Kiddushin 34

Kapitel 34

א למר למעוטי כספים למר למעוטי פרדות
1 heißt es deshalb, um nach dem einen Geld und nach dem anderen Maultiere auszuschließen.
ב ת"ר (דברים טו, יד) אשר ברכך ה' אלהיך יכול נתברך בית בגללו מעניקים לו לא נתברך בית בגללו אין מעניקים לו ת"ל (דברים טו, יד) הענק תעניק מכל מקום אם כן מה ת"ל אשר ברכך הכל לפי ברכה תן לו
2 Die Rabbanan lehrten: <i>Womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat</i>; man könnte glauben, wenn das Haus seinetwegen gesegnet worden ist, beschenke man ihn, und wenn das Haus nicht seinetwegen gesegnet worden ist, beschenke man ihn nicht, so heißt es: <i>schenken, beschenken sollst du</i>, in jedem Falle. Weshalb heißt es demnach: <i>womit der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat</i>? Man gebe ihm dem Segen entsprechend.
ג ר' אלעזר בן עזריה אומר דברים ככתבן נתברך בית בגללו מעניקים לו לא נתברך בית בגללו אין מעניקים לו א"כ מה ת"ל הענק תעניק דברה תורה כלשון בני אדם :
3 R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, die Worte seien wörtlich zu nehmen: ist das Haus seinetwegen gesegnet worden, beschenke man ihn, ist das Haus nicht seinetwegen gesegnet worden, beschenke man ihn nicht. Weshalb heißt es demnach <i>schenken, beschenken sollst du</i>? – Die Tora gebraucht die übliche Redewendung der Menschen.
ד תנו רבנן עבד עברי עובד את הבן ואינו עובד את הבת אמה עבריה אינה עובדת לא את הבן ולא את הבת הנרצע והנמכר לעובד כוכבים אינו עובד לא את הבן ולא את הבת אמר מר עבד עברי עובד את הבן ואינו עובד את הבת מנהני מילי
4 Die Rabbanan lehrten: Der hebräische Sklave diene dem Sohne, nicht aber der Tochter; die hebräische Magd diene weder dem Sohne noch der Tochter; der Angebohrte und der an einen Nichtjuden Verkaufte diene weder dem Sohne noch der Tochter. Der Meister sagte: Der hebräische Sklave diene dem Sohne, nicht aber der Tochter. Woher dies? –
ה דתנו רבנן (דברים טו, יב) ועבדך שש שנים לך ולא ליורש אתה אומר לך ולא ליורש או אינו אלא לך ולא לבן כשהוא אומר (שמות כא, ב) שש שנים יעבד הרי לבן אמור הא מה אני מקיים ועבדך שש שנים לך ולא ליורש
5 Die Rabbanan lehrten: <i>Er diene dir sechs Jahre</i>; dir, nicht aber einem Erben. Du sagst: dir, nicht aber einem Erben, vielleicht ist dem nicht so, sondern: dir, nicht aber einem Sohne!? Wenn es heißt: <i>sechs Jahre soll er dienen</i>, so gilt dies ja auch vom Sohne, somit sind [die Worte] <i>er diene dir sechs Jahre</i> zu erklären: dir, nicht aber einem Erben.
ו מה ראית לרבות את הבן ולהוציא את האח מרבה אני את הבן שכן קם תחת אביו ליעדה ולשדה אחוזה
6 Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? – Ich schließe den Sohn ein, der anstelle seines Vaters tritt bei der Bestimmung und beim Erbbesitzfelde. –
ז אדרבה מרבה אני את האח שכן קם תחת אחיו ליבום כלום יש יבום אלא במקום שאין בן הא יש בן אין יבום
7 Im Gegenteil, der Bruder ist ja einzuschließen, da er anstelle seines Bruders tritt bei der Schwagerehe!? – Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, wenn aber ein Sohn da ist, erfolgt auch keine Schwagerehe. –
ח אלא טעמא דאיכא הא פירכא הא לאו הכי אח עדיף ותיפוק לי דהכא תרתי והכא חדא
8 Nur wegen dieser Widerlegung, sonst wäre der Bruder bevorzugter; aber es sollte doch maßgebend sein, daß bei jenem zweierlei und bei diesem nur eines zu berücksichtigen ist!? –
ט שדה אחוזה נמי מהאי פירכא הוא דקא נפקא ליה לתנא כלום יש יבום אלא במקום שאין בן :
9 Auch bezüglich des Erbbesitzfeldes wird es durch diese Widerlegung gefolgert: die Schwager ehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist.
י אמה העבריה אינה עובדת לא את הבן ולא את הבת : מנהני מילי אמר רבי פדא דאמר קרא (דברים טו, יז) ואף לאמתך תעשה כן הקישה הכתוב לנרצע מה נרצע אינו עובד לא את הבן ולא את הבת אף אמה העבריה אינה עובדת לא את הבן ולא את הבת והאי לאמתך תעשה כן להכי הוא דאתא הא מיבעי ליה לכדתניא ואף לאמתך תעשה כן להעניק
10 «Die hebräische Magd diene weder dem Sohne noch der Tochter.» Woher dies? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt: <i>und auch deiner Magd tue also</i>; die Schrift vergleicht sie mit dem Angebohrten, wie der Angebohrte weder dem Sohne noch der Tochter dient, ebenso diene die hebräische Magd weder dem Sohne noch der Tochter. – Ist denn [der Schriftvers:] <i>und auch deiner Magd tue also</i>, hierfür zu verwenden, er ist ja wegen folgender Lehre nötig!? <i>Auch deiner Magd tue also</i>, hinsichtlich der Beschenkung.
יא אתה אומר להעניק או אינו אלא לרציעה כשהוא אומר (שמות כא, ה) ואם אמר יאמר העבד ולא אמה העבריה הרי רציעה אמור
11 Du sagst, hinsichtlich der Beschenkung, vielleicht hinsichtlich des Anbohrens!? Wenn es heißt: <i>wenn der Sklave sagt</i>, nicht aber die hebräische Magd, so ist es vom Anbohren bereits gesagt,
יב הא מה אני מקיים ואף לאמתך תעשה כן להעניק א"כ נכתוב קרא לאמתך כן מאי תעשה שמעת מינה תרתי
12 somit ist [der Schriftvers:] <i>und auch deiner Magd tue also</i>, auf die Beschenkung zu beziehen. – Es sollte heißen: <i>mit deiner Magd also</i>, wenn es aber auch <i>tue</i> heißt, so ist beides zu entnehmen.
יג : הנרצע והנמכר לעובד כוכבים אינו עובד לא את הבן ולא את הבת : נרצע דכתיב (שמות כא, ו) ורצע אדוניו את אזנו במרצע ועבדו לעולם ולא את הבן ואת הבת נמכר לעובד כוכבים מנין אמר חזקיה אמר קרא (ויקרא כה, נ) וחשב עם קונהו ולא עם יורשי קונהו
13 «Der Angebohrte und der an einen Nichtjuden Verkaufte diene weder dem Sohne noch der Tochter.» Der Angebohrte, denn es heißt: <i>der Herr bohre ihm sein Ohr mit einem Pfriemen, und er diene ihm ewig</i>, nicht aber dem Sohne oder der Tochter. Woher dies von einem an einen Nichtjuden Verkauften? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt: <i>er rechne mit seinem Käufer</i>, nicht aber mit den Erben seines Käufers.
יד אמר רבא דבר תורה עובד כוכבים יורש את אביו שנאמר וחשב עם קונהו ולא עם יורשי קונהו מכלל דאית ליה יורשים גר את העובד כוכבים אינו מדברי תורה אלא מדברי סופרים
14 Raba sagte: Nach der Tora beerbt ein Nichtjude seinen Vater, denn es heißt: <i>er rechne mit seinem Käufer</i>, nicht aber mit den Erben seines Käufers, demnach hat er Erben. Ein Proselyt einen Nichtjuden nicht nach der Tora, wohl aber rabbanitisch,
טו דתנן גר ועובד כוכבים שירשו את אביהם עובד כוכבים גר יכול לומר לעובד כוכבים טול אתה עבודת כוכבים ואני מעות טול אתה יין נסך ואני פירות משבאו לרשות גר אסור
15 denn wir haben gelernt: Wenn ein Proselyt und ein Nichtjude ihren nichtjüdischen Vater beerben, so kann der Proselyt zum Nichtjuden sagen: nimm du die Götzen und ich das Geld, nimm du den Libationswein und ich die Früchte; sind sie bereits in den Besitz des Proselyten gekommen, so ist dies verboten.
טז ואי סלקא דעתך דאורייתא כי לא באו לרשותו נמי כי שקיל חילופי עבודת כוכבים הוא דקא שקיל
16 Wenn man nun sagen wollte, [er beerbe ihn] nach der Tora, so nimmt er ja, auch wenn sie noch nicht in seinen Besitz gekommen sind, Ersatz für die Götzen.
יז אלא מדרבנן גזירה הוא דעבוד רבנן שמא יחזור לסורו תניא נמי הכי במה דברים אמורים כשירשו אבל כשנשתתפו אסור
17 Vielmehr erfolgt dies nur rabbanitisch, denn die Rabbanan haben diese Bestimmung getroffen, weil er zu seiner Schlechtigkeit zurückkehren könnte. Ebenso wird gelehrt: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie geerbt haben, wenn sie aber Teilhaber sind, so ist es verboten.
יח עובד כוכבים את הגר וגר את הגר אינו לא מדברי תורה ולא מדברי סופרים דתנן לוה מעות מן הגר שנתגיירו בניו עמו לא יחזיר לבניו ואם החזיר אין רוח חכמים נוחה הימנו
18 Ein Nichtjude einen Proselyten und ein Proselyt einen Proselyten [beerbt] weder nach der Tora noch rabbanitisch, denn es wird gelehrt: Wenn er Geld geliehen hat von einem Proselyten, dessen Kinder sich mit ihm bekehrt haben, so gebe er es seinen Kindern nicht zurück; gibt er es ihnen zurück, so gebührt ihm keine Anerkennung der Weisen. –
יט והתניא רוח חכמים נוחה הימנו לא קשיא כאן שהורתו ולידתו שלא בקדושה
19 Es wird ja aber gelehrt, daß ihm eine Anerkennung der Weisen gebühre!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn seine Schwängerung und seine Geburt nicht in Heiligkeit erfolgt ist,