Kiddushin 70

Kapitel 70

א איש דבר מצות אין אשה לא ואי אשמעינן הא משום דאיכא איבוד נשמה חס רחמנא עלה אבל הנך תרתי אימא לא צריכא:
1 nur für den Mann, der zu den Geboten verpflichtet ist, nicht aber für die Frau. Und würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe sie diesbezüglich geschont, weil es sich um die Einbüßung des Lebens handelt, nicht aber gelte dies von jenen beiden. Daher sind alle nötig.
ב חוץ מבל תקיף ובל תשחית כו': בשלמא בל תטמא למתים דכתיב (ויקרא כא, א) אמור אל הכהנים בני אהרן בני אהרן ולא בנות אהרן אלא בל תקיף ובל תשחית מנלן
2 A<small>USGENOMMEN DAS</small> V<small>ERBOT DES</small> R<small>UNDSCHERENS, DES</small> Z<small>ERSTÖRENS</small> &amp;<small>C</small>. Erklärlich ist dies vom Verbote der Verunreinigung an Toten, denn es heißt: <i>sprich zu den Priestern, den Söhnen Ahrons</i>, den Söhnen Ahrons, nicht aber den Töchtern Ahrons; woher dies aber vom Verbote des Rundscherens und des Zerstörens? –
ג דכתיב (ויקרא יט, כז) לא תקיפו פאת ראשכם ולא תשחית את פאת זקנך כל שישנו בהשחתה ישנו בהקפה והני נשי הואיל ולא איתנהו בהשחתה ליתנהו בהקפה
3 Es heißt: <i>ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren und den Rand deines Bartes sollst du nicht zerstören</i>; wer [dem Verbote] des Zerstörens unterworfen ist, ist auch dem des Rundscherens unterworfen, Frauen aber, die dem des Zerstörens nicht unterworfen sind, sind auch dem des Rundscherens nicht unterworfen. –
ד ומנלן דלא איתנהו בהשחתה איבעית אימא סברא דהא לא אית להו זקן ואיבעית אימא קרא דאמר קרא לא תקיפו פאת ראשכם ולא תשחית את פאת זקנך
4 Woher, daß sie dem des Zerstörens nicht unterworfen sind? – Wenn du willst, aus einem Vernunftgrunde: weil sie keinen Bart haben. Wenn du aber willst, aus einem Schriftverse: <i>ihr sollt den Rand eures Haupthaares nicht rundscheren und den Rand deines Bartes sollst du nicht zerstören</i>;
ה מדשני קרא בדיבוריה דא"כ ניכתוב רחמנא פאת זקנכם מאי זקנך זקנך ולא זקן אשתך
5 die Schrift ändert die Redewendung, denn der Allbarmherzige sollte schreiben: <i>den Rand eures Bartes</i>, und es heißt: <i>deines Bartes</i>, nämlich deines Bartes, nicht aber des Bartes deiner Frau. –
ו ולא והתניא זקן אשה והסריס שהעלו שער הרי הן כזקן לכל דבריהם מאי לאו להשחתה
6 Etwa nicht, es wird ja gelehrt, wenn eine Frau oder ein Kastrat Barthaare bekommt, gelten diese in jeder Beziehung als Bart; wohl hinsichtlich des Zerstörens!?
ז אמר אביי להשחתה לא מצית אמרת דיליף פאת פאת מבני אהרן מה להלן נשים פטורות אף כאן נשים פטורות
7 Abajje erwiderte: Du kannst nicht sagen, daß dies hinsichtlich des Zerstörens gelte, denn durch [das Wort] <i>Rand</i>, das auch bei den Söhnen Ahrons gebraucht wird, ist zu folgern, wie da Frauen davon befreit sind, ebenso sind auch hierbei Frauen davon befreit. –
ח ואי סבירא לן דכי כתב בני אהרן אכוליה ענינא כתיב נישתוק קרא מיניה ותיתי בק"ו ואנא אמינא ומה כהנים שריבה בהם הכתוב מצות יתירות בני אהרן ולא בנות אהרן ישראל לא כ"ש
8 Sollte doch, wenn man annimmt, [die Worte] <i>Söhne Ahrons</i> beziehen sich auf den ganzen Abschnitt, die Schrift davon schweigen, und man würde es durch [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert haben: wenn es bei den Priestern, denen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, nur von den Söhnen Ahrons und nicht den Töchtern Ahrons gilt, um wieviel mehr bei Jisraéliten!? –
ט אי לאו ג"ש הוה אמינא הפסק הענין
9 Wenn nicht die Wortanalogie, könnte man glauben, das Thema sei zu trennen. –
י השתא נמי נימא הפסיק הענין ואי משום ג"ש מיבעי ליה לכדתניא (ויקרא כא, ה) לא יגלחו יכול גילחו במספריים יהיה חייב ת"ל (ויקרא יט, כז) לא תשחית
10 Auch jetzt kann man ja sagen, das Thema sei zu trennen, und die Wortanalogie sei für die folgende Lehre nötig!? <i>Sollen sie nicht abscheren</i>; man könnte glauben, man sei schuldig, wenn man ihn mit einer Schere abgenommen hat, so heißt es: <i>sollst du nicht zerstören; </i>
יא יכול לקטו במלקט וברהיטני יהא חייב ת"ל לא יגלחו הא כיצד גילוח שיש בה השחתה הוי אומר זה תער
11 man könnte nun glauben, man sei schuldig, wenn man ihn mit einer Zange oder Feile entfernt hat, so heißt es: <i>sollen sie nicht abscheren</i>; dies gilt von einem Scheren, wobei ein Zerstören erfolgt, mit einem Schermesser. –
יב א"כ ניכתוב קרא את שבזקנך מאי פאת זקנך ש"מ תרתי
12 Es sollte doch heißen: <i>den</i> <i>deines Bartes</i>, wenn es aber <i>den Rand deines Bartes</i> heißt, so ist beides zu entnehmen. –
יג ואלא הא דתניא זקן האשה והסריס שהעלו שער הרי הן כזקן לכל דבריהם למאי הלכתא אמר מר זוטרא לטומאת נגעים
13 In welcher Hinsicht wird demnach gelehrt, wenn eine Frau oder ein Kastrat Barthaare bekommt, gelten diese in jeder Beziehung als Bart!? – Hinsichtlich der Verunreinigung durch Aussatz. – Von der Verunreinigung durch Aussatz heißt es ja ausdrücklich: <i> </i>
יד טומאת נגעים בהדיא כתיבא (ויקרא יג, כט) ואיש או אשה כי יהיה בו נגע בראש או בזקן אלא אמר מר זוטרא לטהרת נגעים
14 wenn bei einem Manne oder einer Frau ein Aussatz entsteht am Kopfe oder am Barte!? Vielmehr, erwiderte Mar Zuṭra: Hinsichtlich der Reinigung vom Aussatze. –
טו טהרת נגעים נמי פשיטא כיון דבת טומאה היא בת טהרה היא איצטריך סד"א לצדדים כתיב איש או אשה כי יהיה בו נגע בראש או בזקן הדר אתאן לאיש קמ"ל
15 Auch hinsichtlich der Reinigung vom Aussatze ist es ja selbstverständlich: wenn es bei der Unreinheit berücksichtigt wird, so gilt dies ja auch bei der Reinigung!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, [der Schriftvers] sei zu teilen: <i>wenn bei einem Manne oder einer Frau ein Aussatz entsteht am Kopfe</i>, [und die Worte] <i>oder am Barte</i> beziehen sich nur auf den Mann, so lehrt er uns.
טז איסי תני אף בל יקרחו נשים פטורות מ"ט דאיסי דדריש הכי (דברים יד, א) בנים אתם לה' אלהיכם לא תתגודדו ולא תשימו קרחה בין עיניכם למת כי עם קדוש אתה לה' אלהיך בנים ולא בנות לקרחה
16 Isi lehrte: Auch dem Verbote des Glatzenscherens sind Frauen nicht unterworfen. – Was ist der Grund Isis? – Er erklärt [den Schriftvers] wie folgt: <i>Ihr seid Söhne des Herrn, eures Gottes, macht euch keine Ritzungen und scheret keine Glatze zwischen euren Augen um einen Toten, denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott;</i> Söhne und nicht Töchter, nur hinsichtlich des Glatzenscherens. –
יז אתה אומר לקרחה או אינו אלא לגדידה כשהוא אומר כי עם קדוש אתה לה' אלהיך הרי גדידה אמור הא מה אני מקיים בנים ולא בנות לקרחה
17 Du sagst, nur hinsichtlich des Glatzenscherens, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch hinsichtlich der Ritzungen!? – Wenn es heißt: <i>denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott,</i> so bezieht dies sich ja auf Ritzungen, somit ist [die Einschränkung:] <i>Söhne,</i> und nicht Töchter, auf das Glatzenscheren zu beziehen. –
יח ומה ראית לרבות את הגדידה ולהוציא את הקרחה מרבה אני את הגדידה שישנה במקום השער ושלא במקום שער ומוציא אני את הקרחה שאינה אלא במקום שער
18 Was veranlaßt dich, Ritzungen einzuschließen und das Glatzenscheren auszuschließen!? – Ich schließe Ritzungen ein, die sowohl an haarigen Stellen als auch an haarlosen Stellen erfolgen können, und ich schließe das Glatzenscheren aus, das nur an haarigen Stellen erfolgen kann. –
יט ואימא בנים ולא בנות בין לקרחה בין לגדידה וכי כתב כי עם קדוש אתה לה' אלהיך בשריטה הוא דכתיב קסבר איסי שריטה וגדידה
19 Vielleicht gilt dies von Söhnen und nicht von Töchtern sowohl hinsichtlich des Glatzenscherens als auch hinsichtlich der Ritzungen, und [die Worte]: <i>denn ein heiliges Volk bist du dem Herrn, deinem Gott,</i> beziehen sich auf Einschnitte!? – Isi ist der Ansicht,