Menachot 12

Kapitel 12

א שלא יהא חוטא נשכר ומפני מה אינה טעונה שלא יהא קרבנו מהודר סד"א הואיל ואמר ר"ש שלא יהא קרבנו מהודר כי קמצי לה פסולין נמי תתכשר קמ"ל
1 nur benötigt es dessen deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei. Man könnte nun glauben, dieses Opfer sei, da es nach R. Šimo͑n nicht üppig sein darf, tauglich, auch wenn Untaugliche den Haufen abgehoben haben, so lehrt er uns. –
ב אי הכי התם נמי ליתני אחד חטאת חלב ואחד כל הזבחים שקבלו דמן זר ואונן ולימא לר"ש אצטריך
2 Demnach sollte er auch dortlehren: sowohl das Talg-Sündopfer als auch jedes andere Schlachtopfer, dessen Blut ein Gemeiner oder ein Trauernder aufgenommen hat, und sagen, dies sei nach R. Šimo͑n nötig!?
ג אלמא כיון דתנא ליה כל ולא קתני חוץ כולהו משמע ה"נ כיון דתנא כל ולא קתני חוץ כולהו משמע
3 Man muß also erklären, wenn es ‘jedes’ heißt und nicht ‘außer’ folgt, sei alles einbegriffen, ebenso ist auch hierbei, da es ‘jedes’ heißt und nicht ‘außer’ folgt, alles einbegriffen. –
ד אצטריך סד"א הואיל ואוקימנא לרישא דלא כר"ש סיפא נמי דלא כר"ש קמ"ל
4 Dies ist nötig; da die vorangehende Lehre nicht die Ansicht R. Šimo͑nsvertritt, so könnte man glauben, auch diese vertrete nicht die Ansicht R. Šimo͑ns, so lehrt er uns.
ה אמר רב זר שקמץ יחזיר והא אנן פסל תנן מאי פסל פסל עד שיחזיר
5 Rabh sagte: Hat ein Gemeiner den Haufen abgehoben, so lege er ihn zurück hin. – Wir haben ja aber gelernt, [das Opfer] sei untauglich!? – Unter ‘untauglich’ ist zu verstehen, es sei solange untauglich, bis er [den Haufen] zurück hingetan hat. –
ו אי הכי היינו בן בתירא אי דאיתיה לקומץ בעיניה לא פליגי רבנן עליה דבן בתירא כי פליגי דחסר קומץ רבנן סברי לא יביא מתוך ביתו וימלאנו בן בתירא סבר יביא מתוך ביתו וימלאנו
6 Demnach ist dies ja dasselbe, was Ben Bethera sagt!? – Über den Fall, wenn der Haufe noch vorhanden ist, streiten die Rabbanan gegen Ben Betheranicht, sie streiten nur über den Fall, wenn der Haufe nicht mehr vorhanden ist; die Rabbanan sind der Ansicht, man dürfe nicht anderes[Mehl] holen und esergänzen, und Ben Bethera ist der Ansicht, man hole anderes und ergänze es. –
ז אי הכי בן בתירא אומר יחזיר ויחזור ויקמוץ בימין בן בתירא אומר יחזיר ויביא מתוך ביתו וימלאנו ויחזור ויקמוץ בימין מיבעי ליה
7 Wieso sagt Ben Bethera demnach, man tue ihn zurück hinein und hebe ihn wiederum mit der rechten [Hand] ab, er sollte ja sagen, man hole anderes [Mehl] und ergänze es, und hebe ihn wiederum mit der rechten ab!? –
ח כי קא אמר רב לבן בתירא פשיטא מהו דתימא עד כאן לא קא מכשר בן בתירא אלא בשמאל אבל בשאר פסולין לא קמ"ל
8 Rabh sagte es nach der Ansicht Ben Betheras. – Dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, nach Ben Bethera sei es tauglich, wenn es mit der Linken erfolgt ist, nicht aber, wenn durch andere Untaugliche, so lehrt er uns. –
ט מאי שנא שמאל דאשכחן לה הכשירא ביום הכפורים זר נמי אשכחן לה הכשירא בשחיטה
9 Wenn mit der Linken, wohl deshalb, weil diesam Versöhnungstage zulässigist, aber auch für einen Gemeinen finden wir ja einen Fall der Zulässigkeit, nämlich beim Schlachten!? –
י שחיטה לאו עבודה היא
10 Das Schlachten ist kein Dienst. –
יא ולא והא"ר זירא אמר רב שחיטת פרה בזר פסולה ואמר רב עלה אלעזר וחוקה כתיב בה שאני פרה דקדשי בדק הבית היא
11 Etwa nicht, R. Zera sagte ja im Namen Rabhs, das Schlachten der [roten] Kuhdurch einen Gemeinen sei ungültig, und Rabh erklärte, weil bei dieser ‘Eleaza͑r’ und ‘Satzung’ [genanntwerden]!? – Anders verhält es sich bei der [roten] Kuh, sie gehört zu den Heiligtümern des Tempelreparaturfonds’. –
יב ולאו כל דכן הוא קדשי בדק הבית בעו כהונה קדשי מזבח לא בעו כהונה אמר רב שישא בריה דרב אידי מידי דהוה אמראות נגעים דלאו עבודה נינהו ובעי כהונה
12 Dies ist ja widersinnig: bei den Heiligtümern des Tempelreparaturfonds’ muß es durch einen Priester erfolgen, und bei den Heiligtümern des Altars braucht es nicht durch einen Priester zu erfolgen!? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Ebenso verhält es sich auch bei der Besichtigung des Aussatzes: es ist kein Tempeldienst, dennoch muß es durch einen Priester erfolgen. –
יג ונילף מבמה
13 Sollte esdoch vom Privataltar gefolgert werden!?
יד וכ"ת מבמה לא ילפינן והתניא מנין ליוצא שאם עלה לא ירד שהרי יוצא כשר בבמה
14 Wolltest du erwidern, vom Privataltar sei nichts zu folgern, so wird ja gelehrt: Woher, daß, wenn das Hinausgekommene[auf den Altar] gekommen ist, es nicht wieder her abgenommen werde? Weil das Hinausgekommene bei einem Privataltar tauglichist!? –
טו תנא (ויקרא ו, ב) אזאת תורת העולה סמיך ליה
15 Der Autor stützt sichauf [die Worte:] <i>dies ist das Gesetz des Brandopfers</i>. –
טז אלא טעמא דאשמעינן רב הא לאו הכי הוה אמינא בשאר פסולין פסל בן בתירא והתניא רבי יוסי ברבי יהודה ורבי אלעזר בר"ש אומרים מכשיר היה בן בתירא בכל הפסולין כולן
16 Wir wissen dies demnach nur deshalb, weil Rabh es gelehrt hat, sonst aber könnte man glauben, daß es, wenn es durch andere Untaugliche erfolgt ist, nach Ben Bethera untauglich sei, und dem widersprechend wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, nach Ben Bethera sei es tauglich, auch wenn es durch alle anderen Untauglichen erfolgt ist!?
יז ותניא וקמץ משם ממקום שרגלי הזר עומדות
17 Ferner wird gelehrt: <i>Er hebe da einen Haufen ab</i>, da, wo Gemeine stehendürfen.
יח בן בתירא אומר מנין שאם קמץ בשמאל שיחזיר ויחזור ויקמוץ בימין ת"ל וקמץ משם ממקום שקמץ כבר
18 Ben Bethera sagte: Woher, daß er, wenn er den Haufen mit der Linken abgehoben hat, ihn zurück hintue und wiederum mit der Rechten abhebe? Es heißt: <i>er hebe da einen Haufen ab</i>, da, wo er ihn bereits abgehobenhat.
יט וכיון דקרא סתמא כתיב בה מה לי שמאל ומה לי שאר הפסולין
19 Der Schriftvers spricht ja allgemein, so ist es einerlei, ob es mit der Linken oder durch irgend einen Untauglichen erfolgt ist!? –
כ אלא הא קמשמע לן רב קמץ ואפילו קידש ולאפוקי מהני תנאי דתניא רבי יוסי בן יוסי בן יאסיין ורבי יהודה הנחתום אמרו בד"א שקמץ ולא קידש אבל קידש פסל
20 Vielmehr, Rabh lehrt uns folgendes: wenn er den Haufen abgehoben, selbst wenn er ihn geheiligthat. Dies schließt die Ansicht der Autoren der folgenden Lehre aus: R. Jose b. Jasjan und R. Jehuda der Bäcker sagten: Diesgilt nur von dem Falle, wenn er ihn abgehoben und nicht geheiligt hat, hat er ihn aber geheiligt, so hat er es untauglich gemacht.
כא ואיכא דאמרי קמץ אין קידש לא כמאן כהני תנאי ולאפוקי מתנא קמא
21 Manche sagen: Nurdann, wenn er ihn abgehoben hat, nicht aber, wenn er ihn geheiligt hat. Übereinstimmend mit jenen Autoren, gegen die Ansicht des erstenAutors.
כב מתקיף לה רב נחמן מאי קא סברי הני תנאי אי קמיצת פסולין עבודה היא אע"ג דלא עביד ליה מתן כלי אי קמיצת פסולין לאו עבודה היא כי עבד לה מתן כלי מאי הוה
22 R. Naḥman wandte ein: Welcher Ansicht sind jene Autoren: gilt das Abheben des Haufens durch Untaugliche als Dienst, so sollte diesauch von dem Falle gelten, wenn er ihn nicht in das Gefäß getan hat, und gilt es nichtals Dienst, so ist ja nichts dabei, daß er ihn in das Gefäß getan hat!?
כג הדר אמר ר"נ לעולם עבודה היא ולא גמרה עבודתה עד דעביד לה מתן כלי
23 Später sagte R. Naḥman: Tatsächlich gilt es als Dienst, jedoch ist er erst dann beendigt, wenn er [den Haufen] in das Gefäß getan hat. –
כד אי הכי אפילו לא קידש
24 Demnach sollte ja der Haufe, auch wenn man ihn nicht geheiligt,