Makkot 19

Kapitel 19

א דכתיב (הושע ו, ח) גלעד קרית פועלי און עקובה מדם מאי עקובה מדם א"ר אלעזר שהיו עוקבין להרוג נפשות
1 denn es heißt:<i>Gilea͑d ist eine Stadt von Übeltätern, voll von Blutspuren</i>. – Was heißt: <i>voll von Blutspuren</i>? R. Elea͑zar erwiderte: Sie spürten, Menschen zu morden. –
ב ומאי שנא מהאי גיסא ומהאי גיסא דמרחקי ומאי שנא מציעאי דמקרבי
2 Weshalb waren an beiden Seitengroße Entfernungen und in der Mitte kleine?
ג אמר אביי בשכם נמי שכיחי רוצחים דכתיב (הושע ו, ט) וכחכי איש גדודים חבר כהנים דרך ירצחו שכמה וגו' מאי חבר כהנים א"ר אלעזר שהיו מתחברין להרוג נפשות ככהנים הללו שמתחברין לחלוק תרומות בבית הגרנות
3 Abajje erwiderte: In Šekhem waren ebenfalls viele Mörder, denn es heißt:<i>und gleich lauernden Räubern ist die Versammlung der Priester; am Wege morden sie bei Šekhem &amp;c</i>. – Was heißt: <i>Versammlung der Priester</i>? R. Elea͑zar erwiderte: Sie versammelten sich, Menschen zu morden, wie sich die Priester bei der Verteilung der Hebe um die Tennen versammeln. –
ד ותו ליכא והא כתיב (במדבר לה, ו) ועליהם תתנו ארבעים ושתים עיר אמר אביי הללו קולטות בין לדעת בין שלא לדעת הללו לדעת קולטות שלא לדעת אינן קולטות
4 Gab es denn keine anderen mehr, es heißt ja:<i>dazu sollt ihr noch zweiundvierzig Städte hinzufügen</i>!? Abajje erwiderte: Jene gewährten Zuflucht, einerlei ob [der Totschläger] dies gewußt hat oder nicht, diese aber gewährten Zuflucht nur dann, wenn er es gewußt hat, nicht aber, wenn er es nicht gewußt hat. –
ה וחברון עיר מקלט הוא והכתיב (שופטים א, כ) ויתנו לכלב את חברון כאשר דבר משה אמר אביי פרוודהא דכתיב (יהושע כא, יב) ואת שדה העיר ואת חצריה נתנו לכלב בן יפנה
5 War Ḥebron denn eine Zufluchtsstadt, es heißt ja:<i>und sie verliehen Kaleb Ḥebron, wie Moše geboten hatte</i>!? Abbaje erwiderte: Die Vororte, denn es heißt:<i>die zur Stadt gehörenden Felder und Dörfer übergaben sie Kaleb, dem Sohne Jephunnes</i>. –
ו וקדש עיר מקלט הואי והכתיב (יהושע יט, לה) וערי מבצר הצדים צר וחמת רקת וכנרת [וגו'] וקדש ואדרעי ועין חצור ותניא ערים הללו אין עושין אותן לא טירין קטנים ולא כרכים גדולים אלא עיירות בינוניות אמר רב יוסף תרתי קדש הואי אמר רב אשי כגון סליקום ואקרא דסליקום
6 War Qedeš denn eine Zufluchtsstadt, es heißt ja:<i>und die festen Städte [waren]: Çiddim, Çer, Ḥammath, Raqqath, Kinnereth &amp;c. Qedeš, Edrei͑ und E͑n Ḥaçor</i>, und es wird gelehrt, daß [zu Zufluchtsstädten] weder kleine Städtchen noch Großstädte gewählt werden, sondern nur Mittelstädte!? R. Joseph erwiderte: Es gab zwei [Städte namens] Qedeš. R. Aši erklärte: Wie beispielsweise Seleukiaund Burg Seleukia.
ז גופא ערים הללו אין עושין אותן לא טירין קטנים ולא כרכין גדולים אלא עיירות בינוניות ואין מושיבין אותן אלא במקום מים ואם אין שם מים מביאין להם מים ואין מושיבין אותן אלא במקום שווקים ואין מושיבין אותן אלא במקום אוכלוסין נתמעטו אוכלוסיהן מוסיפין עליהן נתמעטו דיוריהן מביאין להם כהנים לוים וישראלים
7 Der Text. Zu solchen Städten werden weder kleine Städtchen noch Großstädte gewählt, sondern nur Mittelstädte. Ferner verlegt man sie nur an Stellen, wo Gewässer sind; sind da keine Gewässer, so werden da solche hineingezogen. Ferner nur da, wo Marktplätze vorhanden sind; auch nur da, wo große Volksmengenverkehren; werden die Volksmengen vermindert, so füge man welche hinzu; haben die Einwohner sich vermindert, so bringe man da Priester, Leviten und Jisraéliten hin.
ח ואין מוכרין בהן לא כלי זיין ולא כלי מצודה דברי רבי נחמיה וחכמים מתירין ושוין שאין פורסין בתוכן מצודות ואין מפשילין לתוכן חבלים כדי שלא תהא רגל גואל הדם מצויה שם
8 Man darf da weder Waffen noch Fanggeräte verkaufen – so R. Neḥemja; die Weisen erlauben dies. Sie stimmen jedoch überein, daß man da weder Fangnetze legen, noch Wurfschlingen auswerfen darf, damit der Bluträcher da nicht festen Fuß fasse.
ט א"ר יצחק מאי קרא (דברים ד, מב) ונס אל אחת מן הערים האל וחי עביד ליה מידי דתהוי ליה חיותא
9 R. Jiçḥaq sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?<i>So flüchte er sich in eine dieser Städte und bleibe leben</i>; man sorge für ihn, daß er leben bleibe.
י תנא תלמיד שגלה מגלין רבו עמו שנאמר וחי עביד ליה מידי דתהוי ליה חיותא אמר ר' זעירא מכאן שלא ישנה אדם לתלמיד שאינו הגון
10 Es wird gelehrt: Wenn ein Schüler in die Verbannung muß, so muß sein Lehrer mit ihm in die Verbannung, denn es heißt: <i>und bleibe leben</i>, man sorge für ihn, daß er leben bleibe. R. Zee͑ra sagte: Hieraus, daß man keinen ungeratenenSchüler [das Gesetz] lehre.
יא א"ר יוחנן הרב שגלה מגלין ישיבתו עמו איני והא א"ר יוחנן מנין לדברי תורה שהן קולטין שנאמר (דברים ד, מג) את בצר במדבר וגו' [וכתיב בתריה] (דברים ד, מד) וזאת התורה
11 R. Joḥanan sagte: Wenn ein Lehrer in die Verbannung muß, so muß seine Schule mit ihm in die Verbannung. – Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja: Woher, daß Worte der Tora eine Zuflucht gewähren? Es heißt:<i>Beçer in der Wüste &amp;c</i>. [und darauf:]<i>dies ist das Gesetz</i>!? –
יב לא קשיא הא בעידנא דעסיק בה הא בעידנא דלא עסיק בה
12 Das ist kein Einwand; dies, während er sich damit befaßt, jenes, während er sich nicht damit befaßt.
יג ואי בעית אימא מאי קולטין ממלאך המות כי הא דרב חסדא הוה יתיב וגריס בבי רב ולא הוה קא יכול שליחא [דמלאכא דמותא] למיקרב לגביה דלא הוה שתיק פומיה מגירסא סליק ויתיב אארזא דבי רב פקע ארזא ושתיק ויכיל ליה
13 Wenn du aber willst, sage ich: sie gewähren eine Zuflucht nur vor dem Todesengel. So saß einst R. Ḥisda im Lehrhause, und studierte, und der Bote [des Todes] vermochte nicht, sich ihm zu nähern, weil sein Mund vom Studium nicht abließ. Da setzte er sich auf die Zeder des Lehrhauses, und diese platzte, hielt jener an; alsdann bemächtigte er sich seiner.
יד א"ר תנחום בר חנילאי מפני מה זכה ראובן לימנות בהצלה תחלה מפני שהוא פתח בהצלה תחלה שנאמר (בראשית לז, כא) וישמע ראובן ויצילהו מידם
14 R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Weshalb war es Reúben beschieden, bei der Rettungzuerst genannt zu werden? Weil er mit der Rettung zuerst begonnen hatte, denn es heißt:<i>und als Reúben es hörte, rettete er ihn aus ihren Händen</i>.
טו דרש רבי שמלאי מאי דכתיב (דברים ד, מא) אז יבדיל משה שלש ערים בעבר הירדן מזרחה [שמש] אמר לו הקב"ה למשה הזרח שמש לרוצחים איכא דאמרי א"ל הזרחת שמש לרוצחים
15 R. Šimlaj trug vor: Es heißt:<i>damals sonderte Moše drei Städte aus, jenseits des Jarden gegen Sonnenaufgang</i>. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Laß die Sonne für die [unvorsätzlichen] Totschläger scheinen. Manche sagen: Er sprach zu ihm: Du hast die Sonne für die Totschläger scheinen lassen.
טז דרש רבי סימאי מאי דכתיב (קהלת ה, ט) אוהב כסף לא ישבע כסף ומי אוהב בהמון לא תבואה אוהב כסף לא ישבע כסף זה משה רבינו שהיה יודע שאין שלש ערים שבעבר הירדן קולטות עד שלא נבחרו שלש בארץ כנען ואמר מצוה שבאה לידי אקיימנה
16 R. Simaj trug vor: Es heißt:<i>wer Geld lieht, wird des Geldes nicht satt, und wer die Menge lieht, hat den</i><i>Ertrag. Wer Geld lieht, wird des Geldes nicht satt</i>, das ist unser Meister Moše, der, obgleich er wußte, daß die drei Zufluchtsstädte jenseits des Jarden nicht eher eine Zuflucht gewähren, als bis die drei im Lande Kenaa͑n gewählt sind, dennoch sagte: ich will ein sich mir bietendes Gebot ausüben.
יז ומי אוהב בהמון לא תבואה למי נאה ללמד בהמון מי שכל תבואה שלו והיינו דא"ר אלעזר מאי דכתיב (תהלים קו, ב) מי ימלל גבורות ה' ישמיע כל תהלתו למי נאה (ללמד) [למלל] גבורות ה' מי שיכול להשמיע כל תהלתו
17 <i>Wer die Menge lieht, hat den Ertrag</i>; wem ziemt es, die Menge zu lehren? Dem der ganze Ertrag [der Gesetzeskunde] gehört. Das ist es, was R. Elea͑zar sagte: Es heißt:<i>wer kann die Machttaten des Herrn ausreden, all seinen Ruhm verkünden;</i> wem ziemt es, die Machttaten des Herrn auszureden? Dem, der all seinen Ruhm verkünden kann.
יח ורבנן ואיתימא רבה בר מרי אמר מי אוהב בהמון לו תבואה כל האוהב (למלמד) בהמון לו תבואה יהבו ביה רבנן עינייהו ברבא בריה דרבה
18 Die Rabbanan, nach anderen Rabba b. Mari, erklärten: <i>Wer die Menge liebt, hat den Ertrag;</i> wer [den Lehrer der] Menge liebt, hat Ertrag. Da richteten die Weisen ihre Augen auf Raba, den Sohn Rabbas. R.
יט (סימן אשי ללמוד רבינא ללמד)
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כ רב אשי אמר כל האוהב ללמוד בהמון לו תבואה והיינו דא"ר יוסי בר' חנינא מאי דכתיב (ירמיהו נ, לו) חרב אל הבדים ונואלו חרב על צוארי שונאיהם של ת"ח שיושבין ועוסקין בתורה בד בבד ולא עוד אלא שמטפשין כתיב הכא ונואלו וכתיב התם (במדבר יב, יא) אשר נואלנו ולא עוד אלא שחוטאין שנאמר ואשר חטאנו ואיבעית אימא מהכא (ישעיהו יט, יג) נואלו שרי צוען
20 Aši erklärte: Wer in der Menge zu lernen liebt, hat Ertrag. Das ist es, was R. Jose b. Ḥanina sagte: Es heißt: <i>ein Schwert über die einzelnen</i>, <i>sie werden töricht;</i> ein Schwert über den Hals der Feinde Jisraéls, die sich mit der Tora einzeln befassen; und nicht nur das, vielmehr werden sie auch töricht, denn hier heißt es: <i>sie werden töricht</i>, und dort heißt es:<i>daß wir uns betören ließen und gesündigt haben</i>. Wenn du aber willst, entnehme ich dies hieraus: <i>betört wurden die Fürsten von Çoa͑n</i>.
כא רבינא אמר כל האוהב ללמד בהמון לו תבואה והיינו דאמר רבי הרבה תורה למדתי מרבותי ומחבירי יותר מהם ומתלמידי יותר מכולן
21 Rabina erklärte: Wer in der Menge zu lehren liebt, hat Ertrag. Das ist es, was Rabbi sagte: Viel Tora habe ich von meinen Lehrern gelernt, mehr als von diesen lernte ich von meinen Kollegen, und am allermeisten von meinen Schülern.
כב א"ר יהושע בן לוי מאי דכתיב (תהלים קכב, ב) עומדות היו רגלינו בשעריך ירושלם מי גרם לרגלינו שיעמדו במלחמה שערי ירושלם שהיו עוסקים בתורה
22 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt:<i>unsere Füße stehen an deinen Toren, Jerušalem;</i> wer veranlaßte, daß unsere Füße im Kampfestehen? Die Tore Jerušalems, [an welchen] sie sich mit der Tora befaßten.
כג וא"ר יהושע בן לוי מאי דכתיב (תהלים קכב, א) שיר המעלות לדוד שמחתי באומרים לי בית ה' נלך אמר דוד לפני הקדוש ברוך הוא רבש"ע שמעתי בני אדם שהיו אומרים מתי ימות זקן זה ויבא שלמה בנו ויבנה בית הבחירה ונעלה לרגל ושמחתי אמר לו הקב"ה (תהלים פד, יא) כי טוב יום בחצריך מאלף טוב לי יום אחד שאתה עוסק בתורה לפני מאלף עולות שעתיד שלמה בנך להקריב לפני על גבי המזבח:
23 Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Es heißt:<i>Wallfahrtslied von David. Ich freute mich, als man zu mir sprach: Laßt uns ins Haus Gottes gehen</i>. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, ich hörte, wie die Leute sagten: wann wird endlich dieser Alte sterben und sein Sohn Šelomo [an seine Stelle] kommen, damit er den Tempel baue und wir zur Wallfahrt ziehen können; da freute ich mich. Hierauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm:<i>Ein Tag in deinen Vorhöfen ist mir lieber als tausend;</i> lieber ist mir ein Tag, den du dasitzest und dich mit der Tora befassest, als die tausend Brandopfer, die dein Sohn Šelomo mir dereinst auf dem Altar darbringen wird.
כד ומכוונות להם דרכים וכו': תניא ר' אליעזר בן יעקב אומר
24 V<small>ON EINER NACH DER ANDEREN WAREN</small> S<small>TRASSEN ERRICHTET</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: