Nedarim 37

Kapitel 37

א כל שכן דלא מעייל לספיקא
1 begreift man seine Person erst recht nicht ein.
ב אמר ליה אביי במאי אוקימתא לספק נזירות להקל כרבי אליעזר אימא סיפא ספק בכורות אחד בכורי אדם ואחד בכורי בהמה בין טמאה בין טהורה המוציא מחבירו עליו הראייה
2 Abajje sprach zu ihm: Du hast also die Ansicht, beim Nazirat sei es im Zweifel zu erleichtern, R. Elie͑zer addiziert, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: bei einem Zweifel hinsichtlich des Erstgeborenen, ob das Erstgeborene von Menschen oder das Erstgeborene von Vieh, ob von unreinem oder reinem, hat der, der vom anderenfordert, den Beweis anzutreten
ג ותני עלה ואסורים בגיזה ועבודה
3 und hierzu wird gelehrt: jedoch ist [das Vieh] zu Schur und Arbeit verboten!?
ד אמר ליה אמאי קא מדמית קדושה הבאה מאליה לקדושה הבאה בידי אדם
4 Dieser erwiderte: Wieso vergleichst du die von selbst entstehende Heiligkeitmit der durch Menschen hervorgerufenen Heiligkeit!?
ה אלא אי קשיא הא קשיא ספק משקין ליטמא טמא לטמא אחרים טהור דברי רבי מאיר וכן היה רבי אלעזר אומר כדבריו
5 Wenn du einen Einwand erheben willst, ist vielmehr folgendes einzuwenden: Flüssigkeiten sind im Zweifelverunreinigungsfähig, um unrein zu sein, nicht aber anderes unrein zu machen – so R. Meír, und derselben Ansicht ist auch R. Elie͑zer.
ו ומי סבירא ליה לרבי אלעזר ליטמא טמא
6 Ist R. Elie͑zer denn der Ansicht, sie seien verunreinigungsfähig, um unrein zu sein,
ז והתניא רבי אלעזר אומר אין טומאה למשקין כל עיקר תדע שהרי העיד יוסי בן יועזר איש צרידה על איל קמצא דכן ועל משקין בית מטבחיא דכן
7 es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sagt, für die Unreinheit von Flüssigkeiten gebe es [in der Tora] keinen Anhalt. Dies ist zu beweisen, denn Jose b. Joe͑zer aus Çereda bekundete, daß die Widderheuschreckerein sei, und daß die Flüssigkeiten im Schlachthauserein seien.
ח הניחא לשמואל דאמר דכן מלטמא אחרים אבל טומאת עצמן יש בהן שפיר
8 Richtig ist es nach Šemuél, welcher sagt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selber aber seien verunreinigungsfähig,
ט אלא לרב דאמר דכן ממש מאי איכא למימר
9 wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, sie seien überhaupt nicht verunreinigungsfähig!? –
י אלא הא רבי יהודה והא רבי שמעון
10 Vielmehr, das eine nach R. Jehuda und das andere nach R. Šimo͑n.
יא דתניא הריני נזיר אם יש בכרי הזה מאה כור והלך ומצאו שנגנב או שאבד רבי יהודה מתיר ורבי שמעון אוסר
11 Es wird nämlich gelehrt: [Sagt jemand:] ich will Nazir sein, wenn in diesem Getreidehaufen hundert Kor sind, und er hingeht und findet, daß er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist er nach R. Jehuda nicht gebunden und nach R. Šimo͑n gebunden. –
יב ורמי דרבי יהודה אדרבי יהודה מי אמר רבי יהודה לא מעייל איניש נפשיה לספיקא ורמינהי רבי יהודה אומר סתם תרומה ביהודה אסורה ובגליל מותרת שאין אנשי הגליל מכירין את תרומת הלשכה טעמא דאין מכירין
12 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Jehuda sich befindet: kann R. Jehuda denn gesagt haben, man gebe sich nicht hin im Falle eines Zweifels, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jehuda sagt, wenn ‘Hebe’ schlechthin, sei es ihm in Judaä verboten und in Galiläa erlaubt, weil die Leute von Galiläa die Hebe der Tempelkammer nicht kennen. Nur deshalb, weil sie sie nicht kennen, würden