUBHAFT</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי ואפילו שניהם לא מיבעיא קאמר לא מיבעיא איהו דלא קים ליה אלא אפילו איהי דקים לה לא מהימנא ולא מיבעיא היכא דאית ליה חזקה דכשרות דלא מהימני אלא אפילו עובר נמי דלית ליה חזקה דכשרות לא מהימני
8 GEMARA. Was heißt: selbst beide? – Jenes ist selbstverständlich; selbstverständlich er nicht, da er es nicht sicher weiß, aber auch sie, die es sicher weiß, ist nicht glaubhaft. Und selbstverständlich sind sie in dem Falle nicht glaubhaft, wo ein bisheriger Zustand der Makellosigkeit vorhanden ist, aber auch hinsichtlich der Geburt, bei der kein bisheriger Zustand der Makellosigkeit vorhanden ist, sind sie nicht glaubhaft.
ט רבי יהודה אומר נאמנים כדתניא (דברים כא, יז) יכיר יכירנו לאחרים מכאן אמר רבי יהודה נאמן אדם לומר זה בני בכור וכשם שנאמן אדם לומר זה בני בכור כך נאמן אדם לומר זה בן גרושה וזה בן חלוצה וחכמים אומרים אינו נאמן
9 R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>SIE SEIEN GLAUBHAFT</small>. Wie gelehrt wird: <i>Anerkennen</i>, anderen gegenüber anerkennen. Hieraus folgert R. Jehuda, ein Mensch sei glaubhaft, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener. Und wie ein Mensch glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubhaft.
י אמר ליה רב נחמן בר יצחק לרבא בשלמא לרבי יהודה היינו דכתיב יכיר אלא לרבנן יכיר למה לי
10 R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Erklärlich ist [das Wort] <i>anerkennen</i> nach R. Jehuda, wozu aber heißt es <i>anerkennen</i> nach den Rabbanan!? – Wenn ein Anerkennen erforderlich ist. –
יא בצריך הכירא למאי הלכתא (דברים כא, יז) לתת לו פי שנים פשיטא למה לי קרא מגו דאי בעי מיתבא ליה מתנה מי לא יהבי ליה
11 Wohl deshalb, um ihm einen doppelten Anteil zu gewähren; wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja selbstverständlich, kann er denn nicht, wenn er es will, ihm ein Geschenk machen!? –
יב בנכסים שנפלו לאחר מיכן
12 Hinsichtlich der Güter, die ihm später zufallen. –
יג ולרבי מאיר דאמר אדם מקנה דבר שלא בא לעולם יכיר למה לי שנפלו לו כשהוא גוסס
13 Wozu ist nach R. Meír, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf der Welt ist, [das Wort] <i>anerkennen</i> nötig? – Hinsichtlich solcher, die ihm zufallen, während er im Sterben liegt.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> מי שנתן רשות לשלוחו לקדש את בתו והלך הוא וקדשה אם שלו קדמו קידושיו קידושין ואם של שלוחו קדמו קידושיו קידושין ואם אינו ידוע
14 <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINEM</small> B<small>EAUFTRAGTEN DEN</small> A<small>UFTRAG ERTEILT HAT</small>, <small>SEINE</small> T<small>OCHTER ANZUTRAUEN</small>, <small>UND DARAUF GEHT UND SIE SELBER</small> <small>ANTRAUT</small>, <small>SO IST</small>, <small>FALLS SEINE</small> A<small>NTRAUUNG ZUERST ERFOLGT IST</small>, <small>SEINE GÜLTIG</small>, <small>UND FALLS DIE DES</small> B<small>EAUFTRAGTEN ZUERST ERFOLGT IST</small>, <small>SEINE GÜLTIG</small>; <small>IST ES NICHT BEKANNT</small>,