Nedarim 22

Kapitel 22

א תניא חולין החולין כחולין בין שאוכל לך ובין שלא אוכל לך מותר לחולין שאוכל לך אסור לחולין לא אוכל לך מותר
1 Es wird gelehrt: [Sagt jemand:] Profanes, das Profane, wie Profanes, einerlei ob [er sagt:] das ich deines esse, oder: das ich deines nicht esse, so ist es erlaubt. [Anderweitig] haben wir gelernt: [Sagt jemand:] es verboten, wenn: nicht sei profan, was ich deines nicht esse, so ist es erlaubt.
ב רישא מני רבי מאיר היא דלית ליה מכלל לאו אתה שומע הין
2 Der Anfangsatz vertritt die Ansicht R. Meírs, der nicht der Ansicht ist, aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen,
ג אימא סיפא לחולין לא אוכל לך מותר והתנן לקרבן לא אוכל לך רבי מאיר אוסר וקשיא לן הא לית ליה מכלל לאו אתה שומע הין
3 dagegen aber lehrt der Schlußsatz: [sagt er:] nicht sei profan, was ich deines nicht esse, so ist es erlaubt. [Anderweitig] haben wir gelernt: [Sagt jemand:] nicht sei Opfer, was ich deines nicht esse, so ist es ihm nach R. Meír verboten, und auf unseren Einwand, R. Meír sei ja nicht der Ansicht, aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen,
ד ואמר רבי אבא נעשה כאומר לקרבן יהא לפיכך לא אוכל לך הכא נמי הכי קאמר ליה לא חולין ליהוי לפיכך לא אוכל לך
4 erwiderte R. Abba, es sei ebenso, als würde er sagen: es sei Opfer, darum esse ich deines nicht. Demnach sollte es auch hierbei heißen: es sei nicht profan, darum esse ich deines nicht!? –
ה האי תנא סבר לה כרבי מאיר בחדא ופליג עליה בחדא סבר לה כותיה בחדא דלית ליה מכלל לאו אתה שומע הין ופליג עליה בחדא בקרבן
5 Dieser Autor ist der Ansicht R. Meírs in einer Hinsieht und streitet gegen ihn in einer Hinsicht. Er ist seiner Ansicht in einer Hinsicht, indem er nicht der Ansicht ist, aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen, und er streitet gegen ihn in einer Hinsicht, hinsichtlich [der Bezeichnung] ‘Opfer’.
ו רב אשי אמר הא דאמר לחולין והא דאמר לא חולין דמשמע לא ליהוי חולין אלא כקרבן:
6 R. Aši erklärte: Das eine, wenn er sagt: als profan, und das andere, wenn er sagt: nicht profan; dies heißt: es sei nicht profan, sondern Opfer.
ז טהור וטמא נותר ופיגול אסור: בעי רמי בר חמא הרי עלי כבשר זבחי שלמים לאחר זריקת דמים מהו
7 R<small>EIN</small>, <small>UNREIN</small>, Z<small>URÜCKGEBLIEBENES</small>, V<small>ERWERFLICHES</small>, <small>SO IST ES IHM VERBOTEN</small>. Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn jemand sagt: dies gelte für mich wie Heilsopferfleisch nach der Blutsprengung!? –
ח אי דקאמר בהדין לישנא בהיתרא קא מתפיס אלא כגון דמחית בשר זבחי שלמים ומחית דהיתרא גביה ואמר זה כזה מאי בעיקרו קא מתפיס או בהיתרא קא מתפיס
8 Wenn er diese Wendung gebraucht, läßt er es ja von Erlaubtemerfassen!? – Vielmehr, wenn Heilsopferfleisch und profanes Fleisch vor ihm liegen, und er sagt: das eine sei wie das andere; wird es vom ersten Zustande erfaßt oder wird es vom erlaubten Zustande erfaßt?
ט אמר רבא תא שמע נותר ופיגול
9 Raba erwiderte: Komm und höre: Übriggebliebenes, Verwerfliches.