Nedarim 144

Kapitel 144

א <big><strong>מתני׳</strong></big> דרך תלמידי חכמים עד שלא היתה בתו יוצאה מאצלו אומר לה כל נדרים שנדרת בתוך ביתי הרי הן מופרין וכן הבעל עד שלא תכנס לרשותו אומר לה כל נדרים שנדרת עד שלא תכנסי לרשותי הרי הן מופרין שמשתכנס לרשותו אינו יכול להפר
1 E<small>S IST BEI DEN</small> G<small>ELEHRTEN</small> B<small>RAUCH, DASS</small> [<small>DER</small> V<small>ATER</small>], <small>BEVOR SEINE</small> T<small>OCHTER VON IHM GEHT, ZU IHR SPRICHT: ALLE</small> G<small>ELÜBDE, DIE DU IN MEINEM</small> H<small>AUSE GETAN HAST, SEIEN AUFGEHOBEN</small>. E<small>BENSO SPRICHT DER</small> E<small>HEMANN, BEVOR SIE IN SEINE</small> G<small>EWALT KOMMT, ZU IHR: ALLE</small> G<small>ELÜBDE, DIE DU, BEVOR DU IN MEINE</small> G<small>EWALT KOMMST, GELOBT HAST, SEIEN AUFGEHOBEN</small>. S<small>OBALD SIE NÄMLICH IN SEINE</small> G<small>EWALT GEKOMMEN IST, KANN ER SIE NICHT MEHR AUFHEBEN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> בעי רמי בר חמא בעל מהו שיפר בלא שמיעה (במדבר ל, ח) ושמע אישה דוקא הוא או לאו דוקא הוא
2 GEMARA. Rami b. Ḥama fragte: Kann der Ehemann [das Gelübde] aufheben, wenn er es nicht gehört hat: sind [die Worte]<i>und ihr Mann es hört</i> genau zu nehmen, oder nicht?
ג אמר רבא ת"ש דרך תלמידי חכמים עד שלא יצאת בתו מאצלו אומר לה כל נדרים שנדרת בתוך ביתי הרי הן מופרין והא לא שמע
3 Raba erwiderte: Komm und höre: Es ist bei den Gelehrten Brauch, daß [der Vater], bevor seine Tochter von ihm geht, zu ihr spricht: alle Gelübde, die du in meinem Hause getan hast, seien aufgehoben. Er hat sie ja nicht gehört. –
ד לכי שמע הוא דמיפר א"כ כי לא שמע למה ליה למימר הא קמשמע לן אורחיה דצורבא מרבנן להדורי
4 Wenn er sie hört, sollen sie aufgehoben sein. – Wozu braucht er es demnachzu sagen, bevor er es hört!? – Folgendes lehrt er uns: es ist der Brauch eines Gelehrten, darauf zu achten. –
ה ת"ש מסיפא וכן הבעל עד שלא תכנס לרשותו אומר לה הכא נמי דאמר לה לכי שמענא
5 Komm und höre aus dem Schlußsatze: ebenso spricht der Ehemann, bevor sie in seine Gewalt kommt, zu ihr. – Auch er spricht zu ihr: wenn ich es höre. –
ו ת"ש האומר לאשתו כל נדרים שתדורי עד שאבא ממקום פלוני הרי הן קיימין לא אמר כלום הרי הן מופרין רבי אליעזר אומר מופר והא לא שמע
6 Komm und höre: Sagt jemand zu seiner Frau: alle Gelübde, die du bis ich aus jenem Orte komme tust, sollten bestehen, so hat er nichts gesagt; [sagt er:] sollen aufgehoben sein, so sind sie, wie R. Elie͑zer sagt, aufgehoben. Er hat sie ja nicht gehört. –
ז הכא נמי דאמר לכי שמענא ולמה לי מן השתא לכי שמע ליפר לה קסבר דלמא מטרידנא ההיא שעתא
7 Auch hierbei, wenn er zu ihr sagt: wenn ich es höre. – Wozu jetzt schon, mag er doch aufheben, erst wenn er es hört!? – Er denkt, er könnte dann beschäftigtsein. –
ח תא שמע האומר לאפוטרופוס כל נדרים שנודרת אשתי מכאן ועד שאבא ממקום פלוני הפר והפר לה יכול יהו מופרין תלמוד לומר (במדבר ל, יד) אישה יקימנו ואישה יפרנו דברי רבי יאשיה
8 Komm und höre: Man könnte glauben, daß, wenn jemand zum Pfleger gesagt hat: hebe alle Gelübde meiner Frau auf, die sie von jetzt ab, bis ich aus jenem Orte komme tut, und er sie aufgehoben hat, sie aufgehoben seien, so heißt es:<i>ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf</i> – so R. Jošija.
ט אמר לו רבי יונתן מצינו בכל התורה כולה שלוחו של אדם כמותו
9 R. Jonathan sprach zu ihm: Wir finden in der ganzen Tora, daß der Vertreter eines Menschen ihm selbst gleiche.
י ואפילו רבי יאשיה לא קאמר אלא משום דגזירת הכתוב הוא אישה יקימנו ואישה יפרנו אבל דכולי עלמא שלוחו של אדם כמותו והא לא שמיע ליה
10 Auch R. Jošija sagt diesnur deshalb, weil es eine Bestimmung der Schrift ist: <i>ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf</i>, sonst aber gleicht der Vertreter eines Menschen ihm selbst. Erhört es ja nicht. –