Kiddushin 78

Kapitel 78

א ארבע על ארבע רוחות הערוגה ואחת באמצע שפיר אלא הכא משום נוי ואי נמי משום טרחא דשמעא היא:
1 wenn er vier [verschiedene Arten] an den vier Seiten eines Beetes und eine in der Mitte gesäet hätte: er aber tat es nur zur Verschönerung oder zur Erleichterung für den Diener.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> כל העושה מצוה אחת מטיבין לו ומאריכין לו ימיו ונוחל את הארץ וכל שאינו עושה מצוה אחת אין מטיבין לו ואין מאריכין לו ימיו ואינו נוחל את הארץ:
2 W<small>ER AUCH NUR EIN</small> G<small>EBOT AUSÜBT, DEM ERWEIST MAN</small> G<small>UTES, MAN VERLÄNGERT IHM DAS LEBEN UND ER ERBT</small> <small>DAS</small> L<small>AND; WER EIN</small> G<small>EBOT NICHT AUSÜBT, DEM ERWEIST MAN NICHT</small> G<small>UTES, MAN VERLÄNGERT IHM NICHT DAS</small> L<small>EBEN UND ER ERBT NICHT DAS</small> L<small>AND</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> ורמינהי אלו דברים שאדם אוכל פירותיהן בעולם הזה והקרן קיימת לו לעולם הבא אלו הן כבוד אב ואם וגמילות חסדים והכנסת אורחים והבאת שלום בין אדם לחבירו ותלמוד תורה כנגד כולם
3 GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Von folgenden Dingen genießt der Mensch die Früchte auf dieser Welt, und der Stamm bleibt ihm für die zukünftige Welt erhalten, und zwar: Ehrung von Vater und Mutter, Liebeswerke, Gastfreundschaft, Friedensstiftung zwischen einem Menschen und anderen, und das Studium der Tora wiegt alles auf.
ד אמר רב יהודה הכי קאמר כל העושה מצוה אחת יתירה על זכיותיו מטיבים לו ודומה כמי שמקיים כל התורה כולה מכלל דהנך אפילו בחדא נמי אמר רב שמעיה לומר שאם היתה שקולה מכרעת
4 R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: wer ein Gebot über seine Verdienste ausübt, dem erweist man Gutes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora gehalten. – Demnach gilt dies bei jenen auch von einem einzigen!? R. Šema͑ja erwiderte: Dies besagt, daß, wenn sie einander aufwiegen, jene den Ausschlag geben. –
ה וכל העושה מצוה אחת יתירה על זכיותיו מטיבין לו ורמינהו כל שזכיותיו מרובין מעונותיו מריעין לו ודומה כמי ששרף כל התורה כולה ולא שייר ממנה אפילו אות אחת וכל שעונותיו מרובין מזכיותיו מטיבין לו ודומה כמי שקיים כל התורה כולה ולא חיסר אות אחת ממנה
5 Erweist man denn dem Gutes, der ein Gebot über seine Verdienste ausübt, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Dessen Verdienste mehr sind als seine Sünden, dem erweist man Schlechtes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora verbrannt und auch nicht einen Buchstaben zurückgelassen, und dessen Sünden mehr sind als seine Verdienste, dem erweist man Gutes, und es ist ebenso, als hätte er die ganze Tora gehalten und auch nicht einen Buchstaben unterlassen!?
ו אמר אביי מתניתין דעבדין ליה יום טב ויום ביש רבא אמר הא מני רבי יעקב היא דאמר שכר מצוה בהאי עלמא ליכא
6 Abajje erwiderte: Unsere Mišna lehrt, daß man ihm einen guten Tag beziehungsweise einen schlechten bereite. Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Ja͑qobs vertreten, welcher sagt, auf dieser Welt gebe es keine Belohnung für die Gebote.
ז דתניא רבי יעקב אומר אין לך כל מצוה ומצוה שכתובה בתורה שמתן שכרה בצדה שאין תחיית המתים תלויה בה בכיבוד אב ואם כתיב (דברים ה, טז) למען יאריכון ימיך ולמען ייטב לך בשילוח הקן כתיב (דברים כב, ז) למען ייטב לך והארכת ימים
7 Es wird nämlich gelehrt: R. Ja͑qob sagte: Du hast kein in der Tora geschriebenes Gebot, bei dem eine Belohnung angegeben ist, von dem nicht die Auferstehung der Toten zu entnehmen wäre. Bei der Ehrung von Vater und Mutter heißt es: <i>damit du lange lebest und damit es dir wohl gehe;</i> beim Fliegenlassen des Nest[vogels] heißt es: <i>damit es dir wohl gehe und du lange lebest.</i>
ח הרי שאמר לו אביו עלה לבירה והבא לי גוזלות ועלה לבירה ושלח את האם ונטל את הבנים ובחזירתו נפל ומת היכן טובת ימיו של זה והיכן אריכות ימיו של זה אלא למען ייטב לך לעולם שכולו טוב ולמען יאריכון ימיך לעולם שכולו ארוך
8 Wo ist, wenn zu einem sein Vater gesagt hat, daß er auf eine Burg steige und ihm junge Tauben hole, und er auf die Burg steigt, die Mutter fliegen läßt und die Jungen holt, und auf der Rückkehr abstürzt und stirbt, das Wohlergehen von diesem, und wo ist das lange Leben von diesem!? Vielmehr [ist zu erklären:] <i>damit es dir wohl gehe</i>, in der Welt, die ganz Wohlergehen ist; <i>damit du lange lebest</i>, in der Welt, die ganz Ewigkeit ist. –
ט ודלמא לאו הכי הוה ר' יעקב מעשה חזא ודלמא מהרהר בעבירה הוה מחשבה רעה אין הקב"ה מצרפה למעשה
9 Vielleicht kommt so etwas nicht vor!? – R. Ja͑qob sah einen solchen Fall. – Vielleicht hatte jener sündhafte Gedanken!? – Die böse Absicht rechnet der Heilige, gepriesen sei er, nicht zur Tat. –
י ודלמא מהרהר בעבודת כוכבים הוה וכתיב (יחזקאל יד, ה) למען תפוש את בית ישראל בלבם איהו נמי הכי קאמר אי סלקא דעתך שכר מצוה בהאי עלמא אמאי לא אגין מצות עליה כי היכי דלא ליתי לידי הרהור
10 Vielleicht hatte er Götzendienst im Sinne, und es heißt: <i>und das Haus Jisraél ans Herz zu ergreifen</i>!? – Das sagte er eben: wenn man sagen wollte, die Belohnung für die Gebote erfolge auf dieser Weit, so sollten die Gebote ihn schützen, daß er nicht zu [sündhaften] Gedanken komme. –
יא והא א"ר אלעזר שלוחי מצוה אין נזוקין התם בהליכתן שאני
11 R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen nicht zu Schaden!? – Anders ist es auf der Rückkehr. –
יב והא אמר רבי אלעזר שלוחי מצוה אינן נזוקין לא בהליכתן ולא בחזירתן סולם רעוע הוה דקביע היזיקא וכל היכא דקביע היזיקא לא סמכינן אניסא דכתיב (שמואל א טז, ב) ויאמר שמואל איך אלך ושמע שאול והרגני
12 R. Elea͑zar sagte ja aber, Boten einer gottgefälligen Handlung kommen weder auf dem Hinwege noch auf dem Rückwege zu Schaden!? – Es war eine schadhafte Leiter, sodaß ein Schaden zu gewärtigen war, und wenn ein Schaden zu gewärtigen ist, verlasse man sich nicht auf ein Wunder, denn es heißt: <i>da sprach Šemuél: Wie kann ich hingehen, wenn Šaúl es hört</i>, <i>tötet er mich</i>.
יג אמר רב יוסף אילמלי דרשיה אחר להאי קרא כרבי יעקב בר ברתיה לא חטא ואחר מאי הוא איכא דאמרי כי האי גוונא חזא
13 R. Joseph sagte: Wenn Aher diesen Schriftvers so ausgelegt hätte, wie R. Ja͑qob, der Sohn seiner Tochter, würde er nicht der Sünde verfallen sein. – Was hatte Aḥer gesehen? –
יד ואיכא דאמרי לישנא דחוצפית המתורגמן חזא דהוה גריר ליה דבר אחר אמר פה שהפיק מרגליות ילחך עפר נפק חטא
14 Manche sagen, er hatte einen solchen Fall gesehen, und manche sagen, er hatte ein Schwein die Zunge eines bedeutenden Menschen schleppen sehen. Er sprach dann: Ein Mund, der Perlen hervorbrachte, muß nun Staub lecken. Hierauf ging er und verfiel der Sünde.
טו רמי רב טובי בר רב קיסנא לרבא תנן כל העושה מצוה אחת מטיבין לו עשה אין לא עשה לא ורמינהי ישב ולא עבר עבירה נותנים לו שכר כעושה מצוה אמר ליה התם כגון שבא דבר עבירה לידו וניצול הימנה
15 R. Tobi b. R. Qisana wies Raba auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wer auch nur ein Gebot ausübt, dem erweise man Gutes, nur wenn er es ausübt, sonst aber nicht, und dem widersprechend wird gelehrt, wer dasitzt und keine Sünde begeht, den belohne man ebenso, wie einen, der ein Gebot ausübt!? Dieser erwiderte: Dies gilt von einem, der Gelegenheit zur Sünde hatte und davon errettet worden ist.
טז כי הא דרבי חנינא בר פפי תבעתיה ההיא מטרוניתא אמר מלתא ומלי נפשיה שיחנא וכיבא עבדה היא מילתא ואיתסי ערק טשא בההוא בי בני דכי הוו עיילין בתרין אפילו ביממא הוו מיתזקי למחר אמרו ליה רבנן מאן נטרך אמר להו שני
16 So ereignete es sich einst, daß eine Matrone R. Ḥanina b. Papi [zur Sünde] aufforderte. Da sprach er etwas, und sein Leib ward mit Grinden und Wunden voll; sie aber tat etwas dagegen, und er genas. Hierauf entfloh er und versteckte sich in einem Badehause, in dem, wenn sogar zwei hineingingen, selbst am Tage, sie zu Schaden kamen. Später fragten ihn die Rabbanan, wer ihn behütet habe. Er erwiderte ihnen: Zwei