Pesachim 138

Kapitel 138

א וכל שאילו ביחיד נדחה בציבור עבדי בטומאה וכל מילתא דאיתא בציבור איתא ביחיד וכל מילתא דליתא בציבור ליתא ביחיד
1 Was bei einem einzelnen [zum zweiten Pesaḥfeste] zurückgesetzt wird, wird bei einer Gemeinde in Unreinheit hergerichtet; was bei einer Gemeinde statt hat, hat auch bei einem einzelnen statt, was aber bei einer Gemeinde nicht statt hat, hat auch bei einem einzelnen nicht statt.
ב ערילות דאי כוליה ציבור ערלים נינהו אמרינן להו קומו מהולו נפשייכו ועבידי פסחא יחיד נמי אמרינן ליה קום מהול ועביד פסחא ואי לא מהיל ועביד ענוש כרת
2 Ist eine ganze Gemeinde unbeschnitten, so heißt man sie, sich beschneiden und das Pesaḥopfer herrichten, deshalb heißt man auch einen einzelnen, sich beschneiden und das Pesaḥopfer herrichten; unterläßt er dies, so wird er mit der Ausrottung bestraft.
ג טומאה דאי כוליה ציבורא טמאין נינהו לא מדינן עלייהו אלא עבדי בטומאה יחיד נמי פטור
3 Ist aber eine ganze Gemeinde unrein, so ist sie nicht zu besprengen, vielmehr richte sie [das Opfer] in Unreinheit her, daher ist auch ein einzelner frei.
ד א"ל רב הונא בריה דרב יהושע לרבא והרי פסח שני דליתיה בציבור ואיתיה ביחיד א"ל שאני התם דהא עבד ליה ציבורא בראשון
4 R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: das zweite Pesaḥfest hat ja bei einer Gemeinde nicht statt, wohl aber bei einem einzelnen!? Dieser erwiderte: Anders ist es bei diesem, da die Gemeinde es schon am ersten hergerichtet hat.
ה מיתיבי יכול לא יהא ענוש כרת אלא שהיה טהור ושלא היה בדרך רחוקה ערל וטמא שרץ ושאר כל הטמאים מנין ת"ל (במדבר ט, יג) והאיש
5 Man wandte ein: Man könnte glauben, nur derjenige, der rein war und nicht auf einer weiten Reise sich befand, werde mit der Ausrottung bestraft, woher dies von einem Unbeschnittenen, einem Kriechtierunreinen und jedem anderen Unreinen? Es heißt: <i>der Mann</i>.
ו מדקא מהדר אטמא שרץ קסבר אין שוחטין וזורקין על טמא שרץ דאי שוחטין וזורקין על טמא שרץ ל"ל לאהדורי' עליה היינו טהור אלמא אע"ג דלא חזי חיובא עליה ואע"ג דליתיה בציבור איתיה ביחיד
6 Wenn er dies nun auf einen Kriechtierunreinen bezieht, so ist er ja der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen nicht schlachten und sprengen, denn wenn man für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen dürfte, so brauchte man es ja nicht auf ihn zu beziehen, da er als rein geltensollte; somit ist hieraus zu entnehmen, daß ihm die Pflicht obliegt, auch wenn er ungeeignet ist, und daß es bei einem einzelnen statt hat, auch wenn es bei einer Gemeinde nicht statt hat!?
ז אלא אמר רבא קסבר רבי אליעזר שוחטין וזורקין על טמא שרץ והוא הדין לטמא מת בשביעי שלו הזאה למאי לאכילה אכילת פסחים לא מעכבא
7 Vielmehr, erklärte Raba, ist R. Elie͑zer der Ansicht, man dürfe für einen Kriechtierunreinen schlachten und sprengen, und ebenso für einen Leichenunreinen am siebenten Tage. Das Sprengen dient ja aber nur dazu, um davon essen zu dürfen, und das Essen vom Pesaḥopfer ist kein Hindernis.
ח א"ל רב אדא בר אבא לרבא א"כ נמצא פסח נשחט שלא לאוכליו א"ל שלא לאוכליו לחולה ולזקן דלא חזי אבל האי מיחזא חזי תקוני הוא דלא מתקן:
8 R. Ada b. Abba sprach zu Raba: Demnach schlachtet man ja das Pesaḥopfer für jemand, der davon nicht essen kann!? Dieser erwiderte: Jemand, der davon nicht essen kann, heißt nur ein Kranker oder ein Greis, der dafür ungeeignet ist, während dieser geeignet und nur unzulässig ist.
ט כלל אמר ר"ע וכו': אמר רב יהודה אמר רב הלכה כר"ע ותנן נמי גבי מילה כי האי גוונא כלל א"ר עקיבא כל מלאכה שאפשר לעשותה מע"ש אינה דוחה את השבת מילה שאי אפשר לעשותה מע"ש דוחה את השבת ואמר רב יהודה אמר רב הלכה כר"ע
9 <small>R. ÁQIBA SAGTE EINE</small> R<small>EGEL &amp;C</small>. R. Jehuda sagte mi Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. A͑qiba. Desgleichen haben wir auch hinsichtlich der Beschneidung gelernt: R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die man am Vorabend des Šabbaths verrichten kann, verdrängt den Šabbath nicht, die Beschneidung aber, die man am Vorabend des Šabbaths nicht verrichten kann, verdrängt den Šabbath. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. A͑qiba.
י וצריכא דאי אשמעינן גבי פסח התם (דהוא מכשירי) מצוה לא דחו שבת משום דלא נכרתו עליה שלש עשרה בריתות אבל מילה דנכרתו עליה שלש עשרה בריתות אימא לידחי
10 Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Pesaḥopfer gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei diesem verdrängen die Zubereitungen zu einem Gebote nicht den Šabbath, weil darüber keine dreizehn Bündnisse geschlossen wurden, die der Beschneidung aber, worüber dreizehn Bündnissegeschlossen wurden, verdrängen ihn wohl.
יא ואי אשמעינן מילה התם הוא דמכשירי מצוה לא דחו שבת דליכא כרת אבל פסח דאיכא כרת אימא לידחי צריכא:
11 Und würde er es nur von der Beschneidung gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur bei dieser verdrängen die Zubereitungen zu einem Gebote nicht den Šabbath, weil [deren Unterlassung] nicht mit der Ausrottung belegt ist, die des Pesaḥopfers aber, [deren Unterlassung] mit der Ausrottung belegt ist, verdrängen ihn wohl. Daher ist beides nötig.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> אימתי מביא חגיגה עמו בזמן שהוא בא בחול בטהרה ובמועט ובזמן שהוא בא בשבת במרובה ובטומאה אין מביאין עמו חגיגה
12 <b>D</b><small>AMIT IST EIN</small> F<small>ESTOPFER NUR DANN DARZUBRINGEN, WENN ES AM</small> W<small>OCHENTAGE, IN</small> R<small>EINHEIT UND IN</small> K<small>NAPPHEIT</small><small>DARGEBRACHT WIRD; WENN ABER AM</small> Š<small>ABBATH, IN</small> R<small>EICHLICHKEIT UND IN</small> U<small>NREINHEIT, SO IST DAMIT KEIN</small> F<small>ESTOPFER DARZUBRINGEN</small>.
יג חגיגה היתה באה מן הצאן מן הבקר מן הכבשים ומן העזים מן הזכרים ומן הנקבות ונאכלת לשני ימים ולילה אחד:
13 D<small>AS</small> F<small>ESTOPFER KANN EIN</small> S<small>CHAF ODER EIN</small> R<small>IND SEIN, EIN</small> L<small>AMM ODER EINE</small> Z<small>IEGE, EIN</small> M<small>ÄNNCHEN ODER EIN</small> W<small>EIBCHEN, UND ES DARF WÄHREND ZWEIER</small> T<small>AGE UND EINER</small> N<small>ACHT GEGESSEN WERDEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי תנא דקתני חגיגה תנא הרכבתו והבאתו דלא דחי שבת וקתני נמי חגיגה דלא דחיא שבת והכי קאמר אימתי מביאין עמו חגיגה בזמן שהוא בא בחול בטהרה ובמועט
14 GEMARA. Was lehrte er [vorher], daß er [darauf bezugnehmend] vom Festopfer lehrt? – Er lehrt [vorher], das Hintragen und die Herbeischaffung [des Pesaḥopfers] verdrängen den Šabbath nicht, und [darauf bezugnehmend] lehrt er, daß auch [die Herrichtung] des Festopfers den Šabbath nicht verdränge. Er meint es also wie folgt: damit ist ein Festopfer nur dann darzubringen, wenn es am Wochentage in Reinheit und in Knappheit dargebracht wird. (Ebenso lehrt er im Schlußsatze, wann es nicht darzubringen ist.)
טו א"ר אשי שמע מינה חגיגת ארבעה עשר
15 R. Aši sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Festopfer des vierzehnten