Kiddushin 35

Kapitel 35

א וכאן שהורתו שלא בקדושה ולידתו בקדושה
1 und das andere, wenn seine Schwängerung nicht in Heiligkeit und seine Geburt in Heiligkeit erfolgt ist.
ב רב חייא בר אבין א"ר יוחנן עובד כוכבים יורש את אביו דבר תורה דכתיב (דברים ב, ה) כי ירושה לעשו נתתי את הר שעיר ודלמא ישראל מומר שאני אלא מהכא (דברים ב, ט) כי לבני לוט נתתי את ער ירושה
2 R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Nichtjude beerbt seinen Vater nach der Tora, denn es heißt: <i>denn das Gebirge Sei͑r habe ich E͑sav zum Erbbesitze gegeben</i>. – Vielleicht ist es bei einem abtrünnigen Jisraéliten anders!? – Vielmehr, hieraus: <i>denn A͑r habe ich den Söhnen Loṭs zum Erbbesitze gegeben</i>. –
ג ורב חייא בר אבין מאי טעמא לא אמר כרבא מי כתיב (ויקרא כה, נ) וחשב עם קונהו ולא עם יורשי קונהו
3 Weshalb lehrt R. Ḥija b. Abin nicht wie Raba? – Heißt es etwa, daß er nur mit seinem Käufer und nicht mit den Erben seines Käufers rechne!? –
ד ורבא מאי טעמא לא אמר כרב חייא בר אבין משום כבודו דאברהם שאני :
4 Weshalb lehrt Raba nicht wie R. Ḥija b. Abin? – Da ist es anders, wegen der Ehrung Abrahams.
ה תנו רבנן יש בעברי שאין בעבריה ויש בעבריה שאין בעברי יש בעברי שהוא יוצא בשנים וביובל ובמיתת האדון מה שאין כן בעבריה ויש בעבריה שהרי עבריה יוצאה בסימנין ואינה נמכרת ונשנית ומפדין אותה בעל כורחו מה שאין כן בעברי :
5 Die Rabbanan lehrten: Manches gilt beim hebräischen Sklaven und nicht bei der Magd, und manches bei der Magd und nicht beim Sklaven. Manches beim Sklaven, denn er geht frei aus, durch die Jahre, durch das Jobeljahr und durch den Tod des Herrn, was bei der Magd nicht der Fall ist. Manches bei der Magd, denn die Magd geht frei aus durch Pubertätszeichen, sie wird nicht zweitmals verkauft und man löse sie gegen seinen Willen aus, was beim Sklaven nicht der Fall ist.
ו אמר מר יש בעברי שאין בעבריה ורמינהי יתירה עליו אמה העבריה שקונה עצמה בסימנין אמר רב ששת כגון שיעדה
6 Der Meister sagte: Manches gilt beim hebräischen Sklaven, was bei der Magd nicht der Fall ist. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: ihm überlegen ist die hebräische Magd, die sich durch die Pubertätszeichen aneignet!? R. Šešeth erwiderte: Wenn er sie [zur Frau] bestimmt hat. –
ז יעדה פשיטא גיטא בעיא מהו דתימא לא ליבטלה הילכתא מינה קמ"ל אי הכי אמאי יוצאה בסימנין ה"ק אם לא יעדה יוצאה אף בסימנין :
7 Wenn er sie bestimmt hat, so ist es ja selbstverständlich, sie benötigt ja dann eines Scheidebriefes!? – Man könnte glauben, man hebe bei ihr die Gesetze nicht auf, so lehrt er uns. – Wieso geht sie demnach durch Pubertätszeichen aus!? – Er meint es wie folgt: wenn er sie nicht [zur Frau] bestimmt hat, so geht sie auch durch Pubertätszeichen aus.
ח ואינה נמכרת ונשנית : מכלל דעבד עברי נמכר ונשנה והתניא (שמות כב, ב) בגניבתו ולא בכפילו בגניבתו ולא בזממו בגניבתו כיון שנמכר פעם אחת שוב אי אתה רשאי למוכרו
8 «Sie wird nicht zweitmals verkauft.» Demnach wird ein hebräischer Sklave zweitmals verkauft, und dem widersprechend wird gelehrt: <i>wegen seines Diebstahls</i>, nicht aber wegen des Doppelten; <i>wegen seines Diebstahls</i>, nicht aber wegen seiner falschen Zeugenaussage; <i>wegen seines Diebstahls</i>, wenn er einmal verkauft worden war, so darfst du ihn nicht wiederum verkaufen!?
ט אמר רבא לא קשיא כאן בגניבה אחת כאן בשתי גניבות
9 Raba erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Diebstahl und das andere von zwei Diebstählen.
י א"ל אביי בגניבתו טובא משמע אלא אמר אביי לא קשיא כאן באדם אחד כאן בשני בני אדם
10 Abajje sprach zu ihm: Unter <i>seines Diebstahls</i> sind ja viele zu verstehen!? Vielmehr, erklärte Abajje, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von einer Person und das andere von zwei Personen.
יא ת"ר גניבו אלף ושוה חמש מאות נמכר וחוזר ונמכר גניבו חמש מאות ושוה אלף אינו נמכר כלל ר' אליעזר אומר אם היה גניבו כנגד ממכרו נמכר ואם לאו אינו נמכר
11 Die Rabbanan lehrten: Wenn sein Diebstahl tausend beträgt und er fünfhundert wert ist, so wird er verkauft und abermals verkauft; wenn sein Diebstahl fünfhundert beträgt und er tausend wert ist, so wird er überhaupt nicht verkauft. R. Elie͑zer sagt, wenn sein Diebstahl seinem Werte entspricht, werde er verkauft, wenn aber nicht, werde er nicht verkauft.
יב אמר רבא בהא זכנהו ר"א לרבנן דמאי שנא גניבו חמש מאות ושוה אלף דאין נמכר דנמכר כולו אמר רחמנא ולא חציו ה"נ נמכר בגניבתו אמר רחמנא ולא נמכר בחצי גניבתו :
12 Raba sagte: Durch folgendes besiegte R. Elie͑zer die Rabbanan: wenn sein Diebstahl fünfhundert beträgt und er tausend wert ist, wird er wohl deshalb nicht verkauft, weil der Allbarmherzige sagt, er werde vollständig verkauft, nicht aber zur Hälfte, ebenso sagt der Allbarmherzige, er werde wegen seines [vollständigen] Diebstahls verkauft, nicht aber wegen des halben Diebstahls.
יג ומפדין אותה בעל כרחו : סבר רבא למימר בעל כרחיה דאדון א"ל אביי מאי ניהו דכתבנא ליה שטרא אדמיה אמאי נקיט מרגניתא בידיה יהיבנא ליה חספא
13 «Man löse sie gegen seinen Willen aus.» Raba wollte erklären, gegen den Willen des Herrn, da sprach Abajje zu ihm: Dies heißt wohl, daß man ihm einen Schuldschein über ihren Wert schreibe; wieso sollte man ihm statt einer Perle, die er in der Hand hat, eine Scherbe geben!?
יד אלא אמר אביי בעל כרחיה דאב משום פגם משפחה אי הכי עבד עברי נמי נכפינהו לבני משפחה משום פגם משפחה הדר אזיל ומזבין נפשיה
14 Vielmehr, erklärte Abajje, gegen den Willen des Vaters, wegen der Bemakelung der Familie. – Demnach sollte man auch die Verwandten eines hebräischen Sklaven dazu zwingen, wegen der Bemakelung der Familie!? – Er könnte gehen und sich wiederum verkaufen. –
טו ה"נ הדר אזיל ומזבין לה הא קתני אינה נמכרת ונשנית ומני ר"ש היא דתניא מוכר אדם את בתו לאישות ושונה לשפחות ושונה לאישות אחר שפחות אבל לא לשפחות אחר אישות רש"א כשם שאין אדם מוכר את בתו לשפחות אחר אישות כך אין אדם מוכר את בתו לשפחות אחר שפחות
15 Auch bei jener kann er ja gehen und sie wiederum verkaufen!? – Er lehrt ja, daß sie nicht zweitmals verkauft werden dürfe. Dies nach R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Man kann seine Tochter zur Ehelichung verkaufen und dies wiederholen, zur Dienstbarkeit, und dies wiederholen, zur Ehelichung nach der Dienstbarkeit, nicht aber zur Dienstbarkeit nach der Ehelichung. R. Šimo͑n sagt, wie man seine Tochter nicht zur Dienstbarkeit nach der Ehelichung verkaufen darf, ebensowenig darf man seine Tochter zur Dienstbarkeit nach der Dienstbarkeit verkaufen.
טז ובפלוגתא דהני תנאי דתניא (שמות כא, ח) בבגדו בה
16 Sie führen den gleichen Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: <i>Wenn er treulos an ihr handelt</i>,