Nazir 74

Kapitel 74

א יליף מגיעולי עובדי כוכבים דאמר רחמנא (במדבר לא, כג) כל דבר אשר יבא באש למימרא דאסירי גיעולי עובדי כוכבים לאו טעמא בעלמא הוא ואסור הכא נמי לא שנא
1 Vielmehr, er folgert dies von der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße], von denen der Allbarmherzige sagt:<i>alles, was in Feuer</i><i>kommt;</i> hierbei handelt es sich ja nur um den Geschmack, und sie sind verboten, ebenso auch sonst. –
ב ולרבנן נמי תיפוק להו מגיעולי עובדי כוכבים אמר ליה התם חידוש הוא דהא בכל התורה כולה נותן טעם לפגם מותר
2 Sollten die Rabbanan es ebenfalls von der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße] folgern!? Dieser erwiderte: Dieses ist ein Novum; in der ganzen Tora ist die verschlechternde Geschmacksübertragungerlaubt,
ג וגבי גיעולי עובדי כוכבים אסור
3 bei der Reinigung nichtjüdischer [Gefäße]aber verboten.
ד ולר"ע נמי הא חידוש הוא אמר רב הונא בר חייא לא אסרה תורה אלא לקדירה בת יומא דלאו נותן טעם לפגם הוא
4 Und R. A͑qiba, dies ist ja ein Novum!? R. Hona b. Ḥija erwiderte: Die Tora hat auch einen am selben Tage benutzten Topf verboten, wobei die Geschmacksübertragung nicht verschlechternd wirkt. –
ה ורבנן קדירה בת יומא נמי אי אפשר דלא פגמה פורתא
5 Und die Rabbanan!? – Auch bei einem am selben Tage benutzten Topfe ist es nicht möglich, daß es nicht etwas verschlechternd wirkt.
ו אמר ליה רב אחא בריה דרב אויא לרב אשי מדרבנן נשמע לרבי עקיבא לאו אמרי רבנן האי משרת ליתן טעם כעיקר ומכאן אתה דן לכל איסורין שבתורה לרבי עקיבא נמי דקא מוקים ליה להאי משרת להיתר מצטרף לאיסור לימא מכאן אתה דן לכל איסורין שבתורה
6 R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Von den Rabbanan sollte man auf R. A͑qiba schließen; die Rabbanan sagen, [das Wort] <i>Aufgeweichtes</i> lehre, daß der Geschmack der Sache seihst gleiche, und hiervonwird auf alle übrigen Verbote der Tora geschlossen, ebenso sollte nach R. A͑qiba, der aus [dem Worte] <i>Aufgeweichtes</i> entnimmt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, hiervonauf alle übrigen Verbote der Tora geschlossen werden!?
ז א"ל משום דהוי נזיר וחטאת ב' כתובין הבאין כאחד וכל ב' כתובין הבאין כאחד אין מלמדין נזיר הא דאמרן חטאת מאי היא
7 Dieser erwiderte: Beim Nazir und beim Sündopfer lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. – Beim Nazir, wie wir eben gesagt haben, wo beim Sündopfer? –
ח דתניא (ויקרא ו, כ) כל אשר יגע בבשרה יקדש יכול אפי' שלא בלע ת"ל בבשרה עד שיבלע בבשרה
8 Es wird gelehrt:<i>Alles, was mit dem Fleische in Berührung kommt, ist heilig;</i> man könnte glauben, auch wenn es nichts angezogenhat, so heißt es: <i>mit dem Fleische,</i> nur wenn es vom Fleische angezogen hat.
ט יקדש להיות כמוה שאם פסולה היא יפסל ואם כשרה תאכל כחמור שבה
9 <i>Ist heilig,</i> es gleicht diesem: ist [das Fleisch] untauglich, so wird es ebenfalls untauglich, und ist es tauglich, so muß es nach Vorschrift des Strengeren gegessenwerden. –
י ורבנן צריכי דאי כתב רחמנא גבי חטאת ה"א נזיר לא אתי מינה משום דנזיר מקדשים לא ילפינן
10 Und die Rabbanan!? – Beide sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Sündopfer geschrieben haben, so könnte man glauben, hiervon sei bezüglich des Nazirs nicht zu folgern, weil nicht von den Opfern auf den Nazirzu schließen ist.
יא ואי כתב רחמנא גבי נזיר הוה אמינא מנזיר לא ילפינן משום דחמיר איסוריה דאפי' חרצן אסיר ליה הלכך לא אתיא מיניה
11 Und würde der Allbarmherzige es nur beim Nazir geschrieben haben, so könnte man glauben, vom Nazir sei nichtszu schließen, weil bei diesem das Verbot streng ist, denn ihm sind sogar Kerne verboten; daher ist von diesem nicht zu folgern. –
יב ור"ע אמר לך למאי צריכי בשלמא אי כתב רחמנא חטאת לא גמר נזיר מינה דחולין מקדשים לא גמרינן אלא לכתוב רחמנא בנזיר ותיתי חטאת מיניה דהא כל איסורין שבתורה קא גמרי מנזיר
12 Und R. A͑qiba!? – Er kann dir erwidern: wozu ist beides nötig? Allerdings könnte man, wenn der Allbarmherzige es nur beim Sündopfer geschrieben hätte, es nicht hinsichtlich des Nazirs folgern, weil vom Heiligen nicht auf das Profane zu schließen ist, aber der Allbarmherzige sollte es nur beim Nazir geschrieben haben, und man würde es hinsichtlich des Sündopfers gefolgert haben, denn vom Nazir wird ja auch hinsichtlich aller übrigen Verbote der Tora gefolgert. –
יג ורבנן אמרי לך חטאת להיתר מצטרף לאיסור וחולין מקדשים לא גמרינן
13 Und die Rabbanan!? – Sie können dir erwidern: beim Sündopfer wird gelehrt, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, und vom Geheiligten ist nicht hinsichtlich des Profanen zu folgern;
יד ומשרת ליתן טעם כעיקר מכאן אתה דן לכל איסורין שבתורה
14 und [das Wort] <i>Aufgeweichtes</i> lehrt, daß der Geschmack der Sache gleiche, und hiervon ist auf alle Verbote der Tora zu schließen. –
טו ור' עקיבא תרוייהו להיתר מצטרף לאיסור והוו להו שני כתובין הבאין כאחד וכל שני כתובין הבאים כאחד אין מלמדין
15 Und R. A͑qiba!? – Beide lehren, daß das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt werde, somit sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.
טז א"ל רב אשי לרב כהנא אלא הא דתניא (במדבר ו, ד) מכל אשר יעשה מגפן היין לימד על איסורי נזיר שהן מצטרפין זה עם זה לר"ע השתא י"ל היתר מצטרף לאיסור איסור לאיסור מבעיא
16 R. Aši sprach zu R. Kahana: Es wird gelehrt: <i>Von allem, was aus dem Weinstocke bereitet wird,</i> dies lehrt, daß die dem Nazir verbotenen [Genußmittel] miteinander vereinigt werden. Wenn nun nach R. A͑qiba das Erlaubte mit dem Verbotenen vereinigt wird, um wieviel mehr das Verbotene mit dem Verbotenen!?
יז א"ל היתר לאיסור בבת אחת איסור לאיסור אפילו בזה אחר זה
17 Dieser erwiderte: Erlaubtes mit Verbotenem nur zusammen, Verbotenes mit Verbotenem auch nacheinander. –
יח ור"ש
18 Wofür verwendet R. Šimo͑n,