Nedarim 38

Kapitel 38

א הא מכירין אסורין
1 sie sie aber kennen, so wäre es ihmverboten!?
ב אמר רבא גבי כרי קסבר כל שספיקו חמור מוודאי לא מעייל נפשיה לספיקא דאילו גבי נזיר ודאי מגלח ומביא קרבן ונאכל על ספיקו לא מצי מגלח
2 Raba erwiderte: Beim Getreidehaufen ist er der Ansicht, daß man sich im Falle eines Zweifels nicht hingebe, weil da beim Zweifel schwerer ist als beim Entschiedenen. Der entschiedene Nazir schere sich das Haarund bringe das Opfer dar, das gegessen wird, bei einem Zweifel aber darf er sich das Haar nichtscheren.
ג אמר ליה רב הונא בר יהודה לרבא אמר הריני נזיר עולם מאי
3 R. Hona b. Jehuda sprach zu Raba: Wie ist es, wenn [jemand sagt:] ich will lebenslänglich Nazirsein!?
ד אמר ליה נזיר עולם נמי ספיקו חמור מודאי דאילו ודאי הכביד שערו מיקל בתער ומביא שלוש בהמות ואילו ספיקו לא
4 Dieser erwiderte: Auch beim lebenslänglichen Nazir ist es beim Zweifel schwerer als beim Entschiedenen; der entschiedene darf, wenn das Haar ihm lästig wird, es mit einem Schermesser stutzen und die drei Opfertiere darbringen, der zweifelhafte aber nicht. –
ה אמר הריני נזיר שמשון מאי
5 Wie ist es aber, wenn [jemand sagt:] ich will Nazir wie Šimšonsein!?
ו אמר ליה נזיר שמשון לא תניא אמר ליה והאמר רב אדא בר אהבה תניא נזיר שמשון אמר ליה אי תניא תניא
6 Dieser erwiderte: Hinsichtlich eines Nazirates wie des Šimšon wird nirgends gelehrt. Jener entgegnete: R. Ada b. Ahaba sagte ja, es gebe eine Lehre hinsichtlich eines Nazirates wie des Šimšon!? Dieser erwiderte: Ist solches gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.
ז רב אשי אמר ההיא רבי יהודה משום רבי טרפון היא דתניא רבי יהודה משום רבי טרפון אומר אין אחד מהם נזיר לפי שלא ניתנה נזירות אלא להפלאה
7 R. Aši erwiderte: In jener Lehrelehrt R. Jehuda die Ansicht R. Tryphons, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt im Namen R. Tryphons, keiner von beidensei Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werden muß. –
ח אי הכי מאי איריא שנגנב או שאבד אלא להודיעך כוחו דרבי שמעון דאף על גב דנגנב או שאבד קסבר מעייל איניש נפשיה לספיקא
8 Wieso gilt dies demnach nur von dem Falle, wenn der Getreidehaufe gestohlen worden oder abhanden gekommenist!? – Um die weitergehende Ansicht R. Šimo͑ns hervorzuheben: selbst wenn er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, denn er ist der Ansicht, man gebe sich nicht hin im Falle eines Zweifels.
ט רבי יהודה אומר סתם תרומה ביהודה כו' הא מכירין אסורין אלמא ספיקא לחומרא
9 R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>WENN</small> ‘H<small>EBE</small>’ <small>SCHLECHTHIN</small>, <small>SEI ES IHM IN</small> J<small>UDÄA</small> &amp;<small>C</small>. Wenn sie aber [die Hebe] kennen würden, würde es ihm verboten sein, wonach bei einem Zweifel zu erschweren ist,
י אימא סיפא סתם חרמים ביהודה מותרין ובגליל אסורין שאין אנשי הגליל מכירין את חרמי הכהנים הא מכירין מותרין אלמא ספיקא לקולא
10 dagegen aber lehrt der Schlußsatz: wenn ‘Banngut’ schlechthin, sei es ihm in Judäa erlaubt und in Galiläa verboten, weil die Leute von Galiläa Priestern geweihtes Banngut nicht kennen; demnach würde es ihm erlaubt sein, wenn sie es kennen würden, wonach bei einem Zweifel zu erleichtern ist!?
יא אמר אביי סיפא רבי אלעזר ברבי צדוק היא דתניא רבי יהודה אומר סתם תרומה ביהודה אסורה רבי אלעזר ברבי צדוק אומר סתם חרמים בגליל אסורין
11 Abajje erwiderte: [Der Schlußsatz] vertritt die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Çadoq, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, wenn ‘Hebe’ schlechthin, sei es ihm in Judäa verboten; R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, wenn ‘Banngut’ schlechthin, sei es ihm in Galiläa verboten.