Nedarim 10

Kapitel 10

א לימא קסבר שמואל ידים שאין מוכיחות לא הוויין ידים אין שמואל מוקים לה למתני' כר' יהודה דאמר ידים שאין מוכיחות לא הוויין ידים
1 Demnach wäre Šemuél der Ansicht, Ansätze, die nichtsbeweisen, gelten nicht als Ansätze? – Freilich, Šemuél erklärt unsere Mišna nach R. Jehuda, welcher sagt, Ansätze, die nichts beweisen, gelten nicht als Ansätze.
ב דתנן גופו של גט הרי את מותרת לכל אדם רבי יהודה אומר ודין דיהוי ליכי מינאי ספר תירוכין ואיגרת שבוקין
2 Wir haben nämlich gelernt: Der Text des Scheidebriefes lautet: du bist nun jedem Menschen erlaubt. R. Jehuda sagt, [man schreibe auch:] dies diene dir von mir als Scheidungsschrift und Entlassungsbrief. –
ג אמאי דחיק שמואל לאוקומה למתני' כרבי יהודה לוקמה כרבנן אע''ג דאין ידים מוכיחות
3 Was veranlaßte Šemuél unsere Mišna nach R. Jehuda zu erklären, sollte er sie doch nach den Rabbananerklären, auch wenn esaus dem Ansatz nicht erwiesen ist!?
ד אמר רבא מתני' קשיתיה אמאי תאני שאני אוכל לך שאני טועם לך ליתני שאני אוכל שאני טועם ש''מ בעינן ידים מוכיחות
4 Raba erwiderte: Ihm war unsere Mišna schwierig; weshalb heißt es: das ich deines esse, das ich deines koste, sollte es doch heißen: das ich esse, das ich koste!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Ansätze beweisend sein müssen.
ה איתמר ידים שאין מוכיחות אביי אמר הוויין ידים ורבא אמר לא הוויין ידים אמר רבא רבי אידי אסברה לי אמר קרא (במדבר ו ב) נזיר להזיר לי''י מקיש ידות נזירות לנזירות מה נזירות בהפלאה אף ידות נזירות בהפלאה
5 Es wurde gelehrt: Ansätze, die nichts beweisen, gelten, wie Abajje sagt, als Ansätze, und wie Raba sagt, nicht als Ansätze. Raba sagte: R. Idi erklärte es mir; die Schrift sagt:<i>ein Nazirgelübde, dem Herrn gesondert zu sein</i>, womit sie die Ansätze des Nazirgelübdesmit dem Nazirgelübde vergleicht: wie das Nazirgelübde deutlich ausgesprochen sein muß, ebenso muß der Ansatz des Nazirgelübdes deutlich ausgesprochen sein.
ו לימא בפלוגתא דר' יהודה ורבנן קמיפלגי דתנן גופו של גט הרי את מותרת לכל אדם ר' יהודה אומר ודין דיהוי ליכי מינאי ספר תירוכין וגט פטורין ואיגרת שבוקין אביי דאמר כרבנן ורבא דאמר כרבי יהודה
6 Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit wie R. Jehuda und die Rabbanan führen, denn wir haben gelernt: Der Text des Scheidebriefes lautet: du bist nun jedem Menschen erlaubt. R. Jehuda sagt, [man schreibe auch:] dies diene dir von mir als Scheidungsschrift, Befreiungsurkunde und Entlassungsbrief. Abajje ist der Ansicht der Rabbanan und Raba der Ansicht R. Jehudas. –
ז אמר לך אביי אנא דאמרי אפי' לר' יהודה עד כאן לא קאמר רבי יהודה בעינן ידים מוכיחות אלא גבי גט דבעינן כריתות וליכא אבל בעלמא מי שמעת ליה
7 Abajje kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jehuda, denn R. Jehuda benötigt deutlicher Ansätze nur beim Scheidebriefe, wobei eine vollständige Trennung erforderlich ist, die sonst fehlt, aber sagt er dies etwa auch anderweitig?
ח ורבא אמר אנא דאמרי אפי' לרבנן ע''כ לא קאמרי רבנן דלא בעינן ידים מוכיחות אלא גבי גט
8 Und Raba kann erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn nur beim Scheidebriefe benötigen die Rabbanan keiner deutlichen Ansätze,