Pesachim 11

Kapitel 11

א היינו דאיצטריך לא ימצא אלא למאן דאמר כממון דמי לא ימצא למה לי איצטריך סלקא דעתך אמינא הואיל וכי איתיה הדר בעיניה לאו ברשותיה קאי קמשמע לן
1 Dies ist nötig; man könnte glauben, es befinde sich trotzdem nicht in seinem Besitze, da man es in seinem Zustande zurückgibt, so lehrt er uns.
ב בעו מיניה מרבא בהמת ארנונא חייבת בבכורה או אין חייבת בבכורה כל היכא דמצי מסלק ליה בזוזי לא קא מיבעיא לן דחייב
2 Man fragte Raba: Unterliegt das Steuer-Vieh dem Gesetze von der Erstgeburt oder nicht? Wenn man ihnmit Geld abfinden kann, ist es nicht fraglich, ob es pflichtig ist,
ג כי קא מיבעיא לן היכא דלא מצי מסלק ליה בזוזי מאי אמר להו פטורה והתניא חייבת התם דמצי מסלק ליה
3 fraglich ist es nur, wenn man ihn nicht mit Geld abfinden kann. Wie ist es damit? Dieser erwiderte: Es ist frei. – Es wird ja aber gelehrt, es sei pflichtig!? – Dies in dem Falle, wenn man ihn abfinden kann.
ד איכא דאמרי אמר רבא בהמת ארנונא פטורה מן הבכורה ואע"ג דמצי מסלק ליה עיסת ארנונא חייבת בחלה ואע"ג דלא מצי מסלק ליה
4 Manche lesen: Raba sagte: Das Steuer-Vieh unterliegt nicht dem Gesetze von der Erstgeburt, auch wenn man ihn abfinden kann. Steuer-Teig unterliegt dem Gesetze von der Teighebe, auch wenn man ihn nicht abfinden kann. –
ה מאי טעמא בהמה אית לה קלא עיסה לית לה קלא:
5 Aus welchem Grunde? – Bei einem Vieh ist es bekannt, beim Teig ist es nicht bekannt.
ו תנו רבנן נכרי שנכנס לחצירו של ישראל ובציקו בידו אין זקוק לבער הפקידו אצלו זקוק לבער יחד לו בית אין זקוק לבער שנא' לא ימצא
6 Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Nichtjude mit Teig in der Hand in den Hof eines Jisraéliten gekommen ist, so braucht er ihn nicht fortzuschaffen; gab er ihn ihm in Verwahrung, so muß er ihn fortschaffen; wies er ihm nur einen Raum an, so braucht er ihn nicht fortzuschaffen, denn es heißt: <i>nicht zu finden</i>. –
ז מאי קאמר אמר רב פפא ארישא קאי והכי קאמר הפקידו אצלו זקוק לבער שנאמר לא ימצא
7 Wie meint er es? R. Papa erwiderte: Dies bezieht sich auf den Anfangssatz, und er meint es wie folgt: gab er ihn ihm in Verwahrung, so muß er ihn fortschaffen, denn es heißt: <i>nicht zu finden</i>.
ח רב אשי אמר לעולם אסיפא קאי והכי קאמר יחד לו בית אין זקוק לבער שנאמר לא ימצא בבתיכם והא לאו דידיה הוא דנכרי כי קא מעייל לביתא דנפשיה קא מעייל
8 R. Aši erwiderte: Tatsächlich auf den Schlußsatz, und er meint es wie folgt: wies er ihm einen Raum an, so braucht er ihn nicht fortzuschaffen, denn es heißt: <i>kein &amp;c. in eueren Wohnungen zu finden</i>, während dieser nicht sein ist, vielmehr bringt ihn der Nichtjude in seine eigene Wohnung. –
ט למימרא דשכירות קניא והתנן אף במקום שאמרו להשכיר לא לבית דירה אמרו מפני שמכניסין לתוכו ע"ז ואי סלקא דעתך דשכירות קניא כי קא מעייל לביתיה דנפשיה קא מעייל
9 Demnach erfolgt durch die Miete eine Zueignung. Wir haben ja aber gelernt, daß man auch da, wo sie [einem Nichtjuden einen Raum] zu vermieten erlaubt haben, ihm keinen Wohnraum vermieten dürfe, weil er da Götzen hinbringen könnte, und wenn du sagst, durch die Miete erfolge eine Zueignung, bringt er sie ja, wenn er sie auch hineinbringt, in seine eigene Wohnung!? –
י שאני הכא דאפקיה רחמנא בלשון לא ימצא מי שמצוי בידך יצא זה שאינו מצוי בידך
10 Hierbei ist es anders; der Allbarmherzige gebraucht den Ausdruck <i>finden</i>, was sich in deinem Besitzebefindet, ausgenommen ist dieser Fall, wobei es sich nicht in deinem Besitze befindet.
יא אמר רב יהודה אמר רב המוצא חמץ בביתו ביום טוב כופה עליו את הכלי אמר רבא אם של הקדש הוא אינו צריך מאי טעמא מיבדל בדילי מיניה
11 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer am Feste Gesäuertes in seinem Hause findet, stülpe darüber ein Gefäß. Raba sagte: Ist es Heiligengut, so braucht er es nicht, weil man sich davon zurückzieht.
יב ואמר רב יהודה אמר רב חמצו של נכרי עושה לו מחיצה עשרה טפחים משום היכר ואם של הקדש הוא אינו צריך מאי טעמא מיבדל בדילי אינשי מיניה
12 Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Vor dem Gesäuerten eines Nichtjuden mache man [vor dem Feste] eine zehn Handbreiten hohe Scheidewand als Kennzeichen; vor dem des Heiligtums ist dies nicht nötig, weil man sich davon zurückzieht.
יג ואמר רב יהודה אמר רב המפרש והיוצא בשיירא קודם שלשים יום אין זקוק לבער תוך שלשים יום זקוק לבער אמר אביי הא דאמרת תוך שלשים יום זקוק לבער לא אמרן אלא שדעתו לחזור אבל אין דעתו לחזור אין זקוק לבער
13 Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wer dreißig Tage vor [dem Feste] zur See oder mit einer Karawane ausreist, braucht [das Gesäuerte] nicht fortzuschaffen; wenn innerhalb dreißig Tagen, so muß er es fortschaffen. Abajje sagte: Das, was du sagst, wenn innerhalb dreißig Tagen müsse er es fortschaffen, bezieht sich nur auf den Fall, wenn er [zum Feste] zurückzukehren beabsichtigt, wenn er aber nicht zurückzukehren beabsichtigt, braucht er es nicht fortzuschaffen.
יד אמר ליה רבא ואי דעתו לחזור אפילו מראש השנה נמי אלא אמר רבא הא דאמרת קודם שלשים יום אין זקוק לבער לא אמרן אלא שאין דעתו לחזור אבל דעתו לחזור אפילו מראש השנה זקוק לבער
14 Raba sprach zu ihm: Wenn er zurückzukehren beabsichtigt, sollte er ja dazu sogar vom Neujahr an verpflichtet sein!? Vielmehr, erklärte Raba, das, was du sagst, wenn vor dreißig Tagen, brauche er es nicht fortzuschaffen, bezieht sich nur auf den Fall, wenn er nicht beabsichtigt, [zum Feste] zurückzukehren, wenn er aber zurückzukehren beabsichtigt, muß er es sogar vom Neujahr an fortschaffen.
טו ואזדא רבא לטעמיה דאמר רבא העושה ביתו אוצר קודם שלשים יום אין זקוק לבער תוך שלשים יום זקוק לבער
15 Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Wer vor dreißig Tagen [vor dem Feste] seine Wohnung zum [Getreide-] Speicher macht, braucht [aus dieser das Gesäuerte] nicht fortzuschaffen; wenn aber innerhalb dreißig Tagen, muß er es fortschaffen;
טז וקודם שלשים נמי לא אמרן אלא שאין דעתו לפנותו אבל דעתו לפנותו אפילו קודם שלשים יום נמי זקוק לבער
16 und auch von vor dreißig Tagen gilt dies nur dann, wenn er nicht beabsichtigt, sie [zum Feste] auszuräumen, wenn er aber sie auszuräumen beabsichtigt, muß er es auch vor dreißig Tagen fortschaffen. –
יז הני שלשים יום מאי עבידתייהו כדתניא שואלין ודורשין בהלכות הפסח קודם הפסח שלשים יום ר' שמעון בן גמליאל אומר שתי שבתות מאי טעמא דתנא קמא
17 Welches Bewenden hat es mit diesen dreißig Tagen? – Es wird gelehrt: Dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste beginne man sich über die Satzungen des Pesaḥfestes zu informieren; R. Šimo͑n b.Gamliél sagt, zwei Wochen. – Was ist der Grund des ersten Tanna? –