Makkot 15

Kapitel 15

א והאמר רב יצחק בר' יוסף אמר רבי יוחנן רבי ורבי יהודה בן רועץ וב"ש ור"ש ור"ע כולהו סבירי להו יש אם למקרא היינו דקאמר להו ועוד
1 R. Jiçḥaq b. R. Joseph sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß Rabbi, R. Jehuda b. Roe͑ç, die Schule Šammajs, R. Šimo͑n und R. A͑qiba alle der Ansicht sind, die Lesart sei maßgebend!? – Deshalb sagte er auch ‘ferner’.
ב אמר רב פפא מאן דשדא פיסא לדיקלא ואתר תמרי ואזול תמרי וקטול באנו למחלוקת דרבי ורבנן פשיטא מהו דתימא ככח כחו דמי קמ"ל
2 R. Papa sagte: Wenn jemand eine Erdscholle gegen eine Dattelpalme wirft und Datteln herabfallen und einen töten, so haben wir den Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, dies gelte [nach Rabbi] als indirekte Wirkung, so lehrt er uns. –
ג אלא כח כחו לרבי היכי משכחת לה כגון דשדא פיסא ומחיה לגרמא ואזיל גרמא ומחיה לכבאסא ואתר תמרי ואזול תמרי וקטול:
3 Was gilt nun nach Rabbi als indirekte Wirkung? – Wenn jemand eine Erdscholle gegen eine Stange wirft und diese umfällt und einen Dattelkamm trifft, und Datteln herabfallen und einen töten.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> הזורק אבן לרה"ר והרג ה"ז גולה ר"א בן יעקב אומר אם מכשיצאתה האבן מידו הוציא הלה את ראשו וקבלה ה"ז פטור
4 <b>W</b><small>ENN JEMAND EINEN</small> S<small>TEIN AUF ÖFFENTLICHES</small> G<small>EBIET GEWORFEN UND DIESER EINEN GETÖTET HAT, SO MUSS ER IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG</small>. R. E<small>LIE͑ZER B.JA͑QOB SAGTE</small>: W<small>ENN NACHDEM DER</small> S<small>TERN AUS SEINER</small> H<small>AND GEKOMMEN WAR, JENER SEINEN</small> K<small>OPF HERVORGESTRECKT HAT UND GETROFFEN WURDE, SO IST ER FREI</small>.
ה זרק את האבן לחצרו והרג אם יש רשות לניזק ליכנס לשם גולה ואם לאו אינו גולה שנאמר (דברים יט, ה) ואשר יבא את רעהו ביער מה היער רשות לניזק ולמזיק ליכנס לשם אף כל רשות לניזק ולמזיק להכנס לשם יצא חצר בעל הבית שאין רשות לניזק (ולמזיק) ליכנס לשם
5 W<small>ENN JEMAND EINEN</small> S<small>TEIN IN SEINEN EIGENEN</small> H<small>OF GEWORFEN UND DIESER EINEN GETÖTET HAT, SO MUSS ER, WENN DER</small> B<small>ESCHÄDIGTE DA HINEINZUGEHEN BEFUGT WAR, IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, WENN ABER NICHT, SO MUSS ER NICHT IN DIE</small> V<small>ERBANNUNG, DENN ES HEISST</small>:<i>wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht</i>; <small>WIE IN DEN</small> W<small>ALD SOWOHL DER</small> B<small>ESCHÄDIGTE ALS AUCH DER BESCHÄDIGENDE HINEINZUGEHEN BEFUGT IST</small>, [<small>EBENSO AUCH SONST, WENN SOWOHL DER</small> B<small>ESCHÄDIGTE ALS AUCH DER</small> B<small>ESCHÄDIGENDE DA HINEINZUGEHEN BEFUGT IST</small>]; a<small>USGENOMMEN IST DER PRIVATE</small> H<small>OF, IN DEN HINEINZUGEHEN NTCHT</small> [<small>JEDER</small>] <small>BEFUGT IST</small>.
ו אבא שאול אומר מה חטבת עצים רשות אף כל רשות יצא האב המכה את בנו והרב הרודה את תלמידו ושליח ב"ד:
6 A<small>BBA</small> Š<small>AÚL SAGTE:</small> N<small>UR WENN</small> [<small>DIE</small> H<small>ANDLUNG</small>] <small>GLEICH DEM</small> H<small>OLZHAUEN EINE FREIGESTELLTE IST, AUSGENOMMEN IST EIN</small> V<small>ATER, DER SEINEN</small> S<small>OHN PRÜGELT, EIN</small> L<small>EHRER, DER SEINEN</small> S<small>CHÜLER ZÜCHTIGT, UND EIN GERICHTSDIENER</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> לרה"ר מזיד הוא אמר רב שמואל בר יצחק בסותר את כותלו איבעי ליה לעיוני בסותר את כותלו בלילה בלילה נמי איבעי ליה לעיוני
7 GEMARA. Wenn nach öffentlichem Gebiete, so ist dies ja vorsätzlich!? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Wenn einer seine Wand niederreißt. – So sollte er doch aufpassen!? – Wenn er seine Wand nachts niederreißt. – Nachts sollte er ja ebenfalls aufpassen!? –
ח בסותר את כותלו לאשפה האי אשפה ה"ד אי שכיחי בה רבים פושע הוא אי לא שכיחי בה רבים אנוס הוא
8 Wenn er die Wand auf einen Schuttplatz wirft. – Was für ein Schuttplatz: verkehrt da das Publikum, so ist dies ja sein Verschulden, und verkehrt da das Publikum nicht, so ist dies ja ein Mißgeschick!?
ט א"ר פפא לא צריכא אלא לאשפה העשויה ליפנות בה בלילה ואין עשויה ליפנות בה ביום ואיכא דמקרי ויתיב פושע לא הוי דהא אינה עשויה ליפנות בה ביום אונס נמי לא הוי דהא איכא דמקרי ויתיב:
9 R. Papa erwiderte: Hier handelt es sich um einen Schuttplatz, auf den [Menschen] nachts abzutreten pflegen, nicht aber am Tage, es aber vorkommt, daß mancher da auch am Tage abtritt; sein Verschulden ist dies nicht, da am Tage niemand da abzutreten pflegt, ein Mißgeschick ebenfalls nicht, da es vorkommt, daß mancher da [auch am Tage] abtritt.
י רבי אליעזר בן יעקב אומר וכו': ת"ר (דברים יט, ה) ומצא פרט לממציא את עצמו מכאן אמר רבי אליעזר בן יעקב אם משיצתה האבן מידו הוציא הלה את ראשו וקבלה פטור
10 R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB SAGT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten:<i>Und treffen wird</i>, ausgenommen der Fall, wenn jener sich treffen läßt. Hieraus folgerte R. Elie͑zer b. Ja͑qob, daß, wenn nachdem der Stein aus seiner Hand gekommen war, jener seinen Kopf hervorgestreckt hat und getroffen wurde, er frei sei. –
יא למימרא דמצא מעיקרא משמע ורמינהי (ויקרא כה, כו) ומצא פרט למצוי שלא ימכור ברחוק ויגאול בקרוב ברעה ויגאול ביפה
11 Demnach ist unter <i>maça</i> [treffen] zu verstehen, wenn er da bereits vorher war; ich will auf einen Widerspruch hinweisen:<i>Und findet [maça]</i>, ausgenommen der Fall, wenn er es bereitshatte; er kann nicht ein fernliegendes [Feld] verkaufen und ein nahes einlösen, ein schlechtes [verkaufen] und ein gutes einlösen!?
יב אמר רבא הכא מענייניה דקרא והתם מענייניה דקרא התם מענייניה דקרא ומצא דומיא (ויקרא כה, כו) דוהשיגה ידו מה השיגה ידו מהשתא אף מצא נמי מהשתא הכא מענייניה דקרא ומצא דומיא דיער מה יער מידי דאיתיה מעיקרא אף ומצא נמי מידי דאיתיה מעיקרא:
12 Raba erwiderte: Hier berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses und dort berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses. Dort berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses: man vergleiche das ‘finden’ mit dem ‘erreichen seiner Hand’; wie unter ‘erreichen’ zu verstehen ist, erst jetzt, ebenso ist auch unter ‘finden’ zu verstehen, erst jetzt. Hier berücksichtige man ebenfalls den Zusammenhang des Schriftverses: man vergleiche das ‘treffen’ mit ‘Wald’; wie der Wald schon vorher vorhanden war, ebenso ‘treffen’, den, der da schon vorher anwesend war.
יג הזורק את האבן וכו': א"ל ההוא מרבנן לרבא ממאי דמחטבת עצים דרשות דלמא מחטבת עצים דסוכה ומחטבת עצים דמערכה ואפ"ה אמר רחמנא ליגלי א"ל כיון דאם מצא חטוב (אינו חוטב) לאו מצוה השתא נמי לאו מצוה
13 <b>W</b><small>ENN JEMAND EINEN STEIN GEWORFEN</small> &amp;<small>C</small>. Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Woher, daß [die Schrift] vom Holzhauen zu freigestelltem Zwecke spricht, vielleicht spricht sie vom Holzhauen [zum Bau] einer Festhütte oder für den Altar, dennoch sagt der Allbarmherzige, er müsse in die Verbannung!? Dieser erwiderte: Da man, wenn man gehauenes Holz vorfindet, es nicht zu hauen braucht, so ist [das Hauen] kein Gebot.
יד איתיביה רבינא לרבא יצא האב המכה את בנו והרב הרודה את תלמידו ושליח ב"ד לימא כיון דאילו גמיר לאו מצוה השתא נמי לאו מצוה התם אע"ג דגמיר מצוה דכתיב (משלי כט, יז) יסר בנך ויניחך ויתן מעדנים לנפשך
14 Rabina wandte gegen Raba ein: Ausgenommen ist ein Vater, der seinen Sohn prügelt, ein Lehrer, der seinen Schüler züchtigt, und ein Gerichtsdiener. Hierbei ist ja ebenfalls einzuwenden: wenn er gelehrig ist, ist dies ja kein Gebot, somit ist es auch anderenfalls kein Gebot? – Hierbei ist es ein Gebot, auch wenn er gelehrig ist, denn es heißt:<i>züchtige deinen Sohn, so wird er dir Behagen gewähren und deiner Seele Leckerbissen reichen</i>.
טו הדר אמר רבא לאו מילתא היא דאמרי (דברים יט, ה) ואשר יבא את רעהו ביער (מה יער) דאי בעי עייל ואי בעי לא עייל ואי סלקא דעתך מצוה מי סגיא דלא עייל
15 Später sagte Raba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts. [Es heißt:] <i>wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht</i>, also wenn es ihm hineinzugehen oder nicht hineinzugehen freisteht; wenn man nun sagen wollte, zum Zwecke einer gottgefälligen Handlung, so müßte er ja hineingehen.
טז אמר ליה רב אדא בר אהבה לרבא כל היכא דכתיב אשר דאי בעי הוא אלא מעתה (במדבר יט, כ) ואיש אשר יטמא ולא יתחטא אי בעי מיטמא אי בעי לא מיטמא מת מצוה דלא סגי דלא מיטמא הכי נמי דפטור
16 R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Ist denn überall, wo es <i>wenn</i> heißt, nur eine freigestellte Handlung zu verstehen, es heißt ja:<i>wenn jemand unrein wird und sich nicht entsündigt;</i> also nur dann, wenn die Verunreinigung freigestellt ist, somit wäre derfrei, der sich an einem Pflichttoten verunreinigt hat, an dem man sich verunreinigen muß!? –
יז שאני התם דאמר קרא
17 Anders ist es hierbei; die Schrift sagt: