Nedarim 27

Kapitel 27

א לאו אתה שומע הן ואלא רבי יהודה היינו רישא
1 aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen, und wenn die des R. Jehuda, so ist dies ja mit der ersteren Lehre identisch!? –
ב איידי דקתני כבשר חזיר כעבודת כוכבים להכי קתני חולין
2 Da er es vom Schweinefleische und vom Götzenwerke lehrt, so lehrt er es auch vom Profanen.
ג רבינא אמר הכי קתני אלו מותרין כחולין כבשר חזיר כעבודת כוכבים ואי לא תנא חולין הוה אמינא בעי שאלה
3 Rabina erwiderte: Er meint es wie folgt: folgende [Gelübde] sind wie Profanes erlaubt: [wenn jemand sagt:] wie Schweinefleisch, wie Götzenwerk. Wenn er nämlich Profanes nicht genannt hätte, könnte man glauben, er benötige des Nachsuchens. –
ד ומי איכא לאסוקי על דעתא הכי הא מדקתני סיפא האומר לאשתו הרי את עלי כאימא פותחין לו פתח ממקום אחר מכלל דרישא לא בעיא שאלה אלא מחוורתא חולין ממילא נסבה
4 Wieso sollte man darauf kommen, im Schlußsatze lehrt er ja, daß, wenn jemand zu seiner Frau sagt: sei mir wie meine Mutter [verboten], man ihm einen Ausweg von anderer Seite öffne, wonach im Anfangsatze ein Nachsuchen nicht erforderlich ist!? – Am richtigsten ist vielmehr, daß er es vom Profanen nur nebenher lehrt. –
ה מנא הני מילי אמר קרא איש כי ידור נדר לה' עד שידור בדבר הנדור
5 Woher dies? – Die Schrift sagt:<i>wenn jemand dem Herrn ein Gelübde gelobt</i>, wenn das Gelübde sich auf etwas bezieht, das gelobt werden kann. –
ו אי הכי אפילו בדבר האסור נמי דהא כתיב לאסור איסר על נפשו לאסור איסר מבעי ליה לכדתניא איזהו איסר האמור בתורה וכו':
6 Demnach sollte es auch von einer verbotenen Sache gelten, denn es heißt:<i>sich eine Enthaltung aufzuerlegen</i>!? – [Die Worte] <i>sich eine Enthaltung aufzuerlegen</i> sind wegen der folgenden Lehre nötig: Was heißt eine Enthaltung, von der die Tora spricht &amp;c.
ז האומר לאשתו הרי את עלי כאימא וכו': ורמינהו הרי את עלי כבשר אימא כבשר אחותי כערלה וככלאי הכרם לא אמר כלום
7 W<small>ENN JEMAND ZU SEINER</small> F<small>RAU SAGT</small>: <small>SEI MIR WIE MEINE</small> M<small>UTTER</small> &amp;<small>C</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagt jemand:] sei mir wie der Leib meiner Mutter, wie der Leib meiner Schwester, wie Ungeweihtes, wie Mischfrucht (des Weinberges), so hat er nichts gesagt!?
ח אמר אביי לא אמר כלום מדאורייתא וצריך שאלה מדרבנן רבא אמר הא בתלמידי חכמים הא בעם הארץ
8 Abajje erwiderte: Nach der Tora hat er nichts gesagt, rabbanitisch aber benötigt er des Nachsuchens. Raba erwiderte: Das eine gilt von Schriftgelehrten und das andere von Leuten aus dem gemeinen Volke.
ט והתניא הנודר בתורה לא אמר כלום ואמר רבי יוחנן וצריך שאלה לחכם ואמר רב נחמן ותלמיד חכם אינו צריך שאלה
9 Es wird auch gelehrt: Wenn jemand bei der Toragelobt, so hat er nichts gesprochen. Hierzu sagte R. Joḥanan, er benötige jedoch des Nachsuchens bei einem Gelehrten, und R. Naḥman sagte, ein Gelehrter benötige nicht des Nachsuchens.