Kiddushin 56

Kapitel 56

א כיון שזכה זה נתחייב בחליפין דיקא נמי דקתני כיצד החליף שור בפרה או חמור בשור ש"מ
1 er ist, sobald der andere es erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Zum Beispiel: wenn er ein Rind auf eine Kuh oder einen Esel auf ein Rind getauscht hat. Schließe hieraus. –
ב ולמאי דסליק אדעתין מעיקרא דמטבע נעשה חליפין מאי כיצד ה"ק פירות נמי עבדי חליפין כיצד החליף בשר שור בפרה או בשר חמור בשור כיון שזכה זה נתחייב בחליפין
2 Wie ist dieses Beispiel zu verstehen nach unserer früheren Auffassung, daß eine Münze Tauschmittel sein könne? – Er meint es wie folgt: auch Produkte können Tauschmittel sein; zum Beispiel: wenn er das Fleisch eines Rindes auf eine Kuh oder das Fleisch eines Esels auf ein Rind getauscht hat, so ist er, sobald der andere seines erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. –
ג הניחא לרב ששת דאמר פירות עבדי חליפין אלא לר"נ דאמר פירות לא עבדי חליפין מאי איכא למימר
3 Allerdings nach R. Šešeth, welcher sagt, Produkte können Tauschmittel sein, wie ist es aber nach R. Naḥman zu erklären, welcher sagt, Produkte können nicht Tauschmittel sein!? –
ד ה"ק יש דמים שהן כחליפין כיצד החליף דמי שור בפרה או דמי חמור בשור
4 Er meint es wie folgt: es gibt einen Kauf, der dem Tausche gleicht; zum Beispiel: wenn er die Zahlung für ein Rind auf eine Kuh, oder die Zahlung für einen Esel auf ein Rind getauscht hat.
ה מ"ט סבר לה כר' יוחנן דאמר דבר תורה מעות קונות ומה טעם אמרו משיכה קונה גזירה שמא יאמר לו נשרפו חיטיך בעלייה
5 Er ist der Ansicht R. Joḥanans, welcher sagt, nach der Tora werde [die Sache] durch die Zahlung erworben, und nur deshalb sagten sie, sie werde nur durch das Ansichziehen erworben, damit [der Verkäufer] nicht sagen könne: dein Weizen ist auf dem Boden verbrannt.
ו מילתא דשכיח גזרו בה רבנן מילתא דלא שכיח לא גזרו בה רבנן
6 Bei einem gewöhnlichen Falle haben die Rabbanan diese Bestimmung getroffen, bei einem seltenen Falle haben die Rabbanan diese Bestimmung nicht getroffen. –
ז ולר"ל דאמר משיכה מפורשת מן התורה הניחא אי סבר לה כרב ששת דאמר פירות עבדי חליפין מתרץ כרב ששת
7 Allerdings kann Reš Laqiš, welcher sagt, das Ansichziehen sei ausdrücklich in der Tora vorgeschrieben, falls er der Ansicht R. Šešeths ist, daß Produkte Tauschmittel sein können, es nach R. Šešeth erklären,
ח אלא אי סבר לה כר"נ דאמר פירות לא עבדי חליפין ומטבע לא קני במאי מוקי לה על כרחך כרב ששת ס"ל:
8 wie aber erklärt er es, falls er der Ansicht R. Naḥmans ist, welcher sagt, Produkte können nicht Tauschmittel sein, durch die Münze erfolgt ja keine Aneignung!? – Er ist notgedrungen der Ansicht R. Šešeths.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> רשות הגבוה בכסף ורשות ההדיוט בחזקה אמירתו לגבוה כמסירתו להדיוט:
9 <b>D</b><small>AS</small> E<small>IGENTUMSRECHT DES</small> H<small>ÖCHSTEN</small> <small>ERFOLGT DURCH DAS</small> [K<small>AUF</small>]<small>GELD</small> <small>UND DAS</small> E<small>IGENTUMSRECHT DES</small> G<small>EMEINEN ERFOLGT DURCH DIE</small> B<small>ESITZERGREIFUNG</small>. D<small>EM</small> H<small>ÖCHSTEN GEGENÜBER GILT DAS</small> S<small>PRECHEN WIE DIE</small> Ü<small>BERGABE BEI EINEM</small> G<small>EMEINEN</small>.
י <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר כיצד רשות הגבוה בכסף גיזבר שנתן מעות בבהמה אפי' בהמה בסוף העולם קנה ובהדיוט לא קנה עד שימשוך
10 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wieso erfolgt das Eigentumsrecht des Höchsten durch das [Kauf]geld? Wenn der Schatzmeister das Geld für ein Vieh gezahlt hat, so hat er es erworben, selbst wenn das Vieh sich am Ende der Welt befindet. Ein Gemeiner aber erwirbt es erst dann, wenn er es an sich gezogen hat.
יא כיצד אמירתו לגבוה כמסירתו להדיוט האומר שור זה עולה בית זה הקדש אפי' בסוף העולם קנה בהדיוט לא קנה
11 Wieso gleicht das Sprechen dem Höchsten gegenüber der Übergabe bei einem Gemeinen? Wenn jemand gesagt hat: dieses Rind sei ein Brandopfer, dieses Haus sei geheiligt, so hat [das Heiligtum] es geeignet, selbst wenn es sich am Ende der Welt befindet; ein Gemeiner aber erwirbt es nicht eher,