Pesachim 100

Kapitel 100

א ואל ישנה אדם מפני המחלוקת כיוצא בו המוליך פירות שביעית ממקום שכלו למקום שלא כלו או ממקום שלא כלו למקום שכלו חייב לבער ר' יהודה אומר צא והבא לך אף אתה:
1 M<small>AN DARF</small> <small>NICHT ANDERS VERFAHREN, WEGEN DER</small> Z<small>WIETRACHT</small>. D<small>ESGLEICHEN MUSS</small>, <small>WER</small> S<small>IEBENTJAHRSFRÜCHTE BRINGT, AUS EINEM</small> O<small>RTE, DA SIE ZUENDE</small> <small>SIND, NACH EINEM</small> O<small>RTE, DA SIE NOCH NICHT ZUENDE SIND, ODER AUS EINEM</small> O<small>RTE, DA SIE NOCH NICHT ZUENDE SIND, NACH EINEM</small> O<small>RTE, DA SIE ZUENDE SIND, SIE FORTSCHAFFEN</small>. R. J<small>EHUDA SAGT</small>: G<small>EH AUCH DU HIN UND HOLE SIE</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי איריא ערבי פסחים אפילו ערבי שבתות וערבי ימים טובים נמי דתניא העושה מלאכה בערבי שבתות וימים טובים מן המנחה ולמעלה אינו רואה סימן ברכה לעולם התם מן המנחה ולמעלה הוא דאסור סמוך למנחה לא הכא מחצות אי נמי התם סימן ברכה הוא דלא חזי אבל שמותי לא משמתינן ליה הכא שמותי נמי משמתינן ליה
2 GEMARA. Wieso gerade am Vorabend des Pesaḥfestes, dies gilt ja auch von den Vorabenden der Šabbathe und anderer Feste!? Es wird nämlich gelehrt: Wer an den Vorabenden der Šabbathe oder der Feste von [der Zeit] des Vespergebetes ab Arbeit verrichtet, sieht nie ein Zeichen des Segens. – An anderen ist es nur von [der Zeit] des Vespergebetes verboten, nicht aber kurz vor dem Vespergebete, an diesem aber von Mittag ab. Oder auch: an anderen sieht man zwar kein Zeichen des Segens, jedoch tue man ihn dieserhalb nicht in den Bann, an diesem aber tue man ihn dieserhalb in den Bann.
ג גופא העושה מלאכה בערבי שבתות ובערבי ימים טובים מן המנחה ולמעלה ובמוצאי שבת ובמוצאי יו"ט ובמוצאי יום הכפורים ובכל מקום שיש שם נידנוד עבירה לאתויי תענית ציבור אינו רואה סימן ברכה לעולם:
3 Der Text. Wer an den Vorabenden der Šabbathe und der Feste von [der Zeit] des Vespergebetes ab oder an den Ausgängen der Šabbathe, der Feste oder des Versöhnungstages oder sonst einer Zeit, an der es irgendwie zu einer Übertretung kommen könnte, dies schließt die Gemeindefasttage ein, Arbeit verrichtet, sieht nie ein Zeichen des Segens.
ד ת"ר יש זריז ונשכר ויש זריז ונפסד יש שפל ונשכר ויש שפל ונפסד זריז ונשכר דעביד כולי שבתא ולא עביד במעלי שבתא זריז ונפסד דעביד כולי שבתא ועביד במעלי שבתא שפל ונשכר דלא עביד כולי שבתא ולא עביד במעלי שבתא שפל ונפסד דלא עביד כולי שבתא ועביד במעלי שבתא אמר רבא הני נשי דמחוזא אע"ג דלא עבדן עבידתא במעלי שבתא משום מפנקותא הוא דהא כל יומא נמי לא קא עבדן אפילו הכי שפל ונשכר קרינן להו
4 Die Rabbanan lehrten: Mancher ist fleißig und gewinnt dabei, mancher ist fleißig und verliert dabei; mancher ist träge und gewinnt dabei, mancher ist träge und verliert dabei. Mancher ist fleißig und gewinnt dabei: wer die ganze Woche arbeitet, am Vorabend des Šabbaths aber nicht arbeitet. Mancher ist fleißig und verliert dabei: wer die ganze Woche arbeitet und auch am Vorabend des Šabbaths arbeitet. Mancher ist träge und verdient dabei: wer die ganze Woche nicht arbeitet und auch am Vorabend des Šabbaths nicht arbeitet. Mancher ist träge und verliert dabei: wer die ganze Woche nicht arbeitet, am Vorabend des Šabbaths aber arbeitet. Raba sagte: Obgleich die Frauen von Maḥoza am Vorabend des Šabbaths nur aus Verweichlichung nicht arbeiten, denn sie arbeiten auch die ganze Woche nicht, dennoch nennen wir dies eine verdienstliche Trägheit.
ה רבא רמי כתיב (תהלים נז, יא) כי גדול עד שמים חסדך וכתיב (תהלים קח, ה) כי גדול מעל שמים חסדך הא כיצד כאן בעושין לשמה וכאן בעושין שלא לשמה וכדרב יהודה דאמר רב יהודה אמר רב לעולם יעסוק אדם בתורה ומצות אף על פי שלא לשמה שמתוך שלא לשמה בא לשמה:
5 Raba wies auf einen Widerspruch hin: es heißt:<i>denn groß bis zum Himmel ist deine Gnade</i>, dagegen heißt es:<i>denn groß über den Himmel hinaus ist deine Gnade</i>; wie ist dies zu erklären? – Das eine, wenn man [die Gebote] um ihrer selbst willen ausübt, das andere, wenn man sie nicht um ihrer selbst willen ausübt. Dies nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets befasse man sich mit der Tora und gottgefälligen Handlungen, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun.
ו תנו רבנן המצפה לשכר אשתו וריחים אינו רואה סימן ברכה לעולם שכר אשתו מתקולתא ריחייא אגרתא אבל עבדה ומזבנה אישתבוחי משתבח בה קרא דכתיב (משלי לא, כד) סדין עשתה ותמכור:
6 Die Rabbanan lehrten: Wer auf den Verdienst seiner Frau und der Handmühle wartet, sieht nie ein Zeichen des Segens. Den Verdienst seiner Frau: mit der Handwage. Der Handmühle: durch Vermieten. Die aber Arbeit fertigt und sie verkauft, preist die Schrift, wie es heißt:<i>ein Laken fertigt sie und verkauft es</i>.
ז ת"ר המשתכר בקנים ובקנקנים אינו רואה סימן ברכה לעולם מאי טעמא כיון דנפיש אפחזייהו שלטא בהו עינא: תנו רבנן תגרי סימטא ומגדלי בהמה דקה וקוצצי אילנות טובות ונותנין עיניהן בחלק יפה אינו רואה סימן ברכה לעולם מאי טעמא דתהו ביה אינשי:
7 Die Rabbanan lehrten: Wer mit Rohrstäben und Töpfen handelt, sieht nie ein Zeichen des Segens. Weshalb? Ihr Umfang ist gebauscht, und sie sind dem [bösen] Auge preisgegeben. Die Rabbanan lehrten: Straßenhändler, Kleinviehzüchter, die gute Bäume niederhauen, und diejenigen, die stets auf den besseren Teil bedacht sind, sehen nie ein Zeichen des Segens. Weshalb? Weil die Leute sie anstaunen.
ח ת"ר ד' פרוטות אין בהן סימן ברכה לעולם שכר כותבין ושכר מתורגמנין ושכר יתומים ומעות הבאות ממדינת הים
8 Die Rabbanan lehrten: An vier Peruṭas ist nie ein Zeichen des Segens zu finden: am Schreiberlohn, an der Dolmetschgebühr, am Verdienste aus Waisengeld und am Verdienste aus überseeischen Geschäften. –
ט בשלמא שכר מתורגמנין משום דמיחזי כשכר שבת ומעות יתומים נמי לאו בני מחילה נינהו מעות הבאות ממדינת הים משום דלאו כל יומא מתרחיש ניסא
9 Einleuchtend ist dies von der Dolmetschgebühr, weil es den Anschein eines Šabbathlohnes hat; desgleichen auch vom Verdienste aus Waisengeld, weil diese nicht verzichtfähig sind; ebenso auch vom Verdienste aus überseeischen Geschäften, weil nicht an jedem Tage ein Wunder geschieht;
י אלא שכר כותבין מאי טעמא א"ר יהושע בן לוי כ"ד תעניות ישבו אנשי כנסת הגדולה על כותבי ספרים תפילין ומזוזות שלא יתעשרו שאילמלי מתעשרין אין כותבין: ת"ר כותבי ספרים תפילין ומזוזות הן ותגריהן ותגרי תגריהן וכל העוסקין במלאכת שמים לאיתויי מוכרי תכלת אינן רואין סימן ברכה לעולם ואם עוסקין לשמה רואין:
10 weshalb aber am Schreiberlohn? R.Jehošua͑ b.Levi erwiderte: Vierundzwanzig Tage verweilten die Männer der Großsynode im Fasten, daß die Schreiber der [heiligen] Bücher, Tephillin und Mezuzoth nicht reich werden mögen, denn wären sie reich, so würden sie sie nicht schreiben. Die Rabbanan lehrten: Schreiber der [heiligen] Bücher, Tephillin und Mezuzoth, sie selbst, die damit handeln, und alle anderen, die sich mit Ritualien befassen – dies schließt die Purpurfädenverkäuferein – sehen nie ein Zeichen des Segens. Befassen sie sich damit der Sache wegen, so sehen sie wohl.
יא בני ביישן נהוג דלא הוו אזלין מצור לצידון במעלי שבתא אתו בנייהו קמיה דר' יוחנן אמרו לו אבהתין אפשר להו אנן לא אפשר לן אמר להו כבר קיבלו אבותיכם עליהם שנאמר (משלי א, ח) שמע בני מוסר אביך ואל תטוש תורת אמך:
11 Die Leute von Bešan pflegten am Vorabend des Šabbaths nicht von Çor nach Çidon zu gehen. Einst kamen deren Söhne vor R. Joḥanan und sprachen zu ihm: Unsere Väter konnten dies, wir aber können dies nicht. Er erwiderte ihnen: Euere Väter haben dies bereits auf sich genommen, und es heißt:<i>gehorche, mein Sohn</i>, <i>der Zucht deines Vaters, und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter</i>.
יב בני חוזאי נהגי דמפרשי חלה מארוזא אתו ואמרו ליה לרב יוסף אמר להו ניכלה זר באפייהו איתיביה אביי דברים המותרים ואחרים נהגו בהן איסור
12 Die Leute von Ḥozäa pflegten die Teighebe von Reis abzusondern. Als man dies R. Joseph erzählte, sprach er zu ihnen: Ein Laie soll es in ihrer Gegenwart essen. Abajje wandte gegen ihn ein: Erlaubte Dinge, hinsichtlich welcher manche Verbot eingeführt haben,