Makkot 30

Kapitel 30

א מידי הוא טעמא אלא לרבי יוחנן האמר ליה רבי יוחנן לתנא תני בטלו חייב ולא בטלו פטור
1 Diese Erklärung ist ja nur nach R. Joḥanannötig, und R. Joḥanan sagte zu einem Schüler, er solle lehren, man sei strafbar, wenn man die [Ausübung des Gebotes] unmöglich gemacht hat, und frei, wenn man es nicht unmöglich gemacht hat.
ב דתני תנא קמיה דרבי יוחנן כל מצות לא תעשה שיש בה קום עשה קיים עשה שבה פטור ביטל עשה שבה חייב
2 Ein Schüler rezitierte nämlich vor R. Joḥanan: Wegen eines Verbotes, dem sich ein Gebot anschließt, ist man frei, wenn man das Gebot ausgeübt hat, und strafbar, wenn man [die Ausübung des] Gebotes unmöglich gemacht hat.
ג א"ל מאי קא אמרת קיים פטור לא קיים חייב ביטל חייב לא ביטל פטור תני ביטלו ולא ביטלו ורבי שמעון בן לקיש אומר קיימו ולא קיימו
3 Da sprach dieser zu ihm: Was sagst du da: ist man frei, wenn man es ausgeübt hat, so müßte man strafbar sein, schon wenn man es nicht ausgeübt hat, und ist man strafbar, erst wenn man es unmöglich gemacht hat, so müßte man frei sein, wenn man es nicht unmöglich gemacht hat!? Lehre vielmehr: hat man es unmöglich gemacht, und: hat man es nicht unmöglich gemacht. R. Šimo͑n b. Laqiš aber sagt, [man lese:] hat man es ausgeübt, und: hat man es nicht ausgeübt. –
ד במאי קא מיפלגי בהתראת ספק קא מיפלגי מר סבר התראת ספק שמה התראה
4 Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über die eventuelleWarnung; einer ist der Ansicht, die eventuelle Warnung gelte als Warnung,
ה ומר סבר התראת ספק לא שמה התראה
5 und einer ist der Ansicht, die eventuelle Warnung gelte nicht als Warnung.
ו ואזדו לטעמייהו דאיתמר שבועה שאוכל ככר זה היום ועבר היום ולא אכלה רבי יוחנן ור"ל דאמרי תרוייהו אינו לוקה רבי יוחנן אומר אינו לוקה
6 Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn jemand geschworen hat, er werde diesen Laib an diesem Tage essen, und der Tag vorüber ist, ohne daß er ihn gegessen hat, so ist er, wie R. Joḥanan und Reš Laqiš übereinstimmend sagen, nicht zu geißeln. R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln,