Kiddushin 57

Kapitel 57

א עד שימשוך ויחזיק משכו במנה ולא הספיק לפדותו עד שעמד במאתים נותן מאתים מאי טעמא (ויקרא כז, יט) ונתן הכסף וקם לו
1 als bis er es an sich gezogen oder davon Besitz ergriffen hat. Wenn er es für eine Mine an sich gezogen und es, bevor er es eingelöst hat, auf zweihundert gestiegen ist, so zahle er zweihundert, denn es heißt: <i>er gebe das Geld und soll es erstehen</i>.
ב משכו במאתים ולא הספיק לפדותו עד שעמד במנה נותן מאתים מאי טעמא לא יהא כח הדיוט חמור מהקדש
2 Wenn er es für zweihundert an sich gezogen und es, bevor er es eingelöst hat, auf eine Mine gefallen ist, so zahle er zweihundert, denn das Recht eines Gemeinen darf nicht stärker sein als das des Heiligtums.
ג פדאו במאתים ולא הספיק למושכו עד שעמד במנה נותן מאתים מאי טעמא (ויקרא כז, יט) ונתן הכסף וקם לו פדאו במנה ולא הספיק למושכו עד שעמד במאתים מה שפדה פדוי ואין נותן אלא מנה
3 Wenn er es für zweihundert eingelöst und es, bevor er es an sich gezogen hat, auf eine Mine gefallen ist, so zahle er zweihundert, denn es heißt: <i>er gebe das Geld und soll es erstehen</i>. Wenn er es für eine Mine eingelöst und es, bevor er es an sich gezogen hat, auf zweihundert gestiegen ist, so ist die Einlösung gültig und er zahle nur eine Mine. –
ד אמאי ה"נ נימא לא יהא כח הדיוט חמור מהקדש
4 Weshalb denn, sollte man auch hierbei sagen, das Recht eines Gemeinen dürfe nicht stärker sein als das des Heiligtums?! –
ה אטו הדיוט לאו במי שפרע קאי:
5 Gilt etwa bei einem Gemeinen nicht [der Spruch:] wer bestraft hat!?
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> כל מצות הבן על האב אנשים חייבין ונשים פטורות וכל מצות האב על הבן אחד אנשים ואחד נשים חייבין וכל מצות עשה שהזמן גרמא אנשים חייבין ונשים פטורות וכל מצות עשה שלא הזמן גרמא אחד האנשים ואחד הנשים חייבין
6 <b>Z</b><small>U ALLEN</small> G<small>EBOTEN DES</small> S<small>OHNES FÜR DEN</small> V<small>ATER SIND</small> M<small>ÄNNER VERPFLICHTET UND</small> F<small>RAUEN DAVON FREI, UND ZU ALLEN</small> G<small>EBOTEN DES</small> V<small>ATERS FÜR DEN</small> S<small>OHN SIND SOWOHL</small> M<small>ÄNNER ALS AUCH</small> F<small>RAUEN VERPFLICHTET</small>. Z<small>U ALLEN VON EINER FESTGESETZTEN</small> Z<small>EIT BEDINGTEN</small> G<small>EBOTEN SIND</small> M<small>ÄNNER VERPFLICHTET UND</small> F<small>RAUEN DAVON FREI, UND ZU ALLEN VON EINER FESTGESETZTEN</small> Z<small>EIT NICHT BEDINGTEN</small> G<small>EBOTEN SIND SOWOHL</small> M<small>ÄNNER ALS AUCH</small> F<small>RAUEN VERPFLICHTET</small>.
ז וכל מצות לא תעשה בין שהזמן גרמא בין שלא הזמן גרמא אחד האנשים ואחד הנשים חייבין חוץ מבל תקיף ובל תשחית ובל תטמא למתים:
7 A<small>LLE</small> V<small>ERBOTE ABER, EINERLEI OB VON EINER FESTGESETZTEN</small> Z<small>EIT BEDINGT ODER NICHT VON EINER FESTGESETZTEN</small> Z<small>EIT BEDINGT, GELTEN SOWOHL FÜR</small> M<small>ÄNNER ALS AUCH FÜR</small> F<small>RAUEN, AUSGENOMMEN DAS</small> V<small>ERBOT DES</small> R<small>UNDSCHERENS</small>, <small>DES</small> Z<small>ERSTÖRENS</small> <small>UND DER</small> V<small>ERUNREINIGUNG AN</small> T<small>OTEN</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי כל מצות הבן על האב אילימא כל מצות דמיחייב ברא למיעבד לאבא נשים פטורות והתניא איש אין לי אלא איש אשה מנין כשהוא אומר (ויקרא יט, ג) איש אמו ואביו תיראו הרי כאן שנים
8 GEMARA. Was heißt: zu allen Geboten des Sohnes für den Vater; wollte man sagen, alle Gebote, die der Sohn für seinen Vater auszuüben verpflichtet ist, wieso sind Frauen davon frei!? Es wird je gelehrt: <i>Jeder Mann</i>, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Wenn es heißt: <i>jeder Mann, Mutter und Vater sollt ihr fürchten</i>, so sind darunter beide zu verstehen.
ט אמר רב יהודה ה"ק כל מצות הבן המוטלות על האב לעשות לבנו אנשים חייבין ונשים פטורות
9 R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: zu allen Geboten des Sohnes, die dem Sohne gegenüber dem Vater obliegen, sind Männer verpflichtet und Frauen davon frei.
י תנינא להא דת"ר האב חייב בבנו למולו ולפדותו וללמדו תורה ולהשיאו אשה וללמדו אומנות וי"א אף להשיטו במים רבי יהודה אומר כל שאינו מלמד את בנו אומנות מלמדו ליסטות ליסטות ס"ד אלא כאילו מלמדו ליסטות:
10 Die Mišna lehrt also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Der Vater ist seinem Sohne gegenüber verpflichtet: ihn zu beschneiden, auszulösen, die Tora zu lehren, zu verheiraten und ein Handwerk zu lehren; manche sagen, auch schwimmen zu lehren. R. Jehuda sagte: Wer seinen Sohn kein Handwerk lehrt, lehrt ihn plündern. – Plündern, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, es ist ebenso als würde er ihn plündern lehren.
יא למולו מנלן דכתיב (בראשית כא, ד) וימל אברהם את יצחק בנו והיכא דלא מהליה אבוה מיחייבי בי דינא למימהליה דכתיב (בראשית יז, י) המול לכם כל זכר והיכא דלא מהליה בי דינא מיחייב איהו למימהל נפשיה דכתיב (בראשית יז, יד) וערל זכר אשר לא ימול את בשר ערלתו ונכרתה
11 «Beschneiden.» Woher dies? – Es heißt: <i>Abraham beschnitt seinen Sohn Jiçḥaq</i>. Hat der Vater ihn nicht beschnitten, so ist das Gericht ihn zu beschneiden verpflichtet, denn es heißt: <i>beschnitten werden soll bei euch alles Männliche</i>. Hat das Gericht ihn nicht beschnitten, so muß er selber sich beschneiden, denn es heißt: <i>und der männliche Unbeschnittene, der das Fleisch seiner Vorhaut nicht beschneidet, soll ausgerottet werden</i>. –
יב איהי מנלן דלא מיחייבא דכתיב (בראשית כא, ד) כאשר צוה אותו אלהים אותו ולא אותה
12 Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt: <i>wie der Herr ihm befohlen hatte</i>, ihm und nicht ihr. –
יג אשכחן מיד לדורות מנלן תנא דבי ר' ישמעאל כל מקום שנאמר צו אינו אלא זירוז מיד ולדורות
13 Wir wissen dies von damals, woher dies für die kommenden Generationen? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Überall, wo es ‘befehlen’ heißt, ist eine Anspornung für sofort und für die kommenden Generationen zu verstehen.
יד זירוז דכתיב (דברים ג, כח) וצו את יהושע וחזקהו ואמצהו מיד ולדורות דכתיב (במדבר טו, כג) מן היום אשר צוה ה' והלאה לדורותיכם:
14 Eine Anspornung, denn es heißt: <i>befiehl Jehošua͑, ermutige ihn und stärke ihn</i>; für sofort und für die kommenden Generationen, denn es heißt: <i>von dem Tage an, da der Herr es befohlen hat, und weiterhin für all eure Generationen.</i>
טו לפדותו: מנלן דכתיב (שמות לד, כ) כל בכור בניך תפדה והיכא דלא פרקיה אבוה מיחייב איהו למפרקיה דכתיב (במדבר יח, טו) פדה תפדה
15 «Auszulösen.» Woher dies? – Es heißt: <i>jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen</i>. Hat sein Vater ihn nicht ausgelöst, so muß er selber sich auslösen, denn es heißt: <i>auslösen werde ausgelöst</i>. –
טז ואיהי מנלן דלא מיפקדה דכתיב תיפדה תפדה כל שמצווה לפדות את עצמו מצווה לפדות את אחרים וכל שאינו מצווה לפדות את עצמו אינו מצווה לפדות אחרים
16 Woher, daß sie dazu nicht verpflichtet ist? – Es heißt: <i>auslösen werde ausgelöst</i>; wer sich selbst auslösen muß, muß auch andere auslösen, und wer sich selbst nicht auslösen muß, braucht auch andere nicht auszulösen. –
יז ואיהי מנלן דלא מיחייבא למיפרק נפשה דכתיב תפדה תיפדה כל שאחרים מצווים לפדותו מצווה לפדות את עצמו וכל שאין אחרים מצווים לפדותו אין מצווה לפדות את עצמו ומנין שאין אחרים מצווין לפדותה דאמר קרא (שמות לד, כ) כל בכור בניך תפדה בניך ולא בנותיך
17 Woher, daß sie sich nicht auszulösen braucht? – Es heißt: <i>auslösen werde ausgelöst</i>; wen andere auslösen müssen, muß auch sich selbst auslösen, und wen andere nicht auslösen müssen, braucht auch sich selbst nicht auszulösen. – Woher, daß andere sie nicht auszulösen brauchen? – Es heißt: <i>jeden Erstgeborenen deiner Söhne sollst du auslösen</i>, deiner Söhne und nicht deiner Töchter.
יח תנו רבנן הוא לפדות ובנו לפדות הוא קודם לבנו רבי יהודה אומר בנו קודמו שזה מצותו על אביו וזה מצות בנו עליו
18 Die Rabbanan lehrten: Wenn er selbst auszulösen ist und sein Sohn auszulösen ist, so geht er seinem Sohne vor; R. Jehuda sagt, sein Sohn gehe ihm vor, denn für ihn selbst obliegt das Gebot seinem Vater, für seinen Sohn aber obliegt das Gebot ihm.
יט אמר רבי ירמיה הכל מודין
19 R. Jirmeja sagte: Alle stimmen überein,