Kiddushin 61

Kapitel 61

א שמשדלתו בדברים לפיכך הקדים הקב"ה כיבוד אב לכיבוד אם וגלוי וידוע לפני מי שאמר והיה העולם שהבן מתיירא מאביו יותר מאמו מפני שמלמדו תורה לפיכך הקדים הקב"ה מורא האם למורא האב
1 Ferner ist es offenbar und bekannt dem, der gesprochen hat und die Welt geworden, daß ein Sohn seinen Vater mehr fürchtet als seine Mutter, weil er ihn die Tora lehrt, daher hat der Heilige, gepriesen sei er, die Furcht vor der Mutter der Furcht vor dem Vater vorangesetzt.
ב תני תנא קמיה דרב נחמן בזמן שאדם מצער את אביו ואת אמו אמר הקב"ה יפה עשיתי שלא דרתי ביניהם שאלמלי דרתי ביניהם ציערוני אמר ר' יצחק כל העובר עבירה בסתר כאילו דוחק רגלי שכינה שנאמר (ישעיהו סו, א) כה אמר ה' השמים כסאי והארץ הדום רגלי
2 Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Wenn ein Mensch seinen Vater und seine Mutter kränkt, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: gut, daß ich nicht unter ihnen wohne; wohnte ich unter ihnen, so würden sie auch mich kränken. R. Jiçḥaq sagte: Wenn jemand heimlich eine Sünde begeht, so ist es ebenso, als würde er die Füße der Göttlichkeit zurückdrängen, denn es heißt: <i>so spricht der Herr, der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meiner Füße Schemel</i>.
ג אמר רבי יהושע בן לוי אסור לאדם שיהלך ארבע אמות בקומה זקופה שנא' (ישעיהו ו, ג) מלא כל הארץ כבודו רב הונא בריה דרב יהושע לא מסגי ארבע אמות בגילוי הראש אמר שכינה למעלה מראשי
3 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es ist dem Menschen verboten, vier Ellen in aufgerichteter Haltung zu gehen, denn es heißt: <i>die ganze Erde füllt seine Herrlichkeit</i>. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, ging keine vier Ellen mit entblößtem Haupte, denn er sagte: die Göttlichkeit ist über meinem Haupte.
ד שאל בן אלמנה אחת את ר' אליעזר אבא אומר השקיני מים ואימא אומרת השקיני מים איזה מהם קודם אמר ליה הנח כבוד אמך ועשה כבוד אביך שאתה ואמך חייבים בכבוד אביך בא לפני רבי יהושע אמר לו כך
4 Der Sohn einer Witwe fragte R. Elie͑zer: Wie ist es, wenn der Vater von mir verlangt, daß ich ihm Wasser zum Trinken reiche, und die Mutter von mir verlangt, daß ich ihr Wasser zum Trinken reiche: wer von ihnen geht vor? Dieser erwiderte: Laß die Ehrung deiner Mutter und übe die Ehrung deines Vaters, denn du und deine Mutter seid zur Ehrung deines Vaters verpflichtet. Als er hierauf zu R. Jehošua͑ kam, und dieser ihm dasselbe erwiderte,
ה אמר לו רבי נתגרשה מהו אמר ליה מבין ריסי עיניך ניכר שבן אלמנה אתה הטל להן מים בספל וקעקע להן כתרנגולין
5 sprach er zu ihm: Meister, wie ist es, wenn sie geschieden sind? Dieser erwiderte: An deinen Augenwimpern ist zu sehen, daß du der Sohn einer Witwe bist; fülle ein Becken mit Wasser und gackre ihnen zu, wie den Hühnern.
ו דרש עולא רבה אפיתחא דבי נשיאה מאי דכתיב (תהלים קלח, ד) יודוך ה' כל מלכי ארץ כי שמעו אמרי פיך מאמר פיך לא נאמר אלא אמרי פיך בשעה שאמר הקב"ה (שמות כ, ב) אנכי ולא יהיה לך אמרו אומות העולם לכבוד עצמו הוא דורש
6 U͑la der Große trug an der Tür des Fürsten vor: Es heißt: <i>dir, Herr, huldigen alle Könige</i> <i>der Erde, wenn sie die Worte deines Mundes hören</i>; es heißt nicht: das Wort, sondern: die Worte. Als der Heilige, gepriesen sei er, sprach: <i>ich bin</i>, und: <i>du sollst nicht haben</i>, sagten die weltlichen Völker, er fordere es zu seiner eigenen Verherrlichung;
ז כיון שאמר (שמות כ, יא) כבד את אביך ואת אמך חזרו והודו למאמרות הראשונות רבא אמר מהכא (תהלים קיט, קס) ראש דברך אמת ראש דברך ולא סוף דברך אלא מסוף דברך ניכר שראש דברך אמת
7 als er aber darauf sprach: <i>ehre deinen Vater und deine Mutter</i>, traten sie zurück und bekannten sich auch zu den früheren Aussprüchen. Raba entnimmt dies aus folgendem: <i>der Anfang deiner Worte ist Wahrheit</i>; etwa nur der Anfang deiner Worte und nicht der Schluß deiner Worte? Vielmehr, aus dem Schlusse deiner Worte ist zu erkennen, daß der Anfang deiner Worte Wahrheit ist.
ח בעו מיניה מרב עולא עד היכן כיבוד אב ואם אמר להם צאו וראו מה עשה עובד כוכבים אחד באשקלון ודמא בן נתינה שמו פעם אחת בקשו חכמים פרקמטיא בששים ריבוא שכר והיה מפתח מונח תחת מראשותיו של אביו ולא ציערו
8 Man fragte U͑la, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte ihnen: Geht und schaut, was ein Nichtjude in Ašqelon, namens Dama b. Nethina, für seinen Vater getan hat. Einst wollten die Weisen von ihm Waren bei einem Gewinne von sechzig Myriaden [kaufen]; der Schlüssel aber lag unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er störte ihn nicht.
ט אמר רב יהודה אמר שמואל שאלו את ר' אליעזר עד היכן כיבוד אב ואם אמר להם צאו וראו מה עשה עובד כוכבים אחד לאביו באשקלון ודמא בן נתינה שמו בקשו ממנו חכמים אבנים לאפוד בששים ריבוא שכר ורב כהנא מתני בשמונים ריבוא והיה מפתח מונח תחת מראשותיו של אביו ולא ציערו
9 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man fragte R. Elie͑zer, wie weit die Ehrung von Vater und Mutter zu reichen habe, und er erwiderte ihnen: Geht und schaut, was ein Nichtjude in Ašqelon, namens Dama b.Nethina, für seinen Vater getan hat. Einst wünschten die Weisen von ihm Edelsteine für das Schulterkleid bei einem Gewinne von sechzig Myriaden, und wie R. Kahana lehrte, von achtzig Myriaden; der Schlüssel aber lag unter dem Kopfkissen seines Vaters, und er störte ihn nicht.
י לשנה האחרת נתן הקב"ה שכרו שנולדה לו פרה אדומה בעדרו נכנסו חכמי ישראל אצלו אמר להם יודע אני בכם שאם אני מבקש מכם כל ממון שבעולם אתם נותנין לי אלא אין אני מבקש מכם אלא אותו ממון שהפסדתי בשביל כבוד אבא
10 Im folgenden Jahre gab ihm der Heilige, gepriesen sei er, seinen Lohn, indem ihm in seiner Herde eine rote Kuh geboren wurde. Als die Weisen Jisraéls zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ich weiß wohl, daß ihr, wenn ich von euch alles Geld der Welt verlangen würde, es mir geben würdet; ich verlange jedoch von euch nur den Betrag, den ich durch die Ehrung meines Vaters verloren habe.
יא וא"ר חנינא ומה מי שאינו מצווה ועושה כך מצווה ועושה עאכו"כ דאר"ח גדול מצווה ועושה ממי שאינו מצווה ועושה
11 Hierzu sagte R. Ḥanina: Wenn der, dem es nicht geboten ist, so [belohnt wird], um wieviel mehr der, dem es geboten ist und es befolgt. R. Ḥanina sagte nämlich: Bedeutender ist der, dem etwas geboten ist und es tut, als der, dem es nicht geboten ist und es tut.
יב אמר רב יוסף מריש ה"א מאן דהוה אמר לי הלכה כר"י דאמר סומא פטור מן המצות עבידנא יומא טבא לרבנן דהא לא מיפקידנא והא עבידנא השתא דשמעיתא להא דא"ר חנינא גדול מצווה ועושה יותר ממי שאינו מצווה ועושה אדרבה מאן דאמר לי דאין הלכה כרבי יהודה עבידנא יומא טבא לרבנן
12 R. Joseph sagte: Früher sagte ich: wenn mir jemand sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, welcher sagt, ein Blinder sei von den Geboten befreit, so gebe ich den Gelehrten ein Fest, denn ich bin zu diesen nicht verpflichtet und übe sie doch; nachdem ich aber das gehört habe, was R. Ḥanina gesagt hat, daß nämlich derjenige, dem es geboten ist und es tut, bedeutender sei als der, dem es nicht geboten ist und es tut, gebe ich, wenn jemand mir sagt, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda, den Gelehrten ein Fest.
יג כי אתא רב דימי אמר פעם אחת היה לבוש סירקון של זהב והיה יושב בין גדולי רומי ובאתה אמו וקרעתו ממנו וטפחה לו על ראשו וירקה לו בפניו ולא הכלימה
13 Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst saß er mit goldgewirktem Seidengewande bekleidet unter den Vornehmen Roms; da kam seine Mutter, riß es ihm herunter, schlug ihn aufs Haupt und spie ihm ins Gesicht; er aber beschämte sie nicht.
יד תני אבימי בריה דרבי אבהו יש מאכיל לאביו פסיוני וטורדו מן העולם ויש מטחינו בריחים
14 Abimi, der Sohn R. Abahus, lehrte: Mancher gibt seinem Vater Fasanen zu essen, und doch bringt dies ihn aus der Welt, und mancher läßt ihn in der Mühle mahlen,