Menachot 203

Kapitel 203

א ואי בעי זריק וקתני דאינו מטמא טומאת אוכלין מאי לאו דפיגל בזריקה לא דפיגל בשחיטה
1 und, wenn man es wollte, sprengen konnte, sei es als Speise nicht verunreinigungsfähig; doch wohl, wenn man es beim Sprengen verwerflich gemachthat!? – Nein, wenn man es beim Schlachten verwerflich gemachthat. –
ב אבל פיגל בזריקה מאי הכי נמי דמטמא טומאת אוכלין
2 Wozu lehrt er, wenn es demnach als Speise verunreinigungsfähig ist, falls man es beim Sprengen verwerflich gemacht hat, daß, wenn man ein Speisopfer verwerflich gemacht hat, es als Speise verunreinigungsfähig sei,
ג אדתני פיגל במנחה מטמא טומאת אוכלין ליפלוג בדידה במה דברים אמורים דפיגל בשחיטה אבל פיגל בזריקה מטמא טומאת אוכלין
3 sollte er doch den Unterschied hinsichtlich [des Schlachtopfers] machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn man es beim Schlachten verwerflich gemacht hat, hat man es aber beim Sprengen verwerflich gemacht, so ist es als Speise verunreinigungsfähig!? –
ד פיגל במנחה איצטריכא ליה דאף על גב דפיגל בקמיצה דקומץ במנחה כשחיטה דמי אפילו הכי מטמא טומאת אוכלין הואיל והיתה לו שעת הכושר מעיקרו
4 Von der Verwerflichmachung eines Speisopfers ist dies [zu lehren] nötig: selbst wenn man es beim Abhäufen, das dem Schlachtenentspricht, verwerflich gemacht hat, ist es als Speise verunreinigungsfähig, weil es eine Zeit der Tauglichkeit hatte.
ה אמר רב אשי אמריתה לשמעתא קמיה דרב נחמן אפילו תימא לן ממש ואפילו תימא דפיגל בזריקה
5 R. Aši sagte: Ich trug diese Lehre R. Naḥman vor, [und er erwiderte:] man kann auch erklären, wirklich übernachtet, ferner auch, wenn man es beim Sprengen verwerflich gemacht hat,
ו דאי בעי פריק אמר אי בעי הוה זריק לא אמרינן
6 denn wir sagen wohl: wenn er wollte, könnte er es auslösen, nicht aber sagen wir: wenner wollte, könnte er sprengen.
ז מיתיבי כלל אמר רבי יהושע כל שהיתה לו שעת היתר לכהנים אין מועלין בה וכל שלא היתה לו שעת היתר לכהנים מועלין בה
7 Man wandte ein: R. Jehošua͑ sagte eine Regel: bei dem, was eine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte, gibt eskeine Veruntreuung, und bei dem, was keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte, gibt es eine Veruntreuung.
ח ואיזהו שעת היתר לכהנים שלנה ושנטמאת ושיצאה
8 Eine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte das, was übernachtet hat, unrein wurde oder hinausgekommenist,
ט ואיזו היא שלא היתה לו שעת היתר לכהנים שנשחטה חוץ לזמנה וחוץ למקומה ושקבלו פסולין וזרקו את דמה
9 keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte das, was außerhalb der Frist oder außerhalb des Raumes geschlachtet worden ist, und dessen Blut Untaugliche aufgenommen oder gesprengt haben.
י קתני מיהא רישא שלנה ושנטמאת ושיצאה מאי לאו לנה ממש והכא דאי בעי הוה זריק הוא וקתני דאין מועלין
10 Hier wird also im Anfangsatze gelehrt: was übernachtet hat, unrein wurde oder hinausgekommen ist, doch wohl wirklich übernachtet; hierbei könnte man, wenn man es wollte, [das Blut] sprengen, und er lehrt, man begehe daran keine Veruntreuung!? –
יא לא ראויה לצאת וראויה לטמא וראויה ללין
11 Nein, wenn es zum Hinauskommen geeignet, zum Unreinwerden geeignet und zum Übernachten geeignetwar. –
יב אבל לינה ממש מאי הכי נמי דמועלין האי כל שהיה לו שעת היתר לכהנים וכל שלא היתה לו שעת היתר לכהנים
12 Wieso heißt es, wenn man daran eine Veruntreuung begeht, falls es wirklich übernachtet hat: was eine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte, und: was keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hatte,
יג כל שיש לו שעת היתר לכהנים אין מועלין בה וכל שאין לה שעת היתר לכהנים מועלין בה מיבעי ליה
13 es sollte ja heißen: bei dem, was eine Zeit des Erlaubtseins für die Priesterhat, gibt es keine Veruntreuung, und bei dem, was keine Zeit des Erlaubtseins für die Priester hat, gibt es eine Veruntreuung!?
יד אלא אמר רב אשי מעילה אטומאה קא רמית
14 Vielmehr, erklärte R. Aši, besteht zwischen der Veruntreuung und der Unreinheitkein Widerspruch.
טו מעילה משום קדושה ולאו קדושה היא לבתר דפקעה לה קדושתיה במאי הדרא רכבא לה
15 Die Veruntreuung erfolgt wegen der Heiligkeit, und dieses ist nicht mehr heilig, denn wenn die Heiligkeit fortist, kommt sie nicht wieder;
טז טומאה משום אוכלא ולאו (משום) אוכלא היא כל היכא דאי בעי זריק מצי זריק ליה משוי ליה אוכלא ומטמא טומאת אוכלין היכא דאי בעי (מצי) זריק לא מצי זריק לא משוי ליה אוכלא [ולא] מטמא טומאת אוכלין
16 die Unreinheit aber erstreckt sich nur auf eine Speise, und dieses ist keine Speise; daher ist es, falls man, wenn man es wollte, [das Blut] sprengen und es zur Speise machen könnte, als Speise verunreinigungsfähig, und falls man, wenn man es wollte, [das Blut] nicht sprengen und es zur Speise machen könnte, nicht als Speise verunreinigungsfähig.
יז מיתיבי המביא אשם תלוי ונודע שלא חטא אם עד שלא נשחט נודע לו יצא וירעה בעדר דברי רבי מאיר וחכמים אומרים
17 Man wandte ein: Wenn jemand ein Schwebe-Schuldopfer gebracht hat und sich bewußt wird, daß er die Sünde nicht begangen hat, so ist es, wenn er sich vor dem Schlachten bewußt wird, in der Herde weidenzu lassen – so R. Meír. Die Weisen sagen,