Nazir 124

Kapitel 124

א <big><strong>מתני׳</strong></big> חומר בעבדים מבנשים שהוא מפר נדרי אשתו ואינו מפר נדרי עבדו הפר לאשתו הפר עולמית הפר לעבדו יצא לחירות ומשלים נזירותו:
1 <b>S</b><small>TRENGER IST ES BEI</small> S<small>KLAVEN ALS BEI</small> F<small>RAUEN, BENN BAS</small> G<small>ELÜBBE SEINER</small> F<small>RAU KANN MAN AUFHEBEN, NICHT ABER KANN MAN BAS</small> G<small>ELÜBBE SEINES</small> S<small>KLAVEN AUFHEBEN.</small> H<small>AT MAN</small> [<small>BAS</small> G<small>ELÜBBE</small>] <small>SEINER</small> F<small>RAU AUFGEHOBEN, SO GILT BIES EWIG</small>, <small>HAT MAN</small> [<small>DAS</small> G<small>ELÜBBE</small>] <small>SEINES</small> S<small>KLAVEN AUFGEHOBEN, SO MUSS ER, WENN ER FREI WIRB, DAS</small> N<small>AZIRAT BEENBIGEN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר למה רבו כופו לנזירות אבל לא לנדרים ולערכין
2 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sein Herr kann ihn beim Nazirate zwingen, nicht aber bei Gelübden und Schätzgelübden. –
ג מאי שנא גבי נזיר דאמר רחמנא (במדבר ל, ג) לאסור איסר על נפשו במי שנפשו קנויה לו יצא עבד שאין נפשו קנויה לו אי הכי אפילו גבי נדרים נמי
3 Beim Nazirate wohl deshalb, weil der Allbarmherzige sagt:<i>daß er seiner Person eine Enthaltung auferlegt,</i> nur wenn seine Person ihm selbst gehört, nicht aber ein Sklave, dessen Person nicht ihm selbst gehört, demnachsollte dies auch von Gelübden gelten!?
ד אמר רב ששת הכא במאי עסקינן כגון שהיה אשכול של ענבים מונח לפניו גבי נדרים דכי מיתסר בהאי לא מיתסר באחריני לא מצי כפי ליה
4 R. Šešeth erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Traubenkamm vor ihm liegt; bei einem Gelübde, wobei ihm, wenn ihm eines verboten ist, ein anderes nicht verboten ist, kann [sein Herr] ihn nichtzwingen,
ה גבי נזירות דכי מיתסר בהאי איתסר בכולהו מצי כפי ליה וגבי נדרים מי לא עסקינן דליכא אלא האי אשכול דאי לא אכיל ליה חליש
5 beim Nazirate aber, wobei ihm gleich diesem auch alle anderen verboten sind, kann er ihn zwingen. – Auch beim Gelübde kann es ja vorkommen, daß nur der eine Traubenkamm vorhanden ist, und er, wenn er diesen nicht ißt, schwach wird!?
ו אלא אמר רבא כגון שהיה חרצן מונח לפניו גבי נדרים בהאי הוא דמיתסר לא מצי כפי ליה גבי נזיר דאיתסר נמי באחריני מצי כפי ליה
6 Vielmehr, erklärte Raba, wenn Trauben kerne vor ihm liegen; bei einem Gelübde, wobei ihm nur diese verboten sind, kann [sein Herr] ihn nicht zwingen, bei einem Nazirate aber, wobei ihm auch alles andereverboten ist, kann er ihn zwingen. –
ז וגבי נדרים מי לא עסקינן דליכא אלא האי חרצן דאי לא אכיל ליה חליש
7 Auch bei Gelübden kann es ja vorkommen, daß nur diese vorhanden sind, und er, wenn er sie nicht ißt, schwach wird!?
ח אלא אמר אביי למה רבו צריך לכפותו לנזירות ואין צריך לכפותו לנדרים ואינו צריך לכפותו לשבועה
8 Vielmehr, erklärte Abajje, nur beim Nazirate brauchtder Herr ihn zu zwingen, nicht aber braucht er ihn beim Gelübde und beim Schwurezu zwingen,
ט מ"ט דאמר קרא (ויקרא ה, ד) להרע או להיטיב מה הטבה רשות אף הרעה רשות יצא להרע לאחרים שאין הרשות בידו:
9 denn die Schrift sagt:Böses <i>oder Gutes zu tun,</i> wie das Gute freisteht, ebenso Böses, wenn es ihm freisteht, ausgenommen Böses für andere, das ihm nicht freisteht.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> עבר מכנגד פניו ר"מ אומר לא ישתה ורבי יוסי אומר ישתה:
10 <b>I</b><small>ST ER VON IHM</small><small>FORT, SO DARF ER, WIE</small> R. M<small>EÍR SAGT, KEINEN</small> [W<small>EIN</small>] <small>TRINKEN, UND WIE</small> R. J<small>OSE SAGT, WOHL TRINKEN</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> לימא בדשמואל קמיפלגי דאמר שמואל המפקיר עבדו יצא לחירות וא"צ גט שיחרור
11 GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre Šemuéls streiten, denn Šemuél sagte, daß, wenn jemand seinen Sklaven preisgibt, er frei sei, ohne eines Freibriefes zu benötigen.
יב ר"מ אית ליה דשמואל רבי יוסי לית ליה דשמואל
12 R. Meír ist der Ansicht Šemuélsund R. Jose ist nicht der Ansicht Šemuéls. –
יג לא דכולי עלמא אית להו דשמואל אלא מאן דאמר ישתה סבר סוף סוף מיהדר הדר ואתי גביה לישתי חמרא כי היכי דלא ליכחוש ולמאן דאמר לא ישתה סבר ליהוי ליה צערא כי היכי דליהדר גביה:
13 Nein, alle sind der Ansicht Šemuéls, nur ist derjenige, welcher sagt, er dürfe trinken, der Ansicht, endlich kehrt er zum [Herrn] zurück, daher darf er Wein trinken, damit er nicht abmagere, und derjenige, welcher sagt, er dürfe nicht trinken, ist der Ansicht, möge er Qual erdulden, damit er zum [Herrn] zurückkehre.