Nedarim 128

Kapitel 128

א ורבא אמר א"כ אין נדרים נשאלין לחכם
1 Raba erwiderte: Demnach gäbe es keine Gelübde, derentwegen man bei einem Gelehrten nachsuche. –
ב תנן ומודין חכמים לרבי אליעזר בדבר שבינו לבין אביו ואמו שפותחים לו בכבוד אביו ואמו בשלמא לאביי דאמר אם כן אין נדרים ניתרין הכא כיון דאיחצף ליה הא איחצף ליה
2 Wir haben gelernt: Die Weisen pflichten jedoch R. Elie͑zer bei, daß man bei zwischen ihm und seinem Vater oder seiner Mutter vorgehenden Dingen ihm einen Ausweg öffne [durch den Hinweis] auf die Ehrung von Vater und Mutter. Einleuchtend ist dies nach Abajje, welcher erklärt, demnach gäbe es keine Gelübde, die richtig aufgelöst werden, denn hierbei war er unwirsch geworden und bleibt auch unwirsch,
ג אלא לרבא דאמר אם כן אין נדרים נשאלין לחכם הכא אמאי פותחין אמרי כיון דכל נדרי לא סגיא להון דלאו חכם הכא נמי פותחין:
3 weshalb aber öffne man ihm hierbei einen Ausweg nach Raba, welcher erklärt, demnach gäbe es keine Gelübde, derentwegen man bei einem Gelehrten nachsuche!? – Ich will dir sagen: da andere Gelübde ohne einen Gelehrten nicht [aufgelöst werden], so öffne man ihm [einen Ausweg] auch hierbei.
ד ועוד אמר רבי אליעזר פותחין בנולד כו': מ"ט דרבי אליעזר אמר רב חסדא דאמר קרא (שמות ד, יט) כי מתו כל האנשים והא מיתה דנולד הוא מכאן שפותחין בנולד
4 F<small>ERNER SAGTE</small> R. E<small>LIE͑ZER, MAN DÜRFE EINEM EINEN</small> A<small>USWEG ÖFFNEN</small> [<small>DURCH DEN</small> H<small>INWEIS</small>] <small>AUF</small> U<small>NVERMUTETES</small> &amp;<small>C</small>. Was ist der Grund R. Elie͑zers? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:<i>denn gestorben sind all die Männer</i>, und der Todist Unvermutetes. Hieraus, daß man einen Ausweg öffne [durch den Hinweis] auf Unvermutetes. –
ה ורבנן מאי טעמייהו קסברי הנהו מי מייתי והא אמר ר' יוחנן משום ר' שמעון בן יוחי כל מקום שנאמר נצים ונצבים אינן אלא דתן ואבירם אלא אמר ר"ל שירדו מנכסיהן
5 Was ist der Grund der Rabbanan? – Sie sind der Ansicht, jene waren gar nicht gestorben. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Überall, wo es <i>hadern</i><i>und stehen</i>heißt, waren es Dathan und Abiram. Vielmehr, sagte Reš Laqiš, hatten sie ihr Vermögen verloren.
ו אריב"ל כל אדם שאין לו בנים חשוב כמת שנאמר (בראשית ל, א) הבה לי בנים ואם אין מתה אנכי ותניא ארבעה חשובין כמת עני ומצורע וסומא ומי שאין לו בנים עני דכתיב כי מתו כל האנשים מצורע דכתיב (במדבר יב, יב) אל נא תהי כמת וסומא דכתיב (איכה ג, ו) במחשכים הושיבני כמתי עולם ומי שאין לו בנים דכתיב הבה לי בנים ואם אין מתה אנכי
6 R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Wer keine Kinder hat, gleicht einem Toten, denn es heißt:<i>schaffe mir Kinder, sonst sterbe ich</i>. Ferner wird gelehrt: Vier gleichen einem Toten: ein Armer, ein Aussätziger, ein Blinder und ein Kinderloser. Ein Armer, denn es heißt: <i>denn gestorben sind all die Leute</i>; ein Aussätziger, denn es heißt:<i>daß sie nicht wie eine Tote sei</i>; ein Blinder, denn es heißt:<i>er setzte mich in Finsternis gleich ewig Toten</i>; ein Kinderloser, denn es heißt: <i>schaffe mir Kinder, sonst sterbe ich</i>.