Pesachim 109

Kapitel 109

א תנא קולי קולי קתני:
1 Der Tanna lehrt nur die Erleichterungen.
ב ובכל מקום ת"ח וכו': למימרא דרשב"ג סבר לא חיישינן ליוהרא ורבנן סברי חיישינן ליוהרא והא איפכא שמעינן להו דתנן חתן אם ירצה לקרות קרית שמע לילה הראשון קורא רשב"ג אמר לא כל הרוצה ליטול את השם יטול
2 Ü<small>BERALL ABER FEIERN DIE</small> S<small>CHRIFTGELEHRTEN &amp;C</small>. Demnach ist R. Šimo͑n b. Gamliél der Ansicht, man berücksichtige die Großtuerei nicht, und die Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige die Großtuerei, und wir wissen ja von ihnen das Entgegengesetzte!? Wir haben nämlich gelernt: Der Bräutigam darf, falls er es will, in der ersten Nacht das Šema͑ lesen; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nicht jeder, der sich den Rufbei-legen will, darf sich ihn beilegen!?
ג אמר ר' יוחנן מוחלפת השיטה רב שישא בריה דרב אידי אמר לא תיפוך דרבנן אדרבנן לא קשיא הכא כיון דכולי עלמא עבדי מלאכה ואיהו לא עביד מיחזי כיוהרא אבל התם כיון דכולי עלמא קרי ואיהו נמי קרי לא מיחזי כיוהרא
3 R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen. R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Du brauchst sie nicht zu vertauschen; die Rabbanan befinden sich in keinem Widerspruche mit sich selbst, denn nur hierbei erscheint es als Großtuerei, da alle Welt arbeitet, er aber nicht arbeitet, dort aber, wo alle Welt das Šema͑ liest und er es ebenfalls liest, erscheint es nicht als Großtuerei.
ד דר' שמעון בן גמליאל אדרשב"ג לא קשיא התם הוא דבעינן כוונה ואנן סהדי דלא מצי כווני דעתיה מיחזי כיוהרא אבל הכא לא מיחזי כיוהרא אמרי מלאכה היא דלית ליה פוק חזי כמה בטלני איכא בשוקא:
4 R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ebenfalls in keinem Widersprüche mit sich selbst, denn dort ist die Intensität erforderlich, und da wir Zeugen sind, daß er seinen Sinn nicht andächtig stimmen kann, erscheint es als Großtuerei, hierbei erscheint es aber nicht als Großtuerei, denn man sagt, er habe keine Beschäftigung. Geh und sieh, wie viele Müßiggänger es doch auf der Straße gibt.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> וחכמים אומרים ביהודה היו עושין מלאכה בערבי פסחים עד חצות ובגליל לא היו עושין כל עיקר הלילה ב"ש אוסרים וב"ה מתירין עד הנץ החמה:
5 <b>D</b><small>IE</small> W<small>EISEN SAGTEN</small>: I<small>N</small> J<small>UDÄA VERRICHTETE MAN AM</small> V<small>ORABEND DES</small> P<small>ESAḤFESTES</small> A<small>RBEIT BIS</small> M<small>ITTAG, IN</small> G<small>ALILÄA VERRICHTETE MAN SIE ÜBERHAUPT NICHT</small>. I<small>N DER</small> [<small>VORANGEHENDEN</small>] N<small>ACHT IST ES NACH DER</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS VERBOTEN UND NACH DER</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS BIS ZUM</small> S<small>ONNENAUFGANG ERLAUBT</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> מעיקרא תנא מנהגא ולבסוף תנא איסורא
6 GEMARA. Anfangs lehrt er es als Brauch, nachher aber als Verbot?!
ז אמר ר' יוחנן לא קשיא הא ר' מאיר הא ר' יהודה דתניא אמר ר' יהודה ביהודה היו עושין מלאכה בערבי פסחים עד חצות ובגליל אינן עושין כל עיקר אמר לו ר"מ מה ראייה יהודה וגליל לכאן אלא מקום שנהגו לעשות מלאכה עושין מקום שנהגו שלא לעשות אין עושין מדקאמר ר' מאיר מנהגא מכלל דרבי יהודה איסורא קאמר
7 R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Meír und eines nach R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: In Judäa verrichtete man am Vorabend des Pesaḥfestes Arbeit bis Mittag, in Galiläa verrichtete man sie überhaupt nicht. R. Meír sprach zu ihm: Was sollen hierbei Judäa und Galiläa!? Vielmehr, wo man Arbeit zu verrichten pflegt, verrichte man, und wo man keine Arbeit zu verrichten pflegt, verrichte man nicht. Wenn nun R. Meír es von einem Brauche abhängig macht, so ist es wohl nach R. Jehuda ein Verbot. –
ח וסבר ר' יהודה ארבעה עשר מותר בעשיית מלאכה והתניא ר' יהודה אומר המנכש בשלשה עשר ונעקרה בידו שותלה במקום הטיט ואין שותלה במקום הגריד
8 Ist R. Jehuda denn der Ansicht, die Verrichtung der Arbeit sei am vierzehnten erlaubt, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn jemand am dreizehnten jätet, und eine entwurzelte [Ähre] in der Hand hat, so pflanze er sie wieder in eine schlammigeStelle ein, nicht aber in eine trockene.
ט בשלשה עשר אין בארבעה עשר לא מכדי שמעינן ליה לר' יהודה דאמר כל הרכבה שאינה קולטת לשלשה ימים שוב אינה קולטת ואי ס"ד ארבעה עשר מותר בעשיית מלאכה למה לי שלשה עשר והאיכא ארביסר וחמיסר ומקצת שיתסר אמר רבא בגליל שנו
9 Nur am dreizehnten und nicht am vierzehnten. Merke, wir wissen ja von R. Jehuda, daß er der Ansicht ist, was drei Tage nach dem Pfropfen nicht keimt, keime nicht mehr; wozu lehrt er es nun, wenn du sagst, die Verrichtung der Arbeit sei am vierzehnten erlaubt, vom dreizehnten, es genügt ja, wenn der vierzehnte, der fünfzehnte und ein Teil des sechszehntenzurückbleiben!? Raba erwiderte: Dies lehrten sie für Galiläa. –
י והאיכא ליליא אמר רב ששת כב"ש רב אשי אמר לעולם כב"ה לפי שאין דרכן של בני אדם לנכש בלילה
10 Die Nacht bleibt ja noch!? R. Šešeth erwiderte: Nach der Ansicht der Schule Šammajs. R. Aši erwiderte: Tatsächlich nach der Schule Hillels, aber man pflegt nicht nachts zu jäten.
יא רבינא אמר לעולם ביהודה ובהשרשה חד מקצת היום ככולו אמרינן תרי מקצת היום ככולו לא אמרינן:
11 Rabina erwiderte: Tatsächlich für Judäa, denn für das Keimen gilt allerdings ein Teil des Tages als voller Tag, nicht aber zwei Teile als volle zwei Tage.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> ר' מאיר אומר כל מלאכה שהתחיל בה קודם לארבעה עשר גומרה בארבעה עשר אבל לא יתחיל בה בתחלה בארבעה עשר אע"פ שיכול לגומרה וחכמים אומרים ג' אומניות עושין מלאכה בערבי פסחים עד חצות ואלו הן החייטין והספרים והכובסין ר' יוסי בר יהודה אומר אף רצענין:
12 <b>R. </b>M<small>EÍR SAGT, JEDE</small> A<small>RBEIT, DIE MAN VOR DEM VIERZEHNTEN BEGONNEN HAT, DÜRFE MAN AM VIERZEHNTEN BEENDEN, JEDOCH DÜRFE MAN AM VIERZEHNTEN KEINE BEGINNEN, OBGLEICH MAN SIE AUCH BEENDEN KANN</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, DREI</small> B<small>ERÜFSSTÄNDE DÜRFEN AM</small> V<small>ORABEND DES</small> P<small>ESAḤFESTES</small> A<small>RBEIT VERRICHTEN, UND ZWAR</small>: S<small>CHNEIDER</small>, B<small>ARBIERE UND</small> W<small>ÄSCHER</small>; R. J<small>OSE B.</small> J<small>EHUDA SAGT, AUCH</small> S<small>CHUSTER</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> איבעיא להו לצורך המועד תנן אבל שלא לצורך המועד אפילו מיגמר נמי לא או דילמא שלא לצורך המועד תנן אבל לצורך אתחולי מתחלינן או דילמא בין לצורך המועד בין שלא לצורך מיגמר אין אתחולי לא
13 GEMARA. Sie fragten: Wird dies nur [von Arbeiten] gelehrt, die zum Feste nötig sind, solche aber, die zum Feste nicht nötig sind, darf man auch nicht beenden, oder wird dies nur von solchen gelehrt, die zum Feste nicht nötig sind, solche aber, die zum Feste nötig sind, darf man auch beginnen, oder aber darf man sowohl solche, die zum Feste nötig sind, als auch solche, die zum Feste nicht nötig sind, nur beenden und nicht beginnen? –
יד ת"ש אבל לא יתחיל בתחילה בארבעה עשר אפילו צלצול קטן אפילו שבכה קטנה מאי אפילו לאו אפי' הני דלצורך המועד מיגמר אין אתחולי לא מכלל דשלא לצורך מיגמר נמי לא גמרינן
14 Komm und höre: Man darf aber am vierzehnten nichts beginnen, nicht einmal ein kleines Bändchen oder ein kleines Haarnetz. ‘Nicht einmal’ heißt wohl: nicht einmal diese, die zum Feste nötig sind, darf man beginnen, sondern nur beenden; demnach darf man [eine Arbeit], die zum Feste nicht nötig ist, nicht einmal beenden. –
טו לא לעולם דשלא לצורך מיגמר נמי גמרינן ומאי אפילו אפילו הני נמי דזוטרי נינהו דסלקא דעתך אמינא התחלתן זו היא גמר מלאכתן נתחיל בהו נמי לכתחילה קמשמע לן:
15 Nein, tatsächlich darf man [eine Arbeit] beenden, auch wenn sie zum Feste nicht nötig ist, und ‘nicht einmal’ heißt: nicht einmal diese, die sehr klein sind. Man könnte nämlich glauben, bei solchen sei schon das Beginnen ein Beenden, und man beginne auch, so lehrt er uns. –
טז תא שמע רבי מאיר אומר כל מלאכה שהיא לצורך המועד
16 Komm und höre: R. Meír sagt, jede Arbeit, die zum Feste nötig ist,