Kiddushin 62

Kapitel 62

א ומביאו לחיי העולם הבא
1 und doch bringt dies ihn zum Leben der zukünftigen Welt.
ב אמר רבי אבהו כגון אבימי ברי קיים מצות כיבוד חמשה בני סמכי הוה ליה לאבימי בחיי אביו וכי הוה אתא רבי אבהו קרי אבבא רהיט ואזיל ופתח ליה ואמר אין אין עד דמטאי התם
2 R. Abahu sagte: Mein Sohn Abimi beispielsweise hat das Gebot der Ehrung ausgeübt. Fünf ordinierte Söhne hatte Abimi bei Lebzeiten seines Vaters, doch lief er, wenn R. Abahu kam und an die Tür klopfte, diese öffnen, indem er rief: ja, ja, ich komme.
ג יומא חד אמר ליה אשקיין מיא אדאייתי ליה נמנם גחין קאי עליה עד דאיתער איסתייעא מילתיה ודרש אבימי (תהלים עט, א) מזמור לאסף
3 Eines Tages verlangte er von ihm, daß er ihm Wasser zum Trinken reiche, und während er es ihm holte, schlummerte dieser ein; da bückte er sich und stand vor ihm, bis er erwachte. Währenddessen glückte ihm die Auslegung [des Psalms] <i>ein Psalm Asaphs</i>.
ד אמר ליה רב יעקב בר אבוה לאביי כגון אנא דעד דאתינא מבי רב אבא מדלי לי כסא ואמא מזגה לי היכי איעביד א"ל מאמך קביל ומאבוך לא תקבל דכיון דבר תורה הוא חלשה דעתיה
4 R. Ja͑qob b. Abuha sprach zu Abajje: Mir zum Beispiel hält, wenn ich aus dem Lehrhause komme, mein Vater einen Becher vor und meine Mutter schenkt mir ein; was habe ich zu tun? Dieser erwiderte: Von deiner Mutter nimm es an, von deinem Vater nimm es nicht an, denn dies könnte, da er Gelehrter ist, ihn betrüben.
ה רבי טרפון הוה ליה ההיא אמא דכל אימת דהות בעיא למיסק לפוריא גחין וסליק לה וכל אימת דהות נחית נחתת עלויה אתא וקא משתבח בי מדרשא אמרי ליה עדיין לא הגעת לחצי כיבוד כלום זרקה ארנקי בפניך לים ולא הכלמתה
5 R. Tryphon hatte eine alte Mutter, und wenn sie ins Bett steigen wollte, bückte er sich und sie stieg auf ihn hinauf. Als er ins Lehrhaus kam und sich damit rühmte, sprachen sie zu ihm: Noch hast du die Hälfte [der Pflicht] der Ehrung nicht erfüllt; hat sie etwa in deiner Gegenwart einen Geldbeutel ins Meer geworfen, ohne daß du sie beschämt hast!?
ו רב יוסף כי הוה שמע קל כרעא דאמיה אמר איקום מקמי שכינה דאתיא אמר רבי יוחנן אשרי מי שלא חמאן רבי יוחנן כי עברתו אמו מת אביו ילדתו מתה אמו וכן אביי איני והאמר אביי אמרה לי אם ההיא מרבינתיה הואי
6 Wenn R. Joseph die Schritte seiner Mutter hörte, sprach er: Ich will vor der Göttlichkeit aufstehen, die da kommt. R. Joḥanan sagte: Heil dem, der sie nicht gesehen hat. Während der Schwangerschaft [der Mutter] R. Joḥanans starb sein Vater, nach seiner Geburt starb seine Mutter. Ebenso geschah es bei Abajje. – Dem ist ja aber nicht so, Abajje pflegte ja zu sagen: meine Mutter sagte mir!? – Es war seine Pflegemutter.
ז רב אסי הוה ליה ההיא אמא זקינה אמרה לי' בעינא תכשיטין עבד לה בעינא גברא נייעין לך בעינא גברא דשפיר כותך שבקה ואזל לארעא דישראל
7 R. Asi hatte eine alte Mutter. Einst sagte sie zu ihm, sie wolle Schmucksachen; da fertigte er ihr solche. – Ich möchte einen Mann haben. – Wir wollen einen suchen. – Ich möchte einen Mann haben, der so schön ist, wie du. Da verließ er sie und ging nach dem Jisraéllande.
ח שמע דקא אזלה אבתריה אתא לקמיה דרבי יוחנן אמר לי' מהו לצאת מארץ לחוצה לארץ א"ל אסור לקראת אמא מהו א"ל איני יודע [אתרח] פורתא הדר אתא אמר ליה אסי נתרצית לצאת המקום יחזירך לשלום
8 Als er hierauf hörte, daß sie ihm nachfolge, kam er zu R. Joḥanan und fragte ihn, ob man aus dem Jisraéllande nach dem Auslande gehen dürfe. Dieser erwiderte, es sei verboten. – Wie ist es, wenn zum Empfange einer Mutter? Da erwiderte er etwas ärgerlich: Ich weiß es nicht. Als er hierauf wiederum zu ihm kam, sprach er: Asi, du bist nun entschlossen fortzugehen; Gott bringe dich in Frieden zurück.
ט אתא לקמיה דרבי אלעזר א"ל חס ושלום דלמא מירתח רתח א"ל מאי אמר לך אמר ליה המקום יחזירך לשלום אמר ליה ואם איתא דרתח לא הוה מברך לך אדהכי והכי שמע לארונא דקאתי אמר אי ידעי לא נפקי
9 Hierauf kam er zu R. Elea͑zar und sprach zu ihm: Er ist, behüte und bewahre, vielleicht böse. Dieser fragte: Was sagte er zu dir? Jener erwiderte: Gott bringe dich in Frieden zurück. Dieser entgegnete: Wäre er böse, würde er dich nicht gesegnet haben. Währenddessen hörte er den Sarg kommen. Da sprach er: Hätte ich dies geahnt, würde ich nicht hinausgegangen sein.
י ת"ר מכבדו בחייו ומכבדו במותו בחייו כיצד הנשמע בדבר אביו למקום לא יאמר שלחוני בשביל עצמי מהרוני בשביל עצמי פטרוני בשביל עצמי אלא כולהו בשביל אבא
10 Die Rabbanan lehrten: Er ehre ihn bei Lebzeiten und er ehre ihn nach seinem Tode. Auf welche Weise bei Lebzeiten? Wenn man im Orte die Worte seines Vaters achtet, so sage er nicht: sendet mich meinetwegen, fertigt mich schnell ab meinetwegen, entlaßt mich meinetwegen, sondern bei allem: wegen meines Vaters.
יא במותו כיצד היה אומר דבר שמועה מפיו לא יאמר כך אמר אבא אלא כך אמר אבא מרי הריני כפרת משכבו והני מילי תוך שנים עשר חדש מכאן ואילך אומר זכרונו לברכה לחיי העולם הבא
11 Auf welche Weise nach seinem Tode? Wenn er eine aus seinem Munde herrührende Lehre vorträgt, so sage er nicht: so sagte mein Vater, sondern: so sagte mein Vater und Meister, für dessen Lager ich eine Sühne sei. Dies nur innerhalb der zwölf Monate, von da ab sage er: sein Andenken zum Segen, zum Leben in der zukünftigen Welt.
יב תנו רבנן חכם משנה שם אביו ושם רבו תורגמן אינו משנה לא שם אביו ולא שם רבו אבוה דמאן אילימא אבוה דמתורגמן אטו תורגמן לאו בר חיובא הוא
12 Die Rabbanan lehrten: Der Gelehrte ändere den Namen seines Vaters und den Namen seines Lehrers; der Dolmetsch ändere weder den Namen seines Vaters noch den Namen seines Lehrers. Wessen Vaters, wenn etwa des Vaters des Dolmetsch’, so ist er ja ebenfalls dazu verpflichtet!?
יג אלא אמר רבא שם אביו של חכם ושם רבו של חכם כי הא דמר בר רב אשי כי הוה דריש בפירקא איהו אמר אבא מרי ואמוריה אמר הכי אמר רב אשי
13 Vielmehr, erklärte Raba, den Namen des Vaters des Gelehrten und den Namen des Lehrers des Gelehrten. So pflegte Mar, Sohn des R. Aši, beim Vortrage zu sagen: mein Vater und Meister sagte, sein Dolmetsch aber pflegte zu sagen: R. Aši sagte.
יד ת"ר איזהו מורא ואיזהו כיבוד מורא לא עומד במקומו ולא יושב במקומו ולא סותר את דבריו ולא מכריעו כיבוד מאכיל ומשקה מלביש ומכסה מכניס ומוציא
14 Die Rabbanan lehrten: Was heißt [Ehr]furcht und was heißt Ehrung? [Ehr]furcht: er stehe nicht auf seinem Platze, er sitze nicht auf seinem Platze, er widerspreche ihm nicht und er überstimme ihn nicht. Ehrung: er speise ihn, tränke ihn, kleide ihn, hülle ihn und führe ihn ein und aus.
טו איבעיא להו
15 Sie fragten: Aus wessen Mitteln?