Megillah 35

Kapitel 35

א (הושע ג, ה) אחר ישובו בני ישראל ובקשו את ה' אלהיהם ואת דוד מלכם וכיון שבא דוד באתה תפלה שנאמר (ישעיהו נו, ז) והביאותים אל הר קדשי ושמחתים בבית תפלתי
1 <i>darnach werden</i> <i>die Kinder Jisraéls umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen</i>. Sobald David gekommen ist, kommt das Gebet, denn es heißt: <i>ich bringe sie zu meinem heiligen Berge und erfreue sie in meinem Bethause</i>.
ב וכיון שבאת תפלה באת עבודה שנאמר עולותיהם וזבחיהם לרצון על מזבחי וכיון שבאת עבודה באתה תודה שנאמר (תהלים נ, כג) זובח תודה יכבדנני
2 Sobald das Gebet da ist, kommt der Tempeldienst, denn es heißt: <i>ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar</i>. Und sobald der Tempeldienst da ist, kommt das Dankopfer, denn es heißt: <i>wer Dank opfert, ehrt mich</i>. –
ג ומה ראו לומר ברכת כהנים אחר הודאה דכתיב (ויקרא ט, כב) וישא אהרן את ידיו אל העם ויברכם וירד מעשות החטאת והעולה והשלמים
3 Weshalb setzten sie den Priestersegen hinter den Danksegen? – Es heißt: <i>sodann erhob Ahron seine Hände nach dem Volke und segnete sie; und er stieg herab, nachdem er das Sündopfer, das Brandopfer und das Heilsopfer besorgt hatte</i>. –
ד אימא קודם עבודה לא ס"ד דכתיב וירד מעשות החטאת וגו' מי כתיב לעשות מעשות כתיב
4 Vielleicht vor [dem Segen] vom Tempeldienste? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>er stieg herab, nachdem er besorgt hatte das Sündopfer &amp;c</i>.; es heißt nicht: um zu besorgen, sondern: nachdem er besorgt hatte. –
ה ולימרה אחר העבודה לא ס"ד דכתיב זובח תודה
5 Sollte man ihn nach dem Segen vom Tempeldienste sprechen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>wer Dank opfert, ehrt mich</i>. –
ו מאי חזית דסמכת אהאי סמוך אהאי מסתברא עבודה והודאה חדא מילתא היא
6 Was veranlaßt dich, dich auf diesen Schriftvers zu stützen, stütze dich auf jenen!? – Es ist einleuchtend, weil der Tempeldienst und das Dankopfer im Zusammenhange stehen. –
ז ומה ראו לומר שים שלום אחר ברכת כהנים דכתיב (במדבר ו, כז) ושמו את שמי על בני ישראל ואני אברכם ברכה דהקב"ה שלום שנאמר (תהלים כט, יא) ה' יברך את עמו בשלום
7 Weshalb setzten sie [den Segen] ‘Setze Frieden’ hinter den Priestersegen? – Es heißt: <i>sie sollen meinen Namen auf die Kinder Jisraél legen, und ich will ihnen Segen zuteil werden lassen</i>, und der Segen des Heiligen, gepriesen sei er, ist Frieden, denn es heißt: <i>der Herr segnet sein Volk mit Frieden</i>. –
ח וכי מאחר דמאה ועשרים זקנים ומהם כמה נביאים תקנו תפלה על הסדר שמעון הפקולי מאי הסדיר שכחום וחזר וסדרום
8 Worin bestand, wenn hundertundzwanzig Greise, darunter viele Propheten, bereits vorher das Gebet in seiner Reihenfolge angeordnet hatten, die Ordnung Šimo͑n des Flachsmannes!? – Unter ‘ordnete’ ist zu verstehen, man hatte sie vergessen und er setzte die Reihenfolge wieder fest.
ט מכאן ואילך אסור לספר בשבחו של הקב"ה דא"ר אלעזר מאי דכתיב (תהלים קו, ב) מי ימלל גבורות ה' ישמיע כל תהלתו למי נאה למלל גבורות ה' למי שיכול להשמיע כל תהלתו
9 Weiter darf man die Lobpreisung des Heiligen, gepriesen sei er, nicht ausdehnen. R. Elea͑zar sagte nämlich: Es heißt: <i>wer kann die Machttaten des Herrn ausreden, all seinen Ruhm verkünden</i>; wem gebührt es, die Machttaten des Herrn auszureden? Dem, der all seinen Ruhm verkünden könnte.
י אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן המספר בשבחו של הקב"ה יותר מדאי נעקר מן העולם שנאמר (איוב לז, כ) היסופר לו כי אדבר אם אמר איש כי יבלע
10 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wer den Ruhm des Heiligen, gepriesen sei er, übermäßig aufzählt, wird aus der Welt entwurzelt, denn es heißt: <i>soll ihm erzählt werden, wenn ich reden will? Hat ein Mensch gefordert, daß er vernichtet werde</i>?
יא דרש ר' יהודה איש כפר גבוריא ואמרי לה איש כפר גבור חיל מאי דכתיב (תהלים סה, ב) לך דומיה תהלה סמא דכולה משתוקא כי אתא רב דימי אמר אמרי במערבא מלה בסלע משתוקא בתרין:
11 R. Jehuda aus Kephar Neburja, manche sagen, aus Kephar Nebur Ḥajil, trug vor: Es heißt: <i>Schweigen ist deine Lobpreisung</i>; Schweigsamkeit ist die beste Würze. Als R. Dimi kam, erzählte er: Im Westen sagen sie: Ein Wort um einen Sela͑, Schweigen um zwei.
יב קראה על פה לא יצא וכו': מנלן אמר רבא אתיא זכירה זכירה כתיב הכא והימים האלה נזכרים וכתיב התם (שמות יז, יד) כתב זאת זכרון בספר מה להלן בספר אף כאן בספר
12 H<small>AT MAN SIE AUSWENDIG</small> &amp;<small>C</small>. <small>GELESEN</small>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT NICHT GENÜGT</small>. Woher dies? Raba erwiderte: Dies ist aus dem Worte <i>Erinnerung</i> zu entnehmen; hier heißt es: <i>diese Tage sollen in Erinnerung bleiben</i>, und dort heißt es: <i>schreibe dies als Erinnerung in das Buch</i>; wie dort in ein Buch, ebenso hierbei aus einem Buche. –
יג וממאי דהאי זכירה קריאה היא דלמא עיון בעלמא לא סלקא דעתך (דכתיב) (דברים כה, יז) זכור יכול בלב כשהוא אומר לא תשכח הרי שכחת הלב אמור הא מה אני מקיים זכור בפה:
13 Woher daß die Erinnerung durch [lautes] Lesen erfolgen muß, vielleicht genügt auch das Denken!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: <i>Erinnere</i>; man könnte glauben, im Herzen, so heißt es:<i>du sollst nicht vergessen</i>, womit es bereits vom Vergessen im Herzen gesagt ist; somit muß die Erinnerung mit dem Munde erfolgen.
יד קראה תרגום לא יצא וכו': היכי דמי אילימא דכתיבה מקרא וקרי לה תרגום היינו על פה לא צריכא דכתיבה תרגום וקרי לה תרגום:
14 H<small>AT MAN SIE TARGUMISGH GELESEN</small>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT NIGHT GENÜGT</small> &amp;<small>C</small>. In welchem Falle? Wollte man sagen, wenn sie hebräisch geschrieben ist und man sie targumisch gelesen hat, so ist dies ja ‘auswendig’!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn sie targumisch geschrieben ist und man sie targumisch gelesen hat.
טו אבל קורין אותה ללועזות בלעז וכו': והא אמרת קראה בכל לשון לא יצא רב ושמואל דאמרי תרוייהו בלעז יווני
15 F<small>REMDSPRACHIGEN LESE MAN SIE IN FREMDER</small> S<small>PRACHE VOR</small> &amp;<small>C</small>. Du sagtest ja, man habe seiner Pflicht nicht genügt, wenn man sie in einer anderen Sprache gelesen hat!? – Rabh und Šemuél erklärten beide: Unter ‘Fremdsprache’ ist das Griechische zu verstehen. –
טז היכי דמי אילימא דכתיבה אשורית וקרי לה יוונית היינו על פה א"ר אחא א"ר אלעזר שכתובה בלעז יוונית
16 In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie assyrisch geschrieben ist und man sie griechisch gelesen hat, so ist dies ja ‘auswendig’!?
יז וא"ר אחא א"ר אלעזר מנין שקראו הקב"ה ליעקב אל שנאמר (בראשית לג, כ) ויקרא לו אל אלהי ישראל דאי סלקא דעתך למזבח קרא ליה יעקב אל ויקרא לו יעקב מיבעי ליה אלא ויקרא לו ליעקב אל ומי קראו אל אלהי ישראל
17 R. Aḥa erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Wenn sie griechisch geschrieben ist. Ferner sagte R. Aḥa im Namen R. Elea͑zars: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ja͑qob ‘El’ [Gott] nannte? Es heißt: <i>und er nannte ihn El, der Gott Jisraéls</i>; wollte man sagen, Ja͑qob habe den Altar ‘El’ genannt, so müßte es ja heißen: und Ja͑qob nannte ihn. Vielmehr heißt dies: und er nannte Ja͑qob ‘El’. Wer nannte ihn ‘El’? Der Gott Jisraéls.
יח מיתיבי קראה גיפטית עברית עילמית מדית יוונית לא יצא
18 Man wandte ein: Hat man sie ägyptisch, hebräisch, e͑lamisch, medisch oder griechisch gelesen, so hat man seiner Pflicht nicht genügt!? –
יט הא לא דמיא אלא להא גיפטית לגיפטים עברית לעברים עילמית לעילמים יוונית ליוונים יצא
19 Dieser Fall gleicht folgender Lehre: Hat man sie ägyptisch für Ägypter, hebräisch für Hebräer, e͑lamisch für E͑lamer oder griechisch für Griechen gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt. –
כ אי הכי רב ושמואל אמאי מוקמי לה למתני' בלעז יוונית לוקמה בכל לעז [אלא מתניתין כברייתא] וכי איתמר דרב ושמואל בעלמא איתמר רב ושמואל דאמרי תרוייהו לעז יווני לכל כשר
20 Wozu brauchen demnach Rabh und Šamuel zu erklären, unter Fremdsprache in unserer Mišna sei das Griechische zu verstehen, sie können dies ja auf jede andere Fremdsprache beziehen!? – Die Lehre von Rabh und Šemuél ist anderweitig gelehrt worden. Rabh und Šemuél sagten nämlich beide, das fremdländische Griechisch sei für jeden zulässig. –
כא והא קתני יוונית ליוונים אין לכולי עלמא לא אינהו דאמור כרשב"ג דתנן רשב"ג אומר אף ספרים לא התירו שיכתבו אלא יוונית
21 Er lehrt ja aber, Griechisch für Griechen sei zulässig; also nur für Griechen, für andere aber nicht!? – Sie sind der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch Bücher [der heiligen Schrift] habe man nur griechisch zu schreiben erlaubt. –
כב ולימרו הלכה כרשב"ג אי אמרי הלכה כרשב"ג הוה אמינא הני מילי שאר ספרים אבל מגילה דכתיב בה ככתבם אימא לא קמ"ל:
22 Sollten sie doch sagen, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél!? – Würden sie gesagt haben, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, so könnte man glauben, dies gelte nur von den übrigen Büchern, nicht aber von der Esterrolle, von der es heißt: <i>gemäß ihrer Schrift</i>, so lehrt er uns.
כג והלועז ששמע אשורית יצא וכו': והא לא ידע מאי קאמרי מידי דהוה אנשים ועמי הארץ
23 H<small>AT EIN</small> F<small>REMDSPRACHIGER SIE ASSYRISCH GEHÖRT</small>, <small>SO HAT ER SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small> &amp;<small>C</small>. Er versteht ja aber nicht, was gesprochen wird!? – So verhält es sich auch bei Frauen und Leuten aus dem gemeinen Volke.
כד מתקיף לה רבינא אטו אנן האחשתרנים בני הרמכים מי ידעינן אלא מצות קריאה ופרסומי ניסא הכא נמי מצות קריאה ופרסומי ניסא:
24 Rabina wandte ein: Wissen wir denn, was die Aḥaštranim, Kinder der Ramakhim, sind? Vielmehr ist das Lesen an sich Gebot, zur Bekanntmachung des Wunders, ebenso ist auch in diesem Falle das Lesen an sich Gebot, zur Bekanntmachung des Wunders.
כה קראה סירוגין יצא וכו': לא הוו ידעי רבנן מאי סירוגין שמעוה לאמתא דבי רבי דקאמרה להו לרבנן דהוי עיילי פסקי פסקי לבי רבי עד מתי אתם נכנסין סירוגין סירוגין
25 H<small>AT MAN SIE UNTERBRECHEND</small> &amp;<small>C</small>. <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>. Die Jünger wußten nicht, was serugin [unterbrechend] bedeute; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis den einzeln eintretenden Jüngern zurief: Wie lange noch werdet ihr serugin gehen!?
כו לא הוו ידעי רבנן מאי חלוגלוגות שמעוה לאמתא דבי רבי דאמרה ליה לההוא גברא דהוה קא מבדר פרפחיני עד מתי אתה מפזר חלוגלוגך
26 Die Jünger wußten nicht, was Ḥaluglugoth bedeute; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis einem Manne, der ein Bündel Portulak löste, zurief: Wie lange noch wirst du deine Ḥaluglugoth ausstreuen!?
כז לא הוו ידעי רבנן מאי (משלי ד, ח) סלסלה ותרוממך שמעוה לאמתא דבי רבי דהוות אמרה לההוא גברא דהוה מהפך במזייה אמרה ליה עד מתי אתה מסלסל בשערך
27 Die Jünger wußten nicht die Bedeutung [des Verses]: <i>salseleha</i>, <i>so wird sie dich erheben</i>; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis einem Manne, der sein Haar kräuselte, zurief: Wie lange noch wirst du dein Haar salsel tun!?
כח לא הוו ידעי רבנן מאי (תהלים נה, כג) השלך על ה' יהבך אמר רבה בר בר חנה זימנא חדא הוה אזילנא בהדי ההוא טייעא וקא דרינא טונא ואמר לי שקול יהביך ושדי אגמלאי
28 Die Jünger kannten nicht die Bedeutung [des Verses]: <i>wirf dein Jehab</i> [Bürde] <i>auf den Herrn</i>; da erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst ging ich, eine Bürde tragend, mit einem Araber, und er sprach zu mir: Lege dein Jehab auf mein Kamel.
כט לא הוו ידעי רבנן מאי (ישעיהו יד, כג) וטאטאתיה במטאטא השמד שמעוה לאמתא דבי רבי דהוות אמרה לחברתה שקולי טאטיתא וטאטי ביתא
29 Die Jünger kannten nicht die Bedeutung [des Verses]: <i>ich werde sie mit einem Meṭaṭa</i> [Besen] <i>der Vernichtung wegfegen</i>; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis zu ihrer Genossin sprach: Nimm ein Taṭita und fege das Zimmer aus.
ל ת"ר קראה סירוגין יצא
30 Die Rabbanan lehrten: Hat man sie unterbrechend gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt,