Megillah 54

Kapitel 54

א חבר עיר אבל יש שם חבר עיר תינתן לחבר עיר וכ"ש דעניי דידי ודידכו עלי סמיכי:
1 Gemeindevorsteher ist, wenn da aber ein Gemeindevorsteher ist, so ist es dem Gemeindevorsteher zu geben; und um so mehr, wo meine Armen und eure Armen auf mich rechnen.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> אין מוכרין את של רבים ליחיד מפני שמורידין אותו מקדושתו דברי רבי מאיר אמרו לו א"כ אף לא מעיר גדולה לעיר קטנה:
2 <b>M</b><small>AN VERKAUFE NICHT</small> [E<small>IGENTUM</small>] <small>DER</small> G<small>EMEINDE AN EINEN</small> P<small>RIVATEN</small>, <small>WEIL MAN ES DADURCH IN SEINER</small> H<small>EILIGKEIT HERABSETZT</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR</small>. M<small>AN ENTGEGNETE IHM</small>: D<small>EMNACH AUCH NICHT DAS EINER GRÖSSEREN</small> S<small>TADT AN EINE KLEINERE</small> S<small>TADT</small>!?
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> שפיר קאמרי ליה רבנן לר"מ ור"מ מעיר גדולה לעיר קטנה מעיקרא קדישא השתא נמי קדישא מרבים ליחיד ליכא קדושה
3 GEMARA. Die Rabbanan erwiderten ja R. Meír treffend!? – R. Meír [kann erwidern]: wenn eine große Stadt etwas an eine kleine Stadt verkauft, so war es vorher heilig und ist auch jetzt heilig, wenn aber eine Gemeinde an einen Privaten, so ist daran keine Heiligkeit mehr. –
ד ורבנן אי איכא למיחש כי האי גוונא נמי איכא למיחש משום (משלי יד, כח) ברוב עם הדרת מלך:
4 Und die Rabbanan!? – Wenn solches berücksichtigt werden sollte, so müßte man auch berücksichtigen: <i>in der Menge des Volkes die Verehrung des Königs</i>.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> אין מוכרין בית הכנסת אלא על תנאי שאם ירצו יחזירוהו דברי ר"מ וחכ"א מוכרין אותו ממכר עולם חוץ מארבעה דברים למרחץ ולבורסקי לטבילה ולבית המים ר' יהודה אומר מוכרין אותה לשם חצר והלוקח מה שירצה יעשה:
5 <b>M</b><small>AN VERKAUFE EIN</small> B<small>ETHAUS NUR UNTER DER</small> B<small>EDINGUNG</small>, <small>DASS MAN ES AUF</small> V<small>ERLANGEN ZURÜCKERHALTE</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR</small>; <small>DIE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>MAN DÜRFE ES FÜR IMMER VERKAUFEN</small>, <small>NUR NICHT ZU FOLGENDEN VIER</small> Z<small>WEKKEN</small>: <small>ZUM</small> B<small>ADEHAUSE</small>, <small>ZUR</small> G<small>ERBEREI</small>, <small>ZUM</small> T<small>AUCHBADE UND ZUR</small> W<small>ASSERANSTALT</small>. R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>MAN VERKAUFE ES ALS</small> H<small>OF</small>, <small>UND DER</small> K<small>ÄUFER MACHE DARAUS WAS ER WILL</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> ולר"מ היכי דיירי בה הא הויא לה רבית
6 GEMARA. Wieso darf man nach R. Meír darin wohnen, das ist ja Wucher!?
ז א"ר יוחנן ר"מ בשיטת ר"י אמרה דאמר צד אחד ברבית מותר
7 R. Joḥanan erwiderte: R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, der Eventualwucher sei erlaubt.
ח דתניא הרי שהיה נושה בחבירו מנה ועשה לו שדהו מכר בזמן שמוכר אוכל פירות מותר לוקח אוכל פירות אסור
8 Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine fordert und dieser ihm den Verkauf seines Feldes verpfändet, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn sie der Käufer genießt, verboten;
ט ר' יהודה אומר אפילו לוקח אוכל פירות מותר וא"ר יהודה מעשה בביתוס בן זונן שעשה שדהו מכר על פי ראב"ע ולוקח אוכל פירות היה אמרו לו משם ראיה מוכר אוכל פירות היה ולא לוקח
9 R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt. R. Jehuda sprach: Einst verpfändete Boëthos der Sohn Zonans, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer genoß die Früchte. Jene entgegneten: Soll dies ein Beweis sein? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer.
י מאי בינייהו צד אחד ברבית איכא בינייהו מר סבר צד אחד ברבית מותר ומר סבר צד אחד ברבית אסור
10 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen beim Eventualwucher; einer ist der Ansicht, der Eventualwucher sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, der Eventualwucher sei verboten.
יא רבא אמר דכ"ע צד אחד ברבית אסור והכא רבית ע"מ להחזיר איכא בינייהו מר סבר רבית ע"מ להחזיר מותר ומר סבר אסור:
11 Raba sagte: Alle sind der Ansicht, der Eventualwucher sei verboten, und der Unterschied zwischen ihnen besteht vielmehr beim zurückzuerstattenden Wucher; einer ist der Ansicht, der zurückzuerstattende Wucher sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, er sei verboten.
יב וחכ"א מוכרין אותו ממכר עולם וכו': אר"י אמר שמואל מותר לאדם להשתין מים בתוך ד' אמות של תפלה
12 D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>MAN DÜRFE ES FÜR IMMER VERKAUFEN</small> &amp;<small>C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf innerhalb der vier Ellen, in denen das Gebet verrichtet wurde, Wasser abschlagen.
יג אמר רב יוסף מאי קמ"ל תנינא ר' יהודה אומר מוכרין אותה לשום חצר ולוקח מה שירצה יעשה ואפילו רבנן לא קאמרי אלא בית הכנסת דקביע קדושתיה אבל ד"א דלא קביע קדושתייהו לא
13 R. Joseph sprach: Was lehrt er uns damit, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man verkaufe es als Hof, und der Käufer mache daraus, was er will!? Und auch die Rabbanan [verbieten] es ja nur bei einem Bethause, das eine permanente Heiligkeit hat, nicht aber bei vier Ellen, [in denen das Gebet verrichtet wurde,] die keine permanente Heiligkeit haben!?
יד תני תנא קמיה דרב נחמן המתפלל מרחיק ד"א ומשתין והמשתין מרחיק ד"א ומתפלל
14 Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman: Wer das Gebet verrichtet hat, entferne sich vier Ellen und uriniere; wer uriniert hat, entferne sich vier Ellen und verrichte das Gebet.
טו א"ל בשלמא המשתין מרחיק ד"א ומתפלל תנינא כמה ירחיק מהן ומן הצואה ד"א
15 Dieser entgegnete: Allerdings entferne sich derjenige, der uriniert hat, vier Ellen und verrichte das Gebet, denn es wird gelehrt, daß man sich davon und vom Kote vier Ellen entferne,
טז אלא המתפלל מרחיק ד"א ומשתין למה לי אי הכי קדשתינהו לכולהו שבילי דנהרדעא תני
16 wozu aber braucht derjenige, der das Gebet verrichtet hat, sich vier Ellen zu entfernen und zu urinieren: demnach sind ja alle Straßen von Nehardea͑ heilig!? Lehre vielmehr: man warte. –
יז ישהה בשלמא משתין ישהה כדי הילוך ד"א משום ניצוצות אלא מתפלל ישהה כדי הילוך ד"א ל"ל אמר רב אשי שכל ד"א תפלתו סדורה בפיו ורחושי מרחשן שפוותיה:
17 Einleuchtend ist es, daß derjenige, der uriniert hat, so lange warte, als man vier Ellen gehen kann, wegen der nachtriefenden Tropfen, wozu aber warte derjenige, der das Gebet verrichtet hat, so lange, als man vier Ellen gehen kann!? R. Aši erwiderte: Solange, als man vier Ellen gehen kann, ist das Gebet noch im Munde geläufig und die Lippen lispeln noch.
יח זלפ"ן סימן:
18 
יט שאלו תלמידיו את רבי זכאי במה הארכת ימים אמר להם מימי לא השתנתי מים בתוך ד"א של תפלה ולא כניתי שם לחבירי ולא ביטלתי קידוש היום אמא זקינה היתה לי פעם אחת מכרה כפה שבראשה והביאה לי קידוש היום
19 Seine Schüler sprachen zu R. Zakkaj: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich innerhalb der vier Ellen uriniert, in denen das Gebet verrichtet wurde, nie habe ich meinen Nächsten bei seinem Schimpfnamen genannt, und nie habe ich den Weihsegen versäumt. Einst verkaufte meine alte Mutter ihre Kappe vom Kopfe und brachte mir [Wein] zum Weihsegen.
כ תנא כשמתה הניחה לו ג' מאות גרבי יין כשמת הוא הניח לבניו שלשת אלפים גרבי יין
20 Es wird gelehrt: Als sie starb, ließ sie ihm dreihundert Krüge Wein zurück, und als er starb, ließ er seinen Kindern dreitausend Krüge Wein zurück.
כא רב הונא הוה אסר ריתא וקאי קמיה דרב אמר ליה מאי האי א"ל לא הוה לי קידושא ומשכנתיה להמיינאי ואתאי ביה קידושא א"ל יהא רעוא דתיטום בשיראי
21 Einst stand R. Hona vor Rabh mit einem Bastgeflechte umgürtet, und dieser fragte: Was bedeutet dies? Jener erwiderte: Ich hatte keinen [Wein] zum Weihsegen, da verpfändete ich meinen Gürtel und holte mir [Wein] zum Weihsegen. Da sprach er: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß du dich in Seide hüllest.
כב כי איכלל רבה בריה רב הונא איניש גוצא הוה גנא אפוריא אתיין בנתיה וכלתיה שלחן ושדיין מנייהו עליה עד דאיטום בשיראי שמע רב ואיקפד אמר מאי טעמא לא אמרת לי כי ברכתיך וכן למר
22 Bei der Hochzeit seines Sohnes Rabba legte sich R. Hona, der sehr klein war, ins Bett, und als seine Tochter und seine Schwiegertochter ihre Kleider auszogen, legten sie sie auf ihn, sodaß er ganz in Seide eingehüllt war. Als Rabh dies hörte, war er ärgerlich und sprach zu ihm: Weshalb sagtest du nicht, als ich dich segnete: Ebenso auch der Meister!
כג שאלו תלמידיו את ר"א בן שמוע במה הארכת ימים אמר להם מימי לא עשיתי קפנדריא לב"ה ולא פסעתי על ראשי עם קדוש ולא נשאתי כפי בלא ברכה
23 Seine Schüler sprachen zu R. Elea͑zar b. Šamua: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich das Bethaus als Durchgang benutzt, nie schritt ich über die Köpfe des heiligen Volkes, und nie habe ich die Hände ohne Segensspruch erhoben.
כד שאלו תלמידיו את ר' פרידא במה הארכת ימים אמר להם מימי לא קדמני אדם לבית המדרש
24 Seine Schüler fragten R. Perida: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben war jemand früher als ich im Lehrhause,