Nazir 68

Kapitel 68

א משנה ראשונה אומרת עד שישתה רביעית יין רבי עקיבא אומר אפי' שרה פיתו ביין ויש בה כדי לצרף כזית חייב וחייב על היין בפני עצמו ועל הענבים בפני עצמן ועל החרצנים בפני עצמן ועל הזגים בפני עצמן ר' אלעזר בן עזריה אומר אין חייב עד שיאכל שני חרצנים וזג
1 D<small>IE URSPRÜNGLICHE</small> L<small>EHRE LAUTETE: NUR WENN ER EIN</small> V<small>IERTEL</small>[<small>LOG</small>] W<small>EIN GETRUNKEN HAT.</small> R. A͑<small>QIBA SAGT, SELBST WENN ER NUR SEIN</small> B<small>ROT IN</small> W<small>EIN EINTAUCHT, UND DARAN SOVIEL IST, DASS EIN OLIVEN-GROSSES</small> Q<small>UANTUM VEREINIGT WERDEN KANN, SEI ER SCHULDIG</small>. E<small>R IST SCHULDIG WEGEN DES</small> W<small>EINES ALLEIN, WEGEN DER</small> T<small>RAUBEN ALLEIN, WEGEN DER</small> K<small>ERNE ALLEIN UND WEGEN DER</small> S<small>CHLAUBEN ALLEIN.</small> R. E<small>LEA͑ZAR B.</small> A͑<small>ZARJA SAGT, ER SEI NUR DANN SCHULDIG, WENN ER ZWEI</small> K<small>ERNE</small> <small>UND EINE</small> S<small>CHLAUBE GEGESSEN HAT</small>.
ב אלו הן חרצנים ואלו הן זגים החרצנים אלו החיצונים הזגים אלו הפנימים דברי ר' יהודה רבי יוסי אומר שלא תטעה כזוג של בהמה החיצון זוג והפנימי עינבל
2 F<small>OLGENDES IST UNTER ḤARÇANIM</small> <small>UND UNTER</small> Z<small>AGIM</small> <small>ZU VERSTEHEN. ḤARÇANIM IST DAS</small> Ä<small>USSERE UND</small> Z<small>AGIM IST DAS</small> I<small>NNERE</small> – <small>SO</small> R. J<small>EHUDA.</small> R. J<small>OSE SAGTE</small>: D<small>AMIT DU DICH NICHT IRRST: WIE BEI DER</small> V<small>IEHGLOCKE; DER ÄUSSERE</small> T<small>EIL HEISST</small> Z<small>OG UND DER INNERE HEISST</small> I͑<small>NBAL</small> [K<small>LÖPPEL</small>].
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> שלשה מינין אסורין בנזיר הטומאה כו': היוצא מן הגפן אין גפן עצמו לא מתני' דלא כר"א דתניא רבי אלעזר אומר אפילו עלין ולולבין במשמע
3 GEMARA. D<small>REIERLEI IST DEM</small> N<small>AZIR VERBOTEN: DIE</small> V<small>ERUNREINIGUNG</small> &amp;<small>C</small>. Nur das, was aus dem Weinstocke kommt, nicht aber der Weinstock selbst, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, auch Blätter und Stengel seien einbegriffen.
ד איכא דאמרי לה אסיפא אינו חייב אלא עד שיאכל מן הענבים כזית מן הענבים אין מהגפן עצמו לא מתני' דלא כר"א דתניא רבי אלעזר אומר אפילו עלין ולולבין במשמע
4 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Schuldig ist er nur dann, wenn er ein olivengroßes Quantum von den Trauben gegessen hat. Nur von den Trauben, nicht aber vom Weinstocke selbst, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, auch Blätter und Stengel seien einbegriffen. –
ה במאי קמיפלגי ר"א דריש ריבויי ומיעוטי רבנן דרשי כללי ופרטי רבי אלעזר דריש רבויי ומיעוטי (במדבר ו, ג) מיין ושכר יזיר מיעט מכל אשר יעשה מגפן היין ריבה
5 Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung <i>an</i>: <i>von Wein und Rauschtrank enthalte er sich,</i> ausschließend, <i>von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird,</i> einschließend,
ו מיעט וריבה ריבה הכל מאי ריבה ריבה כל מילי מאי מיעט מיעט שבישתא
6 und wenn auf eine Ausschließung eine Einschließung folgt, so ist alles eingeschlossen; eingeschlossen ist somit alles, und ausgeschlossen sind die Ranken.
ז ורבנן דרשי כללי ופרטי מיין ושכר יזיר פרט מכל אשר יעשה מגפן היין כלל מחרצנים ועד זג חזר ופרט פרט וכלל ופרט אי אתה דן אלא כעין הפרט מה הפרט מפורש פרי ופסולת פרי אף כל פרי ופסולת פרי
7 Die Rabbanan aber wenden hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: <i>von Wein und Rauschtrank enthalte er sich,</i> speziell, <i>von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird,</i> generell, <i>weder Kerne noch Schlaube,</i> wiederum speziell, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung und wiederum eine Spezialisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Spezielle Frucht und Fruchtabfall ist, ebenso alles andere, was Frucht und Fruchtabfall ist.
ח אי מה הפרט מפורש פרי גמור אף כל פרי גמור אמרת א"כ מה הניח לך הכתוב במשמעו שלא אמרו ענבים לחים ויבשים הא כתיבי יין וחומץ הא כתיבי הא אין עליך לדון כלשון אחרון אלא כלשון ראשון
8 Demnach sollte doch, wie das Spezielle eine fertige Frucht ist, nur das [einbegriffen sein], was eine fertige Frucht ist!? Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so hätte ja die Schrift nichts Ungenanntes zurückgelassen; frische und getrocknete Trauben werden genannt, Wein und Essig werden genannt. Es ist daher nicht nach der anderen Fassung, sondern nach der ersten Fassung auszulegen.
ט ומאחר שסופינו לרבות כל דבר מה תלמוד לומר מחרצנים ועד זג לומר לך כל מקום שאתה מוצא פרט וכלל אי אתה רשאי למשכו ולדונו כעין הפרט
9 Wozu heißt es: <i>weder Kerne noch Schlaube,</i> wo wir doch alles einschließen!? Um dir zu sagen, daß überall, wo auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, du diese nicht der Spezialisierung anschließen und dich nach dieser richten darfst,
י אלא נעשה כלל מוסף על הפרט עד שיפרוט לך הכתוב כדרך שפרט לך בנזיר
10 sondern die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung ist, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich hervorhebt, wie sie dies beim Nazir hervorhebt.
יא אמר מר מה הפרט מפורש פרי ופסולת פרי אף כל פרי ופסולת פרי פרי עינבי פסולת פרי מאי היא חומץ
11 Der Meister sagte: Wie das Speziellgenannte Frucht und Fruchtabfall ist, ebenso alles andere, was Frucht und Fruchtabfall ist. Frucht sind die Trauben, was ist Fruchtabfall? – Essig. –
יב אף כל פרי מאי היא גוהרקי אף כל דפסולת פרי מאי היא אמר רב כהנא לאיתויי עינבי דכרין ועד זג אמר רבינא לאיתויי דבין הבינים
12 Was ist alles andere, was Frucht ist? – Die unreifen Beeren. – Was ist alles andere, was Fruchtabfall ist? R. Kahana erwiderte: Dies schließt die wurmstichigenTrauben ein. <i>Noch Schlaube.</i> Rabina sagte: Dies schließt die dazwischen befindliche [Masse] ein.
יג אמר מר [אי] מה הפרט מפורש פרי גמור אף כל פרי גמור אמרת א"כ מה הניח הכתוב במשמעו שלא אמרו ענבים לחים ויבשים הא כתיבי יין וחומץ הא כתיבי הא אין עליך לדון כלשון אחרון אלא כלשון ראשון ומאחר שסופינו לרבות כל דבר מה ת"ל מחרצנים ועד זג לומר לך כל מקום שאתה מוצא פרט וכלל אי אתה רשאי למושכו ולדונו כעין הפרט אלא נעשה כלל מוסף על הפרט עד שיפרוט לך הכתוב
13 Der Meister sagte: Demnach sollte doch, wie das Spezielle eine fertige Frucht ist, nur das [einbegriffen sein,] was eine fertige Frucht ist!? Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so hätte ja die Schrift nichts Ungenanntes zurückgelassen; frische und getrocknete Trauben werden genannt, Wein und Essig werden genannt. Es ist daher nicht nach der anderen Fassung, sondern nach der ersten Fassung auszulegen. Wozu heißt es: <i>weder Kerne noch Schlaube,</i> wo wir doch alles einschließen!? Um dir zu sagen, daß überall, wo auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, du diese nicht der Spezialisierung anschließen und dich nach dieser richten darfst, sondern die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung ist, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich hervorhebt,