Pesachim 101

Kapitel 101

א אי אתה רשאי להתירן בפניהם אמר לו ולאו מי איתמר עלה אמר רב חסדא בכותאי כותאי מאי טעמא משום דמסרכי מילתא הנך אינשי נמי סרכי מילתא
1 darfst du in ihrer Gegenwart nicht erlauben!? Dieser erwiderte: Hierzu wurde ja gelehrt, R. Ḥisda sagte, dies gelte von den Samaritanern. – Von Samaritanern wohl deshalb, weil dadurch die Sache sich ausdehnenkönnte, ebenso kann es sich ja auch bei diesen Leuten ausdehnen!?
ב אלא אמר רב אשי חזינן אי רובן אורז אכלי לא ניכלה זר באפייהו דילמא משתכחא תורת חלה מינייהו ואי רובן דגן אכלי ניכלה זר באפייהו דילמא אתי לאפרושי מן החיוב על הפטור ומן הפטור על החיוב
2 Vielmehr, sagte R. Aši, richten wir uns danach: essen die meisten Reis, so darf kein Laie [die Teighebe] in ihrer Gegenwart essen, weil das Gesetz von der Teighebe bei ihnen in Vergessenheit geraten könnte; essen die meisten Getreide, so esse sie ein Laie in ihrer Gegenwart, weil sie veranlaßt werden könnten, sie vom Pflichtigen für das Unpflichtige und vom Unpflichtigen für das Pflichtige abzusondern.
ג גופא דברים המותרין ואחרים נהגו בהן איסור אי אתה רשאי להתירן בפניהן אמר רב חסדא בכותאי עסקינן וכ"ע לא והתניא רוחצין שני אחין כאחד ואין רוחצין שני אחין בכבול ומעשה ביהודה והלל בניו של רבן גמליאל שרחצו שניהם כאחד בכבול ולעזה עליהן כל המדינה אמרו מימינו לא ראינו כך ונשמט הלל ויצא לבית החיצון ולא רצה לומר להן מותרין אתם
3 Der Text. Erlaubte Dinge, hinsichtlich welcher manche Verbote eingeführt haben, darfst du in ihrer Gegenwart nicht erlauben. R. Ḥisda sagte: Dies gilt von Samaritanern. – Von anderen etwa nicht, es wird ja aber gelehrt: Zwei Brüder dürfen zusammen baden; in Kabul pflegen zwei Brüder nicht zusammenzu baden. Einst badeten Jehuda und Hillel, die Söhne R. Gamliéls, in Kabul zusammen, und die ganze Stadt redete über sie, indem man sprach: Lebtags haben wir so etwas nicht gesehen. Da drückte sich Hillel und ging in das Vorzimmer hinaus; er wollte ihnen aber nicht sagen, daß dies erlaubt sei.
ד יוצאים בקורדקיסון בשבת ואין יוצאין בקורדקיסון בשבת בבירי ומעשה ביהודה והלל בניו של רבן גמליאל שיצאו בקורדקיסון בשבת בבירי ולעזה עליהן המדינה ואמרו מימינו לא ראינו כך ושמטום ונתנום לעבדיהן ולא רצו לומר להן מותרין אתם
4 Man darf am Šabbath in Pantoffelnausgehen; in Biri pflegt man am Šabbath nicht in Pantoffeln auszugehen. Einst gingen Jehuda und Hillel, die Söhne R. Gamliéls, in Biri am Šabbath in Pantoffeln aus, und die ganze Stadt redete über sie, indem man sprach: Lebtags haben wir so etwas nicht gesehen. Da zogen sie sie ab und gaben sie ihren Dienern; sie wollten ihnen aber nicht sagen, daß dies erlaubt sei.
ה ויושבין על ספסלי נכרים בשבת ואינן יושבין על ספסלי נכרים בשבת בעכו ומעשה בר"ש בן גמליאל שישב על ספסלי נכרים בשבת בעכו ולעזה עליו כל המדינה אמרו מימינו לא ראינו כך נשמט על גבי קרקע ולא רצה לומר להן מותרין אתם בני מדינת הים נמי כיון דלא שכיחי רבנן גבייהו ככותים דמו
5 Man darf am Šabbath auf Bänken der Nichtjudensitzen; in A͑kko pflegt man am Šabbath nicht auf Bänken der Nichtjuden zu sitzen. Einst setzte sich R. [Šimo͑n b.] Gamliél in A͑kko am Šabbath auf eine Bank der Nichtjuden, und die ganze Stadt redete über ihn, indem man sprach: Lebtags haben wir so etwas nicht gesehen. Da ließ er sich auf die Erde gleiten; er wollte ihnen aber nicht sagen, daß dies erlaubt sei!? – Die Leute in den überseeischen Städten gleichen den Samaritanern, da keine Gelehrten unter ihnen sind. –
ו בשלמא ספסלי נכרים משום דמחזי כמקח וממכר בקורדקיסון נמי דילמא משתלפין ואתי לאיתויינהו ארבע אמות ברשות הרבים
6 Einleuchtend ist es von den Bänken der Nichtjuden, da es den Anschein hat, [als machte man mit ihnen] Geschäfte, ebenso auch von den Pantoffeln, weil man, wenn sie abgleiten, sie vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen verleitet werden könnte;
ז אלא רוחצין מאי טעמא לא כדתניא עם הכל אדם רוחץ חוץ מאביו וחמיו ובעל אמו ובעל אחותו ור' יהודה מתיר באביו מפני כבוד אביו והוא הדין לבעל אמו
7 was aber ist beim Baden zu berücksichtigen? – Es wird gelehrt: Man darf mit jedem zusammen baden, nur nicht mit seinem Vater, seinem Schwiegervater, seinem Stiefvater und seinem Schwager; R. Jehuda erlaubt es mit seinem Vater, wegen der Ehrungseines Vaters, und ebenso mit seinem Stiefvater.
ח ואתו אינהו וגזור בשני אחין משום בעל אחותו תנא תלמיד לא ירחץ עם רבו ואם רבו צריך לו מותר
8 Später ordneten sie es auch bei zwei Brüdern an, mit Rücksicht auf seinen Schwager. Es wird gelehrt: Ein Schüler darf nicht zusammen mit seinem Lehrer baden; wenn ihn aber der Lehrer braucht, so ist es erlaubt.
ט כי אתא רבה בר בר חנה אכל דאייתרא עול לגביה רב עוירא סבא ורבה בריה דרב הונא כיון דחזינהו כסייה מינייהו אתו ואמרו ליה לאביי אמר להו שווינכו ככותאי
9 Als Rabba b. Bar Ḥana kam, aß er Darmfett. Einst besuchten ihn R. A͑vira der Greis und Rabba, Sohn des R. Hona, und als er sie bemerkte, verbarg er es vor ihnen. Darauf erzählten sie es Abajje, und dieser sprach zu ihnen: Er betrachtete euch als Samaritaner. –
י ורבה בר בר חנה לית ליה הא דתנן נותנין עליו חומרי המקום שיצא משם וחומרי המקום שהלך לשם אמר אביי הני מילי מבבל לבבל ומארץ ישראל לא"י אי נמי מבבל לא"י אבל מא"י לבבל לא כיון דאנן כייפינן להו עבדינן כוותייהו
10 Hält denn Rabbah Bar Ḥana nichts von dem, was wir gelernt haben, daß man einem die Erschwerungen des Ortes auferlege, den er verlassen hat, und die Erschwerungen des Ortes, in den er gekommen ist!? Abajje erwiderte: Dies nur, wenn aus Babylonien nach Babylonien oder aus dem Jisraélland nach dem Jisraélland, oder auch aus Babylonien nach dem Jisraélland, nicht aber, wenn aus dem Jisraélland nach Babylonien, denn da wir uns ihnen beugen, müssen wir nach ihrer Gepflogenheit verfahren.
יא רב אשי אמר אפילו תימא מא"י לבבל הני מילי היכא דאין דעתו לחזור ורבה בר בר חנה דעתו לחזור הוה א"ל רבה בר בר חנה לבניה בני לא תאכל לא בפני ולא שלא בפני אני שראיתי את ר' יוחנן שאכל כדי הוא ר' יוחנן לסמוך עליו בפניו ושלא בפניו אתה לא ראית אותו לא תאכל בין בפני בין שלא בפני
11 R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, aus dem Jisraélland nach Babylonien, denn dies gilt nur von dem Falle, wenn man nicht zurückzukehren beabsichtigt, während Rabba b. Bar Ḥana zurückzukehren beabsichtigte. Rabba b.Bar Ḥana sprach zu seinem Sohne: Mein Sohn, iß es weder in meiner Gegenwart, noch in meiner Abwesenheit; ich sah R. Joḥanan es essen, und er ist würdig, daß man sich auf ihn sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit stütze; du aber hast es nicht gesehen, daher iß es weder in meiner Gegenwart, noch in meiner Abwesenheit. –
יב ופליגא דידיה אדידיה דאמר רבה בר בר חנה סח לי רבי יוחנן בן אלעזר פעם אחת נכנסתי אחר ר"ש בן רבי יוסי בן לקוניא לגינה
12 Rabba b. Bar Ḥana befindet sich mit sich selbst in einem Widerspruche, denn er sagte, R. Joḥanan b. Elea͑zar habe ihm erzählt: Einst folgte ich [im Siebentjahre] R. Šimo͑n, dem Sohne des R. Jose b.Laqonja, in einen Garten;