Pesachim 108

Kapitel 108

א בגדו של אדם הראשון
1 auch das Gewand Adams des Urmenschen.
ב ת"ר שבעה דברים מכוסים מבני אדם אלו הן יום המיתה ויום הנחמה ועומק הדין ואין אדם יודע מה בלבו של חבירו ואין אדם יודע במה משתכר ומלכות בית דוד מתי תחזור ומלכות חייבת מתי תכלה
2 Die Rabbanan lehrten: Sieben Dinge sind dem Menschen verborgen, und zwar: der Tag seines Todes, der Tag seines Trostes, der Verlauf des Gerichtes, (niemand weiß,) was im Herzen seines Nächsten, (niemand weiß,) wobei er verdienen werde, wann das Reich Davids wiederkehren werde, und wann das schuldbeladene Reich stürzen werde.
ג ת"ר ג' דברים עלו במחשבה ליבראות ואם לא עלו דין הוא שיעלו על המת שיסריח ועל המת שישתכח מן הלב ועל התבואה שתרקב וי"א על המטבע שיצא:
3 Die Rabbanan lehrten: An drei Dinge dachte er, sie einzuführen, und wenn er daran nicht gedacht hätte, sollte er daran denken: daß der Leichnam verwese, daß der Tote aus dem Herzen vergessen werde, und daß das Getreide verfaule; manche sagen: auch daß eine Münze ausgegeben werde.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> מקום שנהגו לעשות מלאכה בתשעה באב עושין מקום שנהגו שלא לעשות מלאכה אין עושין ובכל מקום תלמידי חכמים בטלים רשב"ג אומר לעולם יעשה אדם עצמו תלמיד חכם:
4 <b>W</b><small>O ES ÜBLICH IST, AM</small> N<small>EUNTEN</small> A<small>B</small> A<small>RBEIT ZU VERRICHTEN, VERRICHTE MAN, UND WO ES ÜBLICH IST, KEINE</small> A<small>RBEIT ZU VERRICHTEN, VERRICHTE MAN NICHT</small>. Ü<small>BERALL ABER FEIERN DIE</small> S<small>CHRIFTGELEHRTEN</small>. <small>R. ŠIMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGTE</small>: S<small>TETS BETRACHTE SICH JEDER</small> [<small>DIESBEZÜGLICH</small>] <small>ALS</small> S<small>CHRIFTGELEHRTER</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר שמואל אין תענית ציבור בבבל אלא תשעה באב בלבד למימרא דסבר שמואל ט' באב בין השמשות שלו אסור והאמר שמואל תשעה באב בין השמשות שלו מותר וכי תימא קסבר שמואל כל תענית ציבור בין השמשות שלו מותר והאנן תנן אוכלין ושותין מבעוד יום למעוטי מאי לאו למעוטי בין השמשות לא למעוטי משחשיכה
5 GEMARA. Šemuél sagte: Mit Ausnahme des Neunten Ab gibt es in Babylonien kein Gemeindefasten. – Demnach wäre Šemuél der Ansicht, in der Dämmerstundedes Neunten Ab sei esverboten, dagegen sagte Šemuél, in der Dämmerstunde des Neunten Ab sei es erlaubt!? Wolltest du erwidern, Šemuél sei der Ansicht, auch an jedem anderen Gemeindefasttage sei es bei Dämmerung erlaubt, so haben wir ja gelernt, man dürfe solange es noch Tag istessen und trinken, und dies schließt wohl die Dämmerzeit aus!? – Nein, dies schließt die völlige Dunkelheit aus.
ו נימא מסייע ליה אין בין תשעה באב ליום הכיפורים אלא שזה ספיקו אסור וזה ספיקו מותר
6 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Der Unterschied zwischen dem Neunten Ab und dem Versöhnungstage besteht nur darin, daß es an dem einen bei einem Zweifel verboten und an dem anderen bei einem Zweifel erlaubt ist.
ז מאי ספיקו מותר לאו בין השמשות לא כדאמר רב שישא בריה דרב אידי לקביעא דירחא הכא נמי לקביעא דירחא
7 Unter Zweifel ist doch wohl die Dämmerzeit zu verstehen. – Nein, wie R. Šiša, Sohn des R. Idi, erklärt hat: bei der Festsetzung des Neumonds, ebenso auch hierbei: bei der Festsetzung des Neumonds.
ח דרש רבא עוברות ומניקות מתענות ומשלימות בו כדרך שמתענות ומשלימות ביום הכיפורים ובין השמשות שלו אסור וכן אמרו משמיה דר' יוחנן ומי אמר ר' יוחנן הכי והאמר רבי יוחנן תשעה באב אינו כתענית ציבור מאי לאו לבין השמשות לא למלאכה
8 Raba trug vor: Schwangere und Säugende müssen am [Neunten Ab] fasten und [das Fasten] beenden, wie sie am Versöhnungstage fasten und [das Fasten] beenden müssen; und auch bei Dämmerung ist es verboten. Dasselbe sagten sie auch im Namen R. Joḥanans. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, der Neunte Ab gelte nicht als Gemeindefasttag; doch wohl hinsichtlich der Dämmerzeit!? – Nein, hinsichtlich der Arbeit. –
ט מלאכה תנינא מקום שנהגו לעשות מלאכה בתשעה באב עושין ובמקום שנהגו שלא לעשות אין עושין ואפילו רשב"ג לא אמר אלא דכי יתיב ולא עביד לא מיחזי כיוהרא אבל מיסר לא אסר
9 Hinsichtlich der Arbeit haben wir ja ausdrücklich gelernt, wo es üblich ist am Neunten Ab Arbeit zu verrichten, verrichte man, und wo es üblich ist, keine Arbeit zu verrichten, verrichte man nicht!? Und auch R. Šimo͑n b.Gamliél sagte ja nur, daß, wenn man dasitzt und nicht arbeitet, dies nicht als Großtuerei erscheine, nicht aber, daß es verboten sei!? –
י אלא מאי אינו כתענית ציבור לתפילת נעילה והאמר ר' יוחנן ולואי שיתפלל אדם והולך כל היום כולו
10 Vielmehr, es wird hinsichtlich des Schlußgebetes nicht als Gemeindefasten betrachtet. – Aber R. Joḥanan sagte ja: Daß doch der Mensch fortwährend den ganzen Tag bete!? –
יא התם חובה הכא רשות ואיבעית אימא מאי אינו כתענית ציבור לעשרים וארבעה
11 An einem solchen ist es Pflicht, sonst nur freigestellt. Wenn du willst, sage ich: er gilt nicht als Gemeindefasttag hinsichtlich der vierundzwanzig [Segenssprüche].
יב רב פפא אמר מאי אינו כתענית ציבור אינו כראשונות אלא כאחרונות ואסורה
12 R. Papa erklärte: Er gilt nicht als Gemeindefasten, indem er nicht den erstengleicht, sondern den letzten, an denen es verboten ist.
יג מיתיבי אין בין תשעה באב ליום הכיפורים אלא שזה ספיקו אסור וזה ספיקו מותר מאי ספיקו מותר לאו בין השמשות שלו אמר רב שישא בריה דרב אידי לא לקביעא דירחא הא לכל דברים זה וזה שוין
13 Man wandte ein: Der Unterschied zwischen dem Neunten Ab und dem Versöhnungstage besteht nur darin, daß es an dem einen bei einem Zweifel verboten und an dem anderen bei einem Zweifel erlaubt ist. Unter Zweifel ist doch wohl die Dämmerzeit zu verstehen!? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Nein, bei der Festsetzung des Neumonds. – Demnach gleichen sie also einander in jeder anderen Hinsicht,
יד מסייע לרבי אלעזר דא"ר אלעזר אסור לו לאדם שיושיט אצבעו במים בתשעה באב כדרך שאסור להושיט אצבעו ביום הכיפורים
14 somit ist dies eine Stütze für R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte, es sei am Neunten Ab verboten, einen Finger ins Wasser zu stecken, wie dies am Versöhnungstage verboten ist.
טו מיתיבי אין בין תשעה באב לתענית ציבור אלא שזה אסור בעשיית מלאכה וזה מותר בעשיית מלאכה במקום שנהגו הא לכל דבריהם זה וזה שוין ואילו גבי תענית ציבור תניא כשאמרו אסור ברחיצה לא אמרו אלא כל גופו אבל פניו ידיו ורגליו לא
15 Man wandte ein: Der Unterschied zwischen dem Neunten Ab und einem Gemeindefasten besteht nur darin, indem an diesem Arbeit zu verrichten verboten, und an jenem, wo dies üblich ist, Arbeit zu verrichten erlaubt ist. Demnach gleichen sie einander in jeder anderen Hinsicht, dagegen wird vom Gemeindefasten gelehrt, wenn sie auch gesagt haben, das Baden sei verboten, so beziehe sich dies nur auf den ganzen Körper, nicht aber auf das Waschen [von] Gesicht, Händen und Füßen!?
טז א"ר פפא
16 R. Papa erwiderte: