Pesachim 102

Kapitel 102

א ונטל ספיחי כרוב ואכל ונתן לי ואמר לי בני בפני אכול שלא בפני לא תאכל אני שראיתי את ר"ש בן יוחי שאכל כדי הוא ר' שמעון בן יוחי לסמוך עליו בפניו ושלא בפניו אתה בפני אכול שלא בפני לא תאכל
1 da nahm er Nachwuchs von Kohl und aß ihn und reichte auch mir davon, indem er sprach: Mein Sohn, in meiner Gegenwart iß ihn, in meiner Abwesenheit iß ihn aber nicht. Ich sah R. Šimo͑n b. Joḥaj ihn essen, und er ist würdig, daß man sich auf ihn sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit stütze, du aber iß ihn nur in meiner Gegenwart, nicht aber in meiner Abwesenheit. –
ב מאי ר"ש דתניא רבי שמעון אומר כל הספיחים אסורין חוץ מספיחי כרוב שאין כיוצא בהן בירק השדה וחכ"א כל הספיחין אסורים
2 Was [lehrt] R. Šimo͑n? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, jeder Nachwuchs sei verboten, nur nicht der des Kohls, da es dergleichen unter den Feldpflanzen nichtgibt; die Weisen sagen, jeder Nachwuchs sei verboten.
ג ותרוייהו אליבא דר' עקיבא דתניא (ויקרא כה, כ) הן לא נזרע ולא נאסוף את תבואתנו א"ר עקיבא וכי מאחר שאין זורעין מהיכא אוספין מכאן לספיחין שהן אסורין
3 Beide lehren sie nach R. A͑qiba, denn es wird gelehrt:<i>Wenn wir nicht säen und uns keinen Ertrag einsammeln</i>; hierzu sagte R. A͑qiba: Wenn wir nicht säen, was sollten wir einsammeln!? Hieraus, daß der Nachwuchs verbotenist. –
ד במאי קא מיפלגי רבנן סברי גזרינן ספיחי כרוב אטו שאר ספיחי דעלמא ור"ש סבר לא גזרינן ספיחי כרוב אטו ספיחי דעלמא:
4 Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, wir berücksichtigen beim Nachwuchs des Kohls anderen Nachwuchs, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, wir berücksichtigen beim Nachwuchs des Kohls anderen Nachwuchs nicht.
ה ההולך ממקום וכו': בשלמא ההולך ממקום שעושין למקום שאין עושין נותנין עליו חומרי מקום שהלך לשם ואל ישנה אדם מפני המחלוקת ולא ליעביד
5 W<small>ENN JEMAND AUS EINEM</small> O<small>RTE GEHT &amp;C</small>. Einleuchtend ist der Fall, wenn jemand aus einem Orte geht, da man Arbeit verrichtet, nach einem Orte, da man keine Arbeit verrichtet, man legt ihm die Erschwerungen des Ortes auf, in den er gekommen ist: er darf wegen der Zwietracht nicht anders verfahren und arbeite ebenfalls nicht;
ו אלא ממקום שאין עושין למקום שעושין אל ישנה אדם מפני המחלוקת ונעביד הא אמרת נותנין עליו חומרי מקום שהלך לשם וחומרי מקום שיצא משם
6 wieso aber soll er, wenn er aus einem Orte geht, da man keine Arbeit verrichtet, nach einem Orte, da man Arbeit verrichtet, wegen der Zwietracht nicht anders verfahren und ebenfalls arbeiten, du sagst ja, daß man ihm die Erschwerungen des Ortes auferlege, in den er gekommen ist, und die Erschwerungen des Ortes, den er verlassen hat!?
ז אמר אביי ארישא רבא אמר לעולם אסיפא והכי קאמר אין בזו מפני שינוי המחלוקת מאי קא אמרת הרואה אומר מלאכה אסורה מימר אמרי כמה בטלני הוי בשוקא
7 Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf <i>den</i> Anfangssatz. Raba erklärte: Tatsächlich auf den zweiten Fall, und er meint es wie folgt: dies ist keine Zwietracht herbeiführende Abweichung. Einzuwenden wäre, wer dies sieht, könnte sagen, [er halte] die Arbeit für verboten, aber man denkt eher: viele Müßiggänger gibt es auf der Straße.
ח א"ל רב ספרא לרבי אבא כגון אנן דידעינן בקביעא דירחא
8 R. Saphra sprach zu R. Abba: Ich zum Beispiel bin in der Festsetzung des Neumondskundig,